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Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Deine bis Dēmant (Bd. 1, Sp. 1442 bis 1444)
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Artikelverweis Der Deine, die Deine, das Deine, das zusammen gezogene Abstractum des vorigen Fürwortes. S. Adelung Deinige.
 
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1. Deiner, deine, deines, das zueignende Pronomen, relative und ohne Substantiv gebraucht, S. Adelung Dein II.
 
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2. Deiner, die zweyte Endung des persönlichen Pronomens du. Man spottet deiner nur. Niemand will sich deiner erbarmen. Wir haben schon lange deiner gewartet.
   Im Oberdeutschen wird diese Endung sehr gerne in dein zusammen gezogen, welche Form um der Bequemlichkeit des Reimes und des Sylbenmaßes willen auch den Hochdeutschen Dichtern nicht unbekannt ist. Man spottet nur dein. Niemand will sich dein erbarmen. Die Lorbern warten dein, Zachar. Ich thue es um dein selbst Willen. In der Deutschen Bibel kommt diese Form noch häufig vor.

[Bd. 1, Sp. 1443]



 
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Deinethalben, Deinetwegen, Deinetwillen, S. Adelung Dein I.
 
Artikelverweis Der, die, das
Deinige, das Abstractum des zueignenden Fürwortes dein, welches alle Mahl den bestimmten Artikel vor sich hat, und ohne Substantiv gebraucht wird, sich aber doch auf eines beziehet. Dein Vorhaben ist weit über meine Kräfte und vielleicht auch über die deinigen, wo man im gemeinen Leben über deine sagt. Es war nicht mein Haus, sondern das deinige.
   Ingleichen als ein Substantiv. Das Deinige, dein Eigenthum, dein Vermögen. Die Deinigen, deine Angehörigen, deine Verwandten. Habe ich etwas von dem Deinigen angerühret? Es ist deine Schuldigkeit die Deinigen zu versorgen. Thue du das Deinige, was deiner Pflicht gemäß ist, was in deinen Kräften stehet.
   Die Zusammenziehung dieses Abstracti in der, die, das Deine, ist in der anständigern Schreibart der Hochdeutschen größten Theils veraltet, außer daß sie noch zuweilen von den Dichtern im Andenken erhalten wird. Du hast das Deine dazu beygetragen, was in deinen Kräften, in deinem Vermögen war. Er wird sein Glück und das deine gewiß machen. Sorge für die Deinen, für die Deinigen.
 
Artikelverweis Der
Deíst, (zweysylbig,) des -en, plur. die -en, aus dem Lat. Deista, der zwar einen Gott, aber keine Offenbarung annimmt, sondern bloß der natürlichen Religion folget. Daher deistisch, in dieser Gesinnung gegründet; die Deisterey, der Lehrbegriff eines Deisten. Von dem Griech. Θεος schreibt man dieses Wort zuweilen auch Theist, obgleich andere einen Unterschied zwischen beyden machen. Der Deist gründet sich ganz auf speculative und abstracte Gründe; der Theist aber bestimmt den reinen deistischen Vernunftbegriff durch Betrachtung der physischen und moralischen Welt und macht ihn praktisch. Indessen ist dieser Unterschied bloß willkührlich. Naturalist ist eine allgemeine Benennung für beyde.
 
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Delicāt, -er, -este, adj. et adv. aus dem Franz. delicat, welches doch in den meisten Fällen entbehret werden kann. 1) Fein, im Gegensatze des grob, ingleichen zärtlich, schwächlich; wo es völlig entbehret werden kann. Eine delicate Arbeit, eine feine. Ein delicates Kind, ein zärtliches, schwächliches. 2) Wegen feiner oder mißlicher Beschaffenheit viele Behuthsamkeit erfordernd. Eine delicate Sache, welche sehr behuthsam behandelt seyn will, im gemeinen Leben eine kitzelige Sache, im Oberdeutschen eine häkelige. 3) Schmackhaft, von Speisen und Getränken, lecker; gleichfalls entbehrlich. 4) Gewöhnt nur das Schmackhafte zu wählen, mit feiner Empfindung des Unschmackhaften, lecker, ekel, im Oberdeutschen häkelig, im Nieders. köhrisch, nach welchem einige Hochdeutsche das alberne wählerisch eingeführet haben. 5) In weiterer Bedeutung, gewöhnt, nur das Angenehme, Schöne u. s. f. zu suchen und zu empfinden, mit seiner Empfindung und Vermeidung des Unangenehmen, Häßlichen u. s. f. wo man es ohne Umschreibung nicht leicht mit einem gleich bedeutenden Deutschen Ausdruck wird ersetzen können.
 
Artikelverweis Der
Delinquênt, des -en, plur. die -en, von dem Latein. Delinquens, der sich wegen eines schweren Verbrechens in Verhaft befindet, ein Missethäter; besonders nach seiner Verurtheilung zum Tode.
 
Artikelverweis Der
Delphīn, des -es, plur. die -e, nach dem Griech. und Latein. Delphinus. 1) Eigentlich, eine Art großer Seefische mit horizontalem Schwanze, der Lungen hat, Athem schöpfet, und daher nicht beständig unter dem Wasser leben kann; Delphinus, L. Der Nordkaper, oder Butzkopf, der Tümmler, Delphis, und das Meerschwein, Phocaena, werden als Unterarten desselben angesehen. Wegen einiger Ähnlichkeit der Gestalt, 2) in der

[Bd. 1, Sp. 1444]


Sternkunde, ein nördliches Gestirn von zehn Sternen, welches nicht weit von dem Adler steht. 3) Die Handhaben der Kanonen und Mörser, weil man ihnen gemeiniglich die Gestalt eines Delphines zu geben pflegt.
 
Artikelverweis 
Dm, die dritte Endung der einfachen Zahl des Geschlechts- und Fürwortes der, S. Der.
 
Artikelverweis Der
Dēmant, mit seinen Zusammensetzungen, S. Adelung Diamant.

 

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