Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Debel bis Decimāl (Bd. 1, Sp. 1428 bis 1429)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  Debel, S. Adelung Döbel.
 
Artikelverweis Das
Decanāt, des -es, plur. die -e, aus dem mittlern Latein. Decanatus, die Würde eines Decans und dessen Ehrenamt; ingleichen das ihm untergebene Gebieth, wie auch dessen Wohnung.
 
Artikelverweis Die
Decanēy, plur. die -en, aus dem mittlern Latein. Decania, ein Wort, welches in einigen Gegenden in eben den Bedeutungen üblich ist, in welchen andere Decanat gebrauchen; auch wohl die Dechaney.
 
Artikelverweis Der
Decānus, des Decani, plur. die Decani, oder der Decān, des -es, plur. die -e, aus dem Latein. Decanus, welches eigentlich einen Vorgesetzten über zehen Soldaten bedeutete, ein Vorgesetzter eines Collegii, es mag solches ein geistliches oder ein weltliches seyn, doch nur in einigen besondern Fällen. In den hohen Stiftern wird der nächste nach dem Propste in dem Kapitel der Decanus, noch öfter aber der Dechant, und in weiblichen Stiftern die Decanissinn genannt. S. dieses Wort. Auf Universitäten heißen die Vorgesetzten der Facultäten, und in einigen Gegenden auch die Aufseher über eine gewisse Anzahl Landpfarrer Decani. In der letzten Bedeutung stammet dieses Wort aus den mittlern Zeiten der Römischen Kirche der, wo nach Abschaffung der Chor- oder Landbischöfe, die Bischöfe ihren Sprengel in Decanare theileten, und jedem derselben einen Decanum vorsetzten. Bey den Handwerkern wurden ehedem auch wohl die Oberältesten und Obermeister Decani genannt. S. du Fresne Gloss. Kero übersetzet dieses Wort sehr buchstäblich durch Zehanninga.
 
Artikelverweis Der
Decêmber, des -s, plur. ut nom. sing. der zwölfte und letzte Monath im Jahre; nach dem Römischen Decembris, weil er bey ihnen der zehente war. Carl der Große gab ihm den Nahmen Heilmanoth oder Heilmonath, nachmahls ist aber die Benennung Christmonath üblicher geworden, weil das Christ- oder Weihnachtsfest in denselben fällt. Frisch führet auch den Nahmen Wolfsmonath an.
 
Artikelverweis Die
Dechanēy, plur. die -en, S. Adelung Decaney.
 
Artikelverweis Der
Dêchant, des -es, plur. die -e, so wie Decan, aus welchem Worte es auch entstanden ist. Besonders führet der Vorgesetzte eines Collegial-Stiftes diesen Nahmen. Bey den Kathedral-Stiftern hat derselbe noch den Bischof über sich. Zum Unterschiede von andern Dechanten wird er auch Dom-Dechane genannt. In den gemeinen Mundarten der mittlern Zeiten ist dieses Wort zuweilen in Dägen und Degen verstümmelt worden; im Niedersächsischen lautet es Deken, im Französ. Doyen, im Engl. Dean.
 
Artikelverweis Das
Dêchend, des -es, plur. die -e, eine Zahl von zehen, S. das folgende.
 
Artikelverweis Der
Dêcher, des -s, plur. ut nom. sing. eine Zahl von zehen. Im gemeinen Leben so wohl Ober- als Niederdeutschlandes werden verschiedene Sachen im Handel und Wandel nach Decherngezählet. Besonders pflegen die Lederarbeiter und Lederhändler

[Bd. 1, Sp. 1429]


die rohen und zubereiteten Felle decherweise zu verkaufen. Frisch behauptet, daß dieses Wort aus dem Latein. Decuria entstanden sey. Allein Kero gebraucht Dech noch für zehen, δεκα; die spätern Zeiten haben in dem Worte zehen erst den Zischlaut eingeführet. Decher kann also eben so gut von dech, zehen, gebildet seyn, als von zwey, drey, sechs, acht u. s. f. der Zweyer, Dreyer, Sechser, Achter geworden. Um deßwillen ist auch das männliche Geschlecht vorzuziehen, obgleich einige das Decher sagen. Aus diesem Deutschen haben vielmehr die mittlern Lateiner ihr Dacra gemacht. Im Nieders. lautet dieses Wort Dêker, im Dän. Deger, im Schwed. Deker. Im Oberdeutschen ist dafür auch das Dechend üblich.
 
Artikelverweis 
Dêchsel, S. Adelung Deichsel.
 
Artikelverweis 
Decimāl, ein Beywort aus dem Latein. decimalis, welches nur in einigen Zusammensetzungen in der Rechenkunst und Geometrie gebraucht wird. Der Decimal-Bruch, oder eine Decimal-Zahl, ein Bruch, dessen Nenner aus 10, 100, 1. 000 u. s. f. bestehet; die Decimal-Rechnung, die Rechnung mit solchen Brüchen oder Zahlen; der Decimal-Fuß, oder Decimal-Schuh, der in zehen Zolle getheilet wird, und der zehente Theil einer Ruthe ist, die daher auch die Decimal-Ruthe genannt wird; der Decimal-Zoll, der aus zehen Linien bestehet, u. s. f.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: