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Darrhorde bis Darthun (Bd. 1, Sp. 1402)
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Artikelverweis Die Darrhorde, oder Darrhürde, plur. die -n, häselnen Ruthen oder Draht geflochtene Horden, auf welche das Malz bey dem Darren ausgebreitet wird.
 
Artikelverweis Das
Darrkrätz, S. Darrgekrätz.
 
Artikelverweis Der
Darrling, des -es, plur. die -e, in den Schmelzhütten, dasjenige Kupfer, welches von den Kienstöcken in dem Darrofen zurück bleibet, gedorretes Kupfer; Darrkupfer, durch eine verdorbene Aussprache auch ein Dorn, in den Oberdeutschen Schmelzhütten ein Darndel, Därdl.
 
Artikelverweis Das
Darrmalz, des -es, plur. von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, auf der Darre zubereitetes Malz, zum Unterschiede von dem Luftmalze.
 
Artikelverweis Der
Darrofen, des -s, plur. die -öfen, ein jeder Ofen, worin ein anderer Körper gedarret, oder gedörret wird. In den Glashütten ist es ein Ofen, in welchem das Holz zum Glasschmelzen getrocknet wird, in den Schmelzhütten aber ein Ofen, worin die Kienstöcke, oder die geseigerten Erzkuchen durch eine stärkere Hitze ihres noch übrigen mit Silber vermischten Bleyes beraubet werden.
 
Artikelverweis Die
Darrsucht, plur. car. die Auszehrung des Leibes bey zarten Kindern; die Atrophie, die Dörrsucht. Daher darrsüchtig, adj. et adv. damit behaftet.
 
Artikelverweis Die
Darrwand, plur. die -wände, S. Adelung Darrblech 2.
 
Artikelverweis 
Darsêtzen, verb. reg. act. welches nur im Oberdeutschen und der höhern Schreibart der Hochdeutschen üblich ist, hinsetzen, vorsetzen. Du sollt die Speise und den Trank selbst darsetzen, Bel zu Babel V. 10. Ingleichen figürlich. Wenn ein Greuel der Verwüstung dargesetzet wird, Dan. 12, 11. Gut und Blut für einen darsetzen, wagen. Mit Darsetzung Gutes und Blutes. S. Adelung Dar.
 
Artikelverweis 
Darstêllen, verb. reg. act. vor Augen stellen, gegenwärtig machen.
   1) Eigentlich, körperlich vor Augen stellen. Und Abraham stellete dar sieben Lämmer, 1 Mos. 21, 28. Lasset sie ihre Zeugen darstellen, Es. 43, 9. Auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn, Luc. 2, 22. Jemanden in seiner Blöße darstellen, andern sichtbar machen. Sich einem darstellen, sich ihm vorstellen, sich ihm auf eine feyerliche Art zeigen.
   In diesem Augenblick stellt sich ein Hirt ihm dar,
   Wiel. 2) Figürlich, abbilden.
   So schön Selinde wirklich war,
   So schön und schöner noch stellt sie der Mahler dar,
   Gell. Ingleichen, dem Geiste auf eine lebhafte Art gegenwärtig machen. Der Dichter muß Handlungen und Leidenschaften darstellen.
   Die stell jetzt deinem Geiste dar,
   Gell.
   Die Liebe kennt ihr aus den Rittern,
   Die uns Cervantes dargestellt,
   Haged. So auch die Darstellung, welches auch die Art und Weise bezeichnet, wie ein Schriftsteller die vorgetragenen Sachen dem Geiste des Lesers gegenwärtig macht. Die Darstellung Christi im Tempel, zu deren Erinnerung ein besonderes Fest gefeyert wird, welches unter dem Nahmen der Reinigung Mariä am bekanntesten ist. S. Dar.
 
Artikelverweis 
Darstrêcken, verb. reg. act. welches im Oberdeutschen am üblichsten ist, aber doch auch zuweilen in der Hochdeutschen höhern Schreibart vorkommt, hinstrecken. Da sie es von ihm forderten streckte er die Hände dar, 2 Macc. 7, 10.
   Hier streckt ein Faun den vollen Becher
   Der Nymphe dar, die ihn zu küssen winkt,
   Wiel. Ingleichen figürlich, darbiethen. Der Leib und Gut für sein Volk dargestreckt, 2 Macc. 15, 30. Wie auch für darleihen. Einem Geld darstrecken, vorstrecken, leihen. So auch die Darstreckung. S. Dar.
 
Artikelverweis 
Darthun, verb. irreg. act. S. Adelung Thun. 1) * Eigentlich, darstellen, körperlich gegenwärtig machen; in welcher Bedeutung aber dieses Wort nicht üblich ist. 2) Figürlich und in engerer Bedeutung, die Wahrheit oder Falschheit einer Sache begreiflich machen. Ich kann es mit seinen eigenen Briefen darthun, daß mir Unrecht geschiehet. Etwas mit Zeugen darthun. Ingleichen, die Wahrheit oder Falschheit einer Sache durch Gründe deutlich machen, beweisen. Ich habe es ihm auf die unwidersprechlichste Art dargethan. In einer Decision des Administratoris des Erzbisthums Magdeburg von 1671 heißt es von diesem Worte: »Weil auch wegen des Wortes darthun viel Streit in denen Gerichten entstanden -so wird hiermit decidiret, daß im Fall einem per sententiam oder decretum etwas darzuthun auferlegt würde, hierdurch ein ordentlicher oder förmlicher Beweis, durch das Beybringen aber nur eine bloße Bescheinigung verstanden werde.«

 

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