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Darmstrênge bis Darrbrêt (Bd. 1, Sp. 1399 bis 1400)
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Artikelverweis Die Darmstrênge, plur. inus. ein heftiger Schmerz in den Gedärmen; die Kolik.
 
Artikelverweis Das
Darmweh, des -es, plur. car. im gemeinen Leben, ein jeder Schmerz in den Gedärmen; S. Adelung Kolik.
 
Artikelverweis Der
Darmwurm, des -es, plur. die -würmer, eine allgemeine Benennung aller derjenigen Würmer, welche sich in den Därmen der Menschen und Thiere aufhalten.
 
Artikelverweis 
Dārnach und Darnāch, adv. demonstrativo-relativ. für nach diesem, nach dieser, nach demselben, nach derselben. Es ist,
   1. Ein Demonstrativum, welches den Ton auf der ersten Sylbe hat, und begleitet alsdann, 1) das Ziel einer Bewegung, einer Bemühung, oder eines Verlangens. Die Tugend gehet über alles, darnach strebe. Darnach hast du nicht zu fragen. Trachte nicht nach Reichthum, trachte vielmehr darnach, daß dich jedermann für rechtschaffen halte. 2) Eine Vorschrift, ein Muster. Die Regel ist gut, darnach kannst du dich immer richten. Es gibt noch tugendhafte Beyspiele in der Welt, darnach richte dich.
   2. Ein Demonstrativo-Relativum, welches den Ton auf der letzten Sylbe hat. Es bedeutet, 1) gleichfalls das Ziel einer Handlung, oder eines Verlangens. Und sie trachteten darnach, wie sie ihn griffen, Matth. 21, 46. Ich begehre deine Gebothe, denn mich verlanget darnach, Ps. 119, 131. Er ringet,

[Bd. 1, Sp. 1400]


läuft, strebt darnach. Seufze nicht darnach, du bekömmst es doch nicht. Wie entfernt ist oft das, wornach wir uns am brünstigsten sehnen, von dem, warum wir uns darnach sehnen, von der Glückseligkeit! Er fraget nichts darnach, er achtet es nicht. 2) Eine Vorschrift, ein Muster. Ich habe es dir ja vorgeschrieben, warum richtest du dich nicht darnach? Du weißt das Geboth, und thust doch nicht darnach. 3) Eine Beschaffenheit, die Art und Weise einer Handlung, das Verhältniß der Wirkung zu der Ursache, besonders im gemeinen Leben. Die Waare ist nicht theuer, aber sie ist auch darnach, ihr Werth ist ihrem geringen Preise gemäß. Ich wollte ihn gerne befördern, aber er ist nicht darnach, er ist nicht so beschaffen, daß man ihn befördern kann. Seine Kräfte sind nicht darnach, (sind nicht so beschaffen,) daß er die Cur aushalten könnte. Er könnte etwas bessers seyn, wenn er darnach gelebt hätte. Sauer sollte die Traube seyn? sie siehet mir doch nicht darnach aus. Sie machen es darnach, daß man ihnen nicht gut seyn kann. Du hast es darnach gemacht, daß dich jedermann hassen muß. Er hat schlechten Credit, aber seine Sachen stehen auch darnach. Das ist auch der Mensch darnach, der mich ausstechen sollte. Es lässet sich nicht darnach an, daß es wohlfeiler werden wollte. Darnach der Mann ist, bratet man ihm den Vogel, so wie er beschaffen ist. Darnach die Zeiten seyn werden. 4) Eine Ordnung, eine Zeitfolge, hernach. Gleich darnach, bald darnach, kurz darnach, lange darnach, nicht lange darnach. Wenn die Zeit vermittelst eines Substantives ausgedrucket wird, so stehet dieses in der vierten Endung, und darnach tritt hinter dasselbe. Eine Stunde darnach, sechs Wochen darnach, vier Jahre darnach. In dieser Bedeutung nimmt es zuweilen die Gestalt eines fortsetzenden Bindewortes an, welches den Nominativ hinter das Zeitwort wirft. Adam ist am ersten gemacht, darnach Heva, 1 Timoth. 2, 13. Er ging plötzlich weg, darnach sahe ich ihn nicht weiter. Wir gingen in die Kirche, darnach gingen wir spazieren.
   Anm. 1. Für daar na sagen viele Niedersachsen auch den darna und do darna, und zusammen gezogen dennerna, doorna. Dieß verleitet auch einige Hochdeutsche Schriftsteller, das da zu verdoppeln, welches doch bey allen Wörtern dieser Art ein Fehler ist. Da fragt er viel darnach, Gottsch. Auch für das Relativum wornach oder wonach kann dieses Wort der Regel nach nicht stehen. Das Erbe, darnach man zuerst sehr eilet, Sprichw. 20, 21.
   Anm. 2. Dieses Wort ist die einzige Partikel dieser Art, wo das dar vor einem Consonanten auch im Hochdeutschen allgemein geblieben ist. Die Ursache davon lässet sich nicht angeben, vermuthlich ist ein bloßes Ungefähr Schuld daran. Bey den Fränkischen und Alemannischen Schriftstellern kommt diese Partikel sehr frühe, so wohl in Beziehung auf eine Sache, als auch auf eine Zeit vor. Bey dem Kero heißt sie danan, danaan, bey dem Ottfried thanana, bey Isidors Übersetzer dhar after, bey dem Notker dara nah, bey dem Willeram tharnah, darenah, und bey den Schwäbischen Dichtern dar nach.
 
Artikelverweis 
Darnieder, S. Adelung Danieder.
 
Artikelverweis *
Darób, eine völlig Oberdeutsche Partikel, 1) für darüber. Sie werden ein gnädiges Gefallen darob haben. Sein darob gehabter Abscheu.
   Drob wir bestürzet werden sollen,
   Opitz. Ohne Zweifel ist es nur aus Noth geschehen, wenn einige Hochdeutsche Dichter diese fremde Partikel mit eingeschoben haben.
   Der Mutter schaudert drob in ihrem Grabe,
   Schleg.
   Wien zittere darob,
   Gleim. 2) Für daraus. Ihr werdet darob ersehen u. s. f. In beyden Fällen ist sie Hochdeutschen Ohren ein Ärgerniß, außer in dem Niedrig-Komischen, wo sie wie alle ähnliche Wörter ihre Wirkung thut. Des Ritters Heldenmähre entsatzte sich darob so sehr. Ottfried gebraucht drof so wohl für daher, als auch für davon.
 
Artikelverweis 
Daroben, S. Adelung Droben.
 
Artikelverweis Der
Darrbalken, oder Dörrbalken, des -s, plur. ut nom. sing. in den Malzdarren, Balken oder eiserne Stäbe, worauf die Darrbreter liegen. Ähnliche Lager auf den Darröfen in den Schmelzhütten führen gleichfalls diesen Nahmen.
 
Artikelverweis Das
Darrband, S. Adelung Dörrband.
 
Artikelverweis Das
Dárrblếch, oder Drrblếch, des -es, plur. die -e. 1) In den Malzdarren, durchlöcherte Bleche, worauf das Getreide gedarret wird. 2) In den Schmelzhütten, die blecherne Thür vor dem Darrofen; die Darrwand.
 
Artikelverweis Das
Darrbrêt, oder Dörrbret, des -es, plur. die -er, in den Malzdarren, durchlöcherte Breter, deren man sich zuweilen statt der Darrbleche bedienet, das Malz darauf zu darren.

 

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