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Dêgen bis Dêhnbar (Bd. 1, Sp. 1433 bis 1434)
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Artikelverweis 2. * Der Dêgen, des -s, plur. ut nom. sing. ein nunmehr völlig veraltetes Wort, welches ehedem einen Kriegesmann, einen rechtschaffenen, redlichen Mann, ingleichen einen Diener bedeutete, und nur noch in den Schriften der vorigen Zeiten angetroffen, zuweilen aber auch noch in der komischen Schreibart gebraucht wird.
   Aber Tewrdank der tegen rein,
   Theuerd. Kap. 83.
   Die alten kühnen Degen,
   Logau. Ihr Vater ist ein alter Degen, stolz und rauh, sonst bieder und gut, Less. In den Überresten der alten Franken und Alemannen kommt dieses Wort sehr häufig vor, wie auch in den verwandten mitternächtigen Mundarten. Es ist alle Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß es von dem Zeitworte taugen, ehedem thegan, degan, abstammet. S. Adelung Taugen, ingleichen Frischens Wörterbuch, Schilters Glossar. und Ihre Glossar. v. Thaege.
 
Artikelverweis Das
Dêgenband, des -es, plur. die -bänder, das Band an dem Gefäße eines Degens; das Port d'Epee.
 
Artikelverweis Das
Dêgengefǟß, des -es, plur. die -e, das Gefäß, oder der Handgriff an einem Degen.

[Bd. 1, Sp. 1434]



 
Artikelverweis Das
Dêgengehênk, des -es, plur. die -e, ein Gürtel, in und an welchen der Degen gehenket wird; ehedem das Wehrgehenk, im Nieders. das Degenkoppel, oder Degenkuppel.
 
Artikelverweis Der
Dêgenknopf, des -es, plur. die -knöpfe. 1) Eigentlich, der Knopf an einem Degengefäße. 2) Im figürlichen aber nur niedrigen Scherze, ein alter Deutscher Degenknopf, ein redlicher Deutscher, ein Mann ohne Falsch. In dem Bremisch-Nieders. Wörterbuche wird nicht ohne Wahrscheinlichkeit gemuthmaßet, daß Knopf in dieser Zusammensetzung das alte Knappe sey. Thegane, degen, war auch als ein Beywort üblich, und im Heldenbuche ist Degen-Herre so viel als gestrenger, tapferer Herr. S. 2. Degen.
 
Artikelverweis Das
Dêgenkoppel, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Degengehenk und Koppel.
 
Artikelverweis Das
Dêgenöhl, des -es, plur. inus. S. Adelung Degenschwarz.
 
Artikelverweis Die
Dêgenscheide, plur. die -n, die Scheide eines Degens.
 
Artikelverweis Das
Dêgenschwarz, des -es, plur. car. ein dickes Öhl, welches von den Pferdeärzten gebraucht wird; Degenöhl, Oleum rusei. Es ist aus Dagger-Öhl oder Dagger-Schwarz verderbt, S. Adelung Dagger.
 
Artikelverweis Die
Dêgenstampfe, plur. die -n, bey den Gold- und Silberarbeitern, eine bleyerne Form, die Degengefäße von Gold oder Silberblech darin zu bilden.
 
Artikelverweis 
Dêhnbar, -er, -ste, adj. et adv. was sich dehnen lässet. Daher die Dehnbarkeit, die Eigenschaft eines Körpers, nach welcher er sich dehnen oder ausdehnen lässet.

 

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