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Darlage bis Darmfêll (Bd. 1, Sp. 1398 bis 1399)
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Artikelverweis Die Darlage, plur. die -n, eine Sache, welche dargeleget wird, besonders aber Geld zu bezeichnen, welches bezahlet wird. In den Gerichten wird die Bezahlung der aufgelaufenen Unkosten, und in dem Berg auf die Zubuße, zuweilen die Darlage genannt.
 
Artikelverweis 
Darlêgen, verb. reg. act. welches im Hochdeutschen nur zuweilen in der höhern Schreibart vorkommt, vorlegen, hinlegen. Lege das dar, vor meinen und deinen Brüdern, daß sie zwischen uns beyden richten, 1 Mos. 31, 37. In dem weiten und fetten Land, das du ihnen dargeleget hast, Nehem. 9, 35. Und legt dar alles Gut in seinem Haus, Sprichw. 6, 31. Ich aber will fast gerne darlegen und dargeleget werden für eure Seelen, 2 Cor. 12, 15. Mit Gründen darlegen, beweisen, darthun. So auch die Darlegung.
 
Artikelverweis Das
Darlehen, des -s, plur. ut nom. sing. im Oberdeutschen die Darleihe, plur. die -n, dasjenige, was man einem andern lehnet oder leihet, besonders Geld. Einem ein Darlehen geben. Jemanden um ein Darlehen ersuchen. Ein Darlehen, oder eine Darleihe auf Pfänder. S. das folgende. In Baiern ist für Darlehen auch Darschuß üblich.
 
Artikelverweis 
Darlehnen, verb. reg. act. im Oberdeutschen darleihen, verb. irreg. act. (S. Adelung Leihen,) lehnen oder leihen, besonders Geld leihen. Einem eine Summe Geldes darleihen, oder darlehnen. S. Lehnen und Leihen. Daher die Darleihung oder Darlehnung, ingleichen der Darleiher, der einem andern etwas leihet.
 
Artikelverweis Der
Darm, des -es, plur. die Därme, Diminut. das Därmchen, Oberdeutsch Därmlein, diejenigen häutigen Röhren in den thierischen Körpern, welche den Nahrungssaft weiter befördern, und das Untaugliche aus dem Körper abführen. 1) Eigentlich. Das Reißen in den Därmen haben. Der feiste Darm, S. Adelung Fettdarm. Der große Darm, S. Mastdarm. Der leere Darm, der mehrentheils leer gefunden wird; Intestinum jejunum. Der krumme Darm, der unter dem Nabel liegt, bis zum untern Schmerbauche gehet, und unter allen der längste ist; Intestinum ilium. Der blinde Darm, dessen unterer Theil verschlossen ist; Intestinum coecum. 2) Uneigentlich, obgleich nach einer niedrigen Figur, Darmsaiten.
   Und wo ich glauben soll, so hör ich auf den sanften Därmen
   Die Gratien im Circul schwärmen,
   Günth. Anm. Darm, Nieders. Daarm, lautet bey dem Raban Maurus Darm, im Angels. Thearm, im Isländ. Tharm, im Schw. Tarm. Im Oberdeutschen lautet der Plural auch die Darme, und in andern gemeinen Mundarten, nach dem Muster der Niedersachsen, die Därmer. Eine Sammlung aller Därme in einem Körper heißet das Gedärm.
 
Artikelverweis Die
Darmbêêre, plur. die -n, ein Nahme, welcher an einigen Orten auch der Frucht des Sperberbaumes oder der Arlesbeere gegeben wird, und vermuthlich aus dem Latein. Crataegus torminalis gebildet ist. S. Adelung Arlesbeere und Elsebeerbaum.

[Bd. 1, Sp. 1399]



 
Artikelverweis Das
Darmbein, des -es, plur. die -e, in der Zergliederungskunst, der unterste Theil des Hüftbeines oder ungenannten Beines, an welchem der krumme Darm anlieget; Os ilium oder ilii. Daher das Darmbeinmäuslein, ein Mäuslein, welches an der inwendigen Seite des Darmbeines entspringet, und dessen Höhle mit ausfüllet; Musculus iliacus.
 
Artikelverweis Die
Darmbeitze, plur. von mehrern Arten, die -n, bey den Saitenmachern, eine Lange, den Schleim damit von den Därmen zu beitzen.
 
Artikelverweis Der
Dármbrúch, des -es, plur. die -brche, ein Bruch des Darmfelles in der Gegend des Schooßes; Enterocele, bey dem Viehe der Weidebruch. S. Adelung Bruch.
 
Artikelverweis Die
Darmdrüse, plur. die -n, kleine Drüsen, welche in großer Menge an den Därmen befindlich sind, deren Nutzen aber noch unbekannt ist.
 
Artikelverweis Das
Darmfêll, des -es, plur. die -e, die dünne, weiche und zarte Haut, welche alle innere Theile des Unterbauches umgibt; Peritonacum.

 

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