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Darób bis Darrfieber (Bd. 1, Sp. 1400 bis 1402)
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Artikelverweis * Darób, eine völlig Oberdeutsche Partikel, 1) für darüber. Sie werden ein gnädiges Gefallen darob haben. Sein darob gehabter Abscheu.
   Drob wir bestürzet werden sollen,
   Opitz. Ohne Zweifel ist es nur aus Noth geschehen, wenn einige Hochdeutsche Dichter diese fremde Partikel mit eingeschoben haben.
   Der Mutter schaudert drob in ihrem Grabe,
   Schleg.
   Wien zittere darob,
   Gleim. 2) Für daraus. Ihr werdet darob ersehen u. s. f. In beyden Fällen ist sie Hochdeutschen Ohren ein Ärgerniß, außer in dem Niedrig-Komischen, wo sie wie alle ähnliche Wörter ihre Wirkung thut. Des Ritters Heldenmähre entsatzte sich darob so sehr. Ottfried gebraucht drof so wohl für daher, als auch für davon.
 
Artikelverweis 
Daroben, S. Adelung Droben.
 
Artikelverweis Der
Darrbalken, oder Dörrbalken, des -s, plur. ut nom. sing. in den Malzdarren, Balken oder eiserne Stäbe, worauf die Darrbreter liegen. Ähnliche Lager auf den Darröfen in den Schmelzhütten führen gleichfalls diesen Nahmen.
 
Artikelverweis Das
Darrband, S. Adelung Dörrband.
 
Artikelverweis Das
Dárrblếch, oder Drrblếch, des -es, plur. die -e. 1) In den Malzdarren, durchlöcherte Bleche, worauf das Getreide gedarret wird. 2) In den Schmelzhütten, die blecherne Thür vor dem Darrofen; die Darrwand.
 
Artikelverweis Das
Darrbrêt, oder Dörrbret, des -es, plur. die -er, in den Malzdarren, durchlöcherte Breter, deren man sich zuweilen statt der Darrbleche bedienet, das Malz darauf zu darren.
 
Artikelverweis Die
Darre, plur. die -n, von dem Zeitworte darren, oder dörren. 1) Die Handlung des Dörrens, ohne Plural. Die Darre des Malzes, des Obstes vornehmen. Die Darre ist dieß Mahl schlecht gerathen. 2) Ein Ofen, so wohl das Getreide zu Malze, als auch Obst, Hopfen, Flachs, Tobak u. s. f. zu dörren oder zu darren; ingleichen das Gebäude, in welchem sich ein solcher Ofen befindet; das Darrhaus. 3) Eine Krankheit der Thiere und Gewächse, welche mit einem Ausdorren der Säfte verbunden ist, und bey dem Menschen die Auszehrung, die Schwindsucht genannt wird. Doch nennet man die Schwindsucht bey den Kindern im gemeinen Leben gleichfalls die Darre; S. Adelung Darrsucht. Bey den Pferden heißt diese Krankheit auch das Feuer, S. dieses Wort. Am üblichsten ist diese Benennung von einer gewissen Krankheit der Vögel, welche mit einem Geschwüre über dem Schwanze verbunden ist, welches gleichfalls den Nahmen der Darre führet; S. Dürrmaden. Bey den Bäumen bestehet die Darre in einer Austrocknung, da denn die Schale abfällt und der Baum wurmstichig und dürr wird.
 
Artikelverweis 
Darreichen, verb. reg. act. welches in der anständigern und höhern Schreibart der Hochdeutschen für überreichen, ingleichen für das niedrige hinhalten gebraucht wird. Daß Hosea nicht darreichte Geschenke dem Könige zu Assyrien alle Jahr, 2 Kön. 17, 4. Und sie reichten ihm einen Groschen dar, Matth. 22, 19. Aus dem Vermögen, das Gott darreichet, Petr. 4, 11. Er reichte den Hals unerschrocken dar. Dann werde ich ruhig mein Haupt dem Tode darreichen, Sonnenf.
   Und reicht ihm eine Bittschrift dar,
   Gell. So auch die Darreichung.
   Anm. Darreichen bedeutet so viel als darbiethen, d. i. einem eine Sache, die man ihm geben will, hinhalten. Beyde schließen die Annehmung noch nicht mit ein. Die Figur, 2 Pet. 1, 5. Reichet dar in eurem Glauben Tugend, und in der Tugend Bescheidenheit, ist ungewöhnlich. S. Adelung Dar.
 
Artikelverweis 
Darren, verb. reg. act. in besondern Öfen dürre machen, dörren. 1) Eigentlich. Malz darren, das Getreide vermittelst des Dörrens auf der Darre zu Malz machen. Obst, Flachs, Hopfen darren, es auf der Darre trocknen. 2) Figürlich, in den Schmelzhütten, das Kupfer darren, die geseigerten Erzkuchen, welche nunmehr Kienstöcke genannt werden, durch ein noch stärkeres Feuer zwingen, alles noch übrige mit Silber vermischte Bley herzugeben, welches in besondern Darröfen geschiehet.

[Bd. 1, Sp. 1402]



   Anm. Darren ist in den gemeinen Mundarten so viel als in den anständigern dörren. Indessen ist diese Form schon alt. Tharan und irtharan gebraucht schon Ottfried für trocken machen, durch Hitze oder Dürre auszehren:
   Ther thiz Lant so tharta, der dieß Land so dürre machte, B. 3, Kap. 12, V. 27. Die Isländer sagen gleichfalls thaerra. S. Adelung Dörren.
 
Artikelverweis Der
Darrenstaub, des -es, plur. car. in der Brauerey, dasjenige, was von dem fertigen Malze vor dem Schroten durch Sieben abgesondert wird, und aus Staub, Spreu u. s. f. bestehet.
 
Artikelverweis Das
Darrfieber, plur. inus. im gemeinen Leben, ein mit der Auszehrung verbundenes Fieber; ein auszehrendes Fieber.

 

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