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Daumeneisen bis Davids-Gerste (Bd. 1, Sp. 1421 bis 1422)
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Artikelverweis Das Daumeneisen, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Bey den Drahtziehern, ein Eisen, welches den ganzen Daumen bis an die Hand bedecket, damit sie bey dem Zuschlagen der Löcher in den Zugeisen den Daumen nicht verletzen. 2) Zuweilen werden auch die Daumenschrauben mit diesem Nahmen beleget. An einigen Orten sind die Daumeneisen zugleich eine Art von Banden, womit die Daumen eines Verbrechers gefesselt werden. 3) Bey den Goldschmieden, ein Amboß, welcher wegen des einen Endes ein stumpfes Bechereisen ist, um an einem beynahe flachen Boden den Seitenrand darauf rund zu machen.
 
Artikelverweis Das
Daumenlêder, des -s, plur. ut nom. sing. ein Ring von starkem Leder, welchen die Schuster an dem Daumen der rechten Hand haben, den Draht beym Zuziehen um denselben zu schlingen; der Daumenring.
 
Artikelverweis Der
Daumenring, des -es, plur. die -e, S. das vorige.
 
Artikelverweis Die
Daumenschraube, plur. die -n, ein eisernes Schraubezeug, einem Missethäter in der Tortur die Daumen damit auf dem mittlern Gelenke zu schrauben, welches der erste Grad der Tortur ist; der Daumenstock, das Daumeneisen. Die Daumenschrauben anlegen, sie anlegen und zuschrauben, aber bald wieder nachlassen. Die Daumenschrauben zuschrauben, mit den Daumenstöcken vorstellen, mit den Daumenstöcken angreifen, mit welchen Ausdrücken der heftigste Grad dieser Tortur ausgedrucket wird.
 
Artikelverweis Der
Daumenstock, des -es, plur. die -stöcke, S. das vorige.
 
Artikelverweis Die
Daumenwêlle, plur. die -n, S. Adelung Daumen 3.
 
Artikelverweis Der
Däumling, des -es, plur. die -e. 1) Ein aus einem Handschuhe ausgeschnittener Daumen; ingleichen ein jeder Überzug über einen beschädigten Daumen; Nieders. Dümeling. 2) In dem Berg- und Mühlenbaue, kleine Hölzer an den Pochstämpeln,

[Bd. 1, Sp. 1422]


vermittelst welcher die Daumen oder Hebearme an der Daumenwelle die Stämpel in die Höhe heben. In einigen Gegenden werden auch die Kämme eines Kammrades Däumlinge genannt.
 
Artikelverweis Die
Daune, plur. die -n, S. Adelung Flaumfeder, und Dehnen.
 
Artikelverweis 
Dauren, S. Adelung Dauern.
 
Artikelverweis Das
Daus, des -es, plur. die Däuser, in der Deutschen Spielkarte, dasjenige Blatt, welches zwey Augen hat; ingleichen in dem Würfelspiele, diejenige Seite des Würfels, welche zwey Augen weiset. In beyden Fällen ist dieses Wort eine verderbte Aussprache des Franz. deux. In der Deutschen Karte ist Daus dasjenige, was in der Französischen das Aß ist. Wie ein Daus, wie ein Däuschen, im gemeinen Leben, niedlich, vortrefflich. Er ist geputzt wie ein Däuschen. In einem vermuthlich andern Verstande begleitet es wohl einen verwundernden Ausruf. Was der Daus! müssen die Leute mit einander vorhaben. In welchem Falle man auch wohl der Dausend und der Deutscher gebraucht. S. diese Wörter.
 
Artikelverweis Die
Davids-Gerste, plur. car. S. Davids-Korn.

 

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