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Declinatiōn bis 1. Der Dêgen (Bd. 1, Sp. 1432 bis 1433)
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Artikelverweis Die Declinatiōn, plur. die -en, aus dem Latein. Declinatio.
   1) Die Abweichung; doch nur in einigen Fällen. Besonders von der Magnetnadel, die Abweichung von ihrer gewöhnlichen Richtung. Die Declinations-Uhr, in der Mathematik, eine abweichende Sonnenuhr, welche von den Hauptgegenden abweicht.
   2) In der Sprachlehre, so wohl die Bezeichnung der Casus, oder verschiedenen Arten der Verhältnisse unmittelbar an einem Nennworte, ohne Plural; als auch die Art, diese Verhältnisse an mehrern Wörtern auf einerley Art zu bezeichnen, in welchem Verstande man z. B. im Lateinischen fünf Declinationen hat. Die Deutschen Ausdrücke Abanderung und abändern, für decliniren, welche man ehedem versucht hat, drucken den Begriff nur sehr unvollkommen aus.
 
Artikelverweis 
Decliniren, verb. reg. 1. Neutrum mit haben, abweichen; nur in einigen Fällen, z. B. von der Magnetnadel, von Sonnenuhren u. s. f. 2. Activum, in der Sprachlehre, die Verhältnisse an einem Nennworte auf die gehörige Art bezeichnen, oder ein Nennwort auf die gehörige Art durch seine Casus führen. S. das vorige.
 
Artikelverweis Das
Decóct, des -es, plur. die -e, ein flüssiger Körper, welcher die Kräfte anderer durch das Kochen an sich genommen hat; aus dem Latein. Decoctum. S. Adelung Absud.
 
Artikelverweis Das
Decrēt, des -es, plur. die -e, aus dem Latein. Decretum, ein Ausspruch, eine Entscheidung oder ein kurzer Entschluß des Richters oder Landesherren auf das Memorial oder die Bittschrift einer Partey. So auch decretiren, einen solchen Ausspruch ertheilen.
 
Artikelverweis Die
Deductiōn, plur. die -en, aus dem Lat. deductio, eine Schrift, worin die Ansprüche und darauf gegründeten Gerechtsame einer streitenden Partey untersucht werden.
 
Artikelverweis 
Defêct, -er, -este, adj. et adv. aus dem Latein. defectivus, nicht alle gehörige oder wesentliche Theile habend, mangelhaft. Ein defectes Buch, woran etwas fehlet.
 
Artikelverweis Der
Defêct, des -es, plur. die -e, aus dem Latein. Defectus, die fehlerhafte Abwesenheit eines wesentlichen Theiles, der Mangel, und dieser fehlende Theil selbst. Der Defect eines Buches, einer Rechnung u. s. f. Daher defectiren, in Rechnungssachen, den Defect in einer Rechnung zeigen.

[Bd. 1, Sp. 1433]



 
Artikelverweis Die
Defensiōn, plur. inus. ohne Noth aus dem Lat. Defensio, die Vertheidigung, besonders im Kriege. Daher die Defensions-Linie, die gerade Linie, nach welcher bey Vertheidigung eines Ortes das Geschütz gerichtet werden muß, die Streichlinie; der Defensioner, des -s, plur. ut nom. sing. in einigen Provinzen, die aus Bürgern und Bauern ausgelesene Mannschaft, ein Land im Falle der Noth zu vertheidigen, die Land-Miliz.
 
Artikelverweis 
Defensīv, adj. et adv. aus dem Lat. defensivus, vertheidigungsweise. Defensiv gehen, bloß vertheidigend, im Gegensatze des offensiv. Ein defensiver Krieg, worin man sich bloß vertheidiget, oder welcher bloß zur Vertheidigung unternommen wird. Die Defensív-Allianz, das Vertheidigungsbündniß.
 
Artikelverweis Das
Defilē, (um der Bezeichnung des Tones willen vielleicht richtiger Defileh,) des -es, plur. die -e, aus dem Französ. Defilé, ein enger Weg, wo nur wenige neben einander gehen können; ein Hohlweg. Daher defiliren, bey den Armeen, in Zügen, d. i. wenige Mann hoch, marschiren, zum Unterschiede von dem Marsche in einer langen Reihe.
 
Artikelverweis 
1. Der Dêgen, des -s, plur. ut nom. sing. ein bekanntes Seitengewehr, welches aus einer langen schmalen Klinge und einem Gefäße bestehet, in einer Scheide an der Seite getragen wird, und so wohl zur Bezeichnung eines Vorzuges, als auch zur Beschützung dienet; zum Unterschiede von einem Dolche, Schwerte, Säbeln u. s. f. Eigentlich dienet dieses Gewehr nur zum Stechen; wenn es aber auch zum Hauen bestimmt ist, so bekommt es gemeiniglich den Nahmen eines Haudegens. Ein Stoßdegen, Raufdegen, Galanterie-Degen, Felddegen u. s. f. Einen Degen tragen. Zu dem Degen greifen. Den Degen ziehen. Seinem Gegner in den Degen fallen. Den Degen verstehen, ihn zu führen wissen. An den Seidenhaspeln ist der Degen ein hölzernes Lineal, welches mit dem einen Ende in dem Laufrädchen stecket, an dem andern aber beweglich ist, und dazu dienet, daß die Faden auf dem Haspel neben einander, nicht aber über einander kommen; Franz. Vavient. Es wird auch der Laufstock genannt.
   Anm. Dag, Dacke, bedeutete ehedem, so wohl im Deutschen, als in den verwandten Mundarten, eine Spitze, ein zugespitztes Ding, wie unter andern auch aus dem Hochdeutschen Zacke, Nieders. Tacke erhellet. Dagues de cerf sind im Franz. die Zacken oder Spitzen an den Hirschgeweihen; Dague aber bedeutet in eben dieser Sprache, so wie das Ital. Daga, Schwed. Daggert, und Engl. Dagger, einen Dolch. Das Griech. θγα, mit einer Spitze versehen, und das Hebr. 05d305e705e8, durchstechen, kommen mit diesem Worte in dem Hauptbegriffe überein. S. Adelung Schwert.

 

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