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Darreichen bis Darrmalz (Bd. 1, Sp. 1400 bis 1402)
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Artikelverweis  Darreichen, verb. reg. act. welches in der anständigern und höhern Schreibart der Hochdeutschen für überreichen, ingleichen für das niedrige hinhalten gebraucht wird. Daß Hosea nicht darreichte Geschenke dem Könige zu Assyrien alle Jahr, 2 Kön. 17, 4. Und sie reichten ihm einen Groschen dar, Matth. 22, 19. Aus dem Vermögen, das Gott darreichet, Petr. 4, 11. Er reichte den Hals unerschrocken dar. Dann werde ich ruhig mein Haupt dem Tode darreichen, Sonnenf.
   Und reicht ihm eine Bittschrift dar,
   Gell. So auch die Darreichung.
   Anm. Darreichen bedeutet so viel als darbiethen, d. i. einem eine Sache, die man ihm geben will, hinhalten. Beyde schließen die Annehmung noch nicht mit ein. Die Figur, 2 Pet. 1, 5. Reichet dar in eurem Glauben Tugend, und in der Tugend Bescheidenheit, ist ungewöhnlich. S. Adelung Dar.
 
Artikelverweis 
Darren, verb. reg. act. in besondern Öfen dürre machen, dörren. 1) Eigentlich. Malz darren, das Getreide vermittelst des Dörrens auf der Darre zu Malz machen. Obst, Flachs, Hopfen darren, es auf der Darre trocknen. 2) Figürlich, in den Schmelzhütten, das Kupfer darren, die geseigerten Erzkuchen, welche nunmehr Kienstöcke genannt werden, durch ein noch stärkeres Feuer zwingen, alles noch übrige mit Silber vermischte Bley herzugeben, welches in besondern Darröfen geschiehet.

[Bd. 1, Sp. 1402]



   Anm. Darren ist in den gemeinen Mundarten so viel als in den anständigern dörren. Indessen ist diese Form schon alt. Tharan und irtharan gebraucht schon Ottfried für trocken machen, durch Hitze oder Dürre auszehren:
   Ther thiz Lant so tharta, der dieß Land so dürre machte, B. 3, Kap. 12, V. 27. Die Isländer sagen gleichfalls thaerra. S. Adelung Dörren.
 
Artikelverweis Der
Darrenstaub, des -es, plur. car. in der Brauerey, dasjenige, was von dem fertigen Malze vor dem Schroten durch Sieben abgesondert wird, und aus Staub, Spreu u. s. f. bestehet.
 
Artikelverweis Das
Darrfieber, plur. inus. im gemeinen Leben, ein mit der Auszehrung verbundenes Fieber; ein auszehrendes Fieber.
 
Artikelverweis Das
Darrgekràtz, des -es, plur. car. in den Schmelzhütten, dasjenige, was bey dem Darren der Kienstöcke von denselben abfällt; das Darrkrätz, das Darrofenzeug.
 
Artikelverweis Das
Darrgêld, des -es, plur. von mehrern Summen, die -er, an einigen Orten, die Abgabe, welche der Obrigkeit für die Freyheit, Malz zu machen, gegeben werden muß.
 
Artikelverweis Das
Darrhaus, des -es, plur. die -häuser, ein Haus, worin Malz, Obst, Flachs u. s. f. gedarret wird; die Darre.
 
Artikelverweis Die
Darrhorde, oder Darrhürde, plur. die -n, häselnen Ruthen oder Draht geflochtene Horden, auf welche das Malz bey dem Darren ausgebreitet wird.
 
Artikelverweis Das
Darrkrätz, S. Darrgekrätz.
 
Artikelverweis Der
Darrling, des -es, plur. die -e, in den Schmelzhütten, dasjenige Kupfer, welches von den Kienstöcken in dem Darrofen zurück bleibet, gedorretes Kupfer; Darrkupfer, durch eine verdorbene Aussprache auch ein Dorn, in den Oberdeutschen Schmelzhütten ein Darndel, Därdl.
 
Artikelverweis Das
Darrmalz, des -es, plur. von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, auf der Darre zubereitetes Malz, zum Unterschiede von dem Luftmalze.

 

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