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Dankbegierig bis Dann (Bd. 1, Sp. 1386 bis 1388)
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Artikelverweis  Dankbegierig, -er, -ste, adj. et adv. Dankbegierde habend. Ein dankbegieriges Gemüth.
 
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Der Dankchor, des -es, plur. die -chöre, in dem zweyten Tempel der Juden, ein Chor derjenigen Priester und Leviten, welche zur Absingung der Danklieder bestimmt waren; Nehem. 12, 31. 38. 40. S. Adelung Chor.
 
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Danken, verb. reg. welches, wenn man die veralteten Bedeutungen mit in Rechnung bringt, in einer doppelten Gattung vorkommt.
   I. * Als ein Neutrum, in welcher Gattung es ehedem gefallen bedeutete. Nistes uuight in thanke, ihm gefällt nichts, sagt noch Ottfried. Aus diesser längst veralteten Bedeutung erhellet, daß dieses Verbum zunächst von dem alten nordischen taeck, teg. thaegr, angenehm, schön, abstammet, welches noch im Schwedischen,
   Wallisischen und Isländischen üblich ist. S. Adelung Dank, Anm. Das Nieders. tanger, munter, frisch, lebhaft, gehöret vermuthlich auch hierher.
   II. Als ein Activum, in welcher Gestalt es nur noch allein üblich ist, bedeutet es:
   1. * Sein Gefallen über etwas an den Tag legen, loben, rühmen. Githanktu ermo harto theroselbon uuorto, er lobte ihn sehr wegen dieser Worte, Ottfr. Thaz thu unsih muazis thankon, daß du uns müssest loben, ebend. In der Deutschen Bibel bedeutet Gott danken oft nur ihn preisen, seinen Ruhm verkündigen; außer dem aber ist es in dieser Bedeutung veraltet.

[Bd. 1, Sp. 1387]



   2. * Sein Gefallen über eine gute Handlung thätig erweisen, belohnen, vergelten. Thaz thir es Gott githanko, Ottfr. daß Gott es dir vergelte. In der Sprache des niedrigen Umganges höret man noch jetzt zuweilen, dank dirs Gott, für, Gott vergelte es dir.
   3. Wohlgefallen über und Gegenliebe für eine empfangene Wohlthat an den Tag legen. 1) Eigentlich, durch Worte, Dank sagen; mit dem Dative der Person. Einem danken. Einem für etwas danken. Gott sey gedankt! im gemeinen Leben. Er dankte mir mit der rührendsten Empfindung. Ich weiß nicht Worte zu finden, ihnen dafür gehörig zu danken. 2) Einem etwas zu danken haben, ihm dafür Dank schuldig seyn, und in weiterer Bedeutung, es von ihm empfangen haben, ihn als den Urheber davon erkennen. Dieses habe ich dir allein zu danken. Er hat es sich selbst zu danken, daß er unglücklich ist, er ist selbst Schuld daran. Die Liebe war mir sonst angenehm, weil ich sie ihrem Werthe zu danken hatte, Gell. Wofür man zuweilen mit Auslassung des haben, auch nur saget, einem etwas danken. Ich danke es dem Herren Richard und seiner Arzeney, daß ich wieder gesund bin, Gell.
   Sie weiß, was sie dir dankt, was ich dir schuldig bin,
   Weiße, was sie dir zu danken hat.
   Wem dank ich dieß Leben,
   Dieß bessere Leben?
   Wem dank ich den Sohn?
   Raml. 3) Für einen Gruß danken, wieder grüßen, da es denn auch von dem bloßen Danken durch Geberden gebraucht wird. Ich grüßte ihn, aber er dankte mir nicht. 4) Im täglichen Umgange wird dieses Wort auch zuweilen gebraucht, wenn man etwas auf eine höfliche oder auch auf eine spöttliche Art abschlagen will. Ich danke dafür, d. i. nehme es nicht an. Man trug ihm das Amt auf, allein er dankte dafür. Ich danke für deine Geschenke. 5) Absolute gebraucht man es im Kirchenstyle von der Danksagung auf der Kanzel. Der Geistliche dankt für eine Wöchnerinn, wenn er ihre glückliche Entbindung zur Danksagung gegen Gott meldet.
   Anm. Danken, bey dem Ottfried thankan, bey dem Willeram dankan, Angels. thencian, Engl. to thank, lautet im Schwed. tacka. S. Adelung Dank. Gemeiniglich leitet man es von denken her. Es kann seyn, daß beyde Wörter nur Ein gemeinschaftliches Stammwort haben; allein danken scheinet nicht zunächst von denken herzukommen, vielmehr ist der Begriff des Angenehmen, des Wohlgefallens, allem Ansehen nach, der erste und herrschende in demselben, und da ist es mit dem Schwed. tigga, dem Engl. to take, dem Griech. δεκομαι, nehmen, genau verwandt. S. Danknehmig; denn daß das n hier nicht mit in Rechnung kommen könne, ist schon bey dem Worte Dank angemerket worden. Die Wortfügung mit der zweyten Endung, ich danke dir deß, ist Oberdeutsch, und im Hochdeutschen veraltet. Obgleich dieses Wort in seiner heutigen Bedeutung ein wirkliches Activum ist, so ist es doch im Passivo nicht gebräuchlich, außer etwa impersonaliter, mir wurde gedankt, es wurde auf der Kanzel für eine Wöchnerinn gedankt; in welchem Falle aber auch die meisten Neutra unpersönlich gebraucht werden können.
 
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Das Dankfêst, des -es, plur. die -e, ein zur feyerlichen Danksagung gegen Gott verordnetes Fest. Ein Dankfest halten, feyern.
 
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Das Dankgebêth, des -es, plur. die -e, ein Gebeth, worin man Gott für empfangene Wohlthaten Dank saget.

[Bd. 1, Sp. 1388]



 
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Das Danklied, des -es, plur. die -er, ein Lied, in welchem man Gott danket.
 
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* Danknêhmig, adj. et adv. welches nur noch im Oberdeutschen üblich, im Hochdeutschen aber veraltet ist. Es bedeutet, 1) angenehm. Danknehme Dienste, angenehme Dienste, in einer Urkunde des Kaisers Rupert, bey dem Schilter. In welcher Bedeutung noch der erste und eigentliche Sinn des Wortes Dank zum Grunde lieget; S. Adelung Dank und Danken. 2) Dankbar. Ein Danknehmiges Gemüth. So auch die Danknehmigkeit. Das Schwed. tacknaemlig bedeutet gleichfalls angenehm.
 
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Das Dankopfer, des -s, plur. ut nom. sing. in dem Gottesdienste der ehemaligen Juden, ein Opfer, welches aus Dankbarkeit für die von Gott empfangenen Wohlthaten gebracht wurde. Figürlich, auch ein jedes Dankgebeth oder Danklied.
 
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Danksagen, ein unbillig aus der R. A. Dank sagen zusammen gezogenes Verbum. Du danksagest wohl sein, 1 Cor. 14, 17. Und danksaget dem Vater, Col. 1, 12, wofür in andern Stellen richtiger saget Dank gefunden wird. Richtiger ist das Substantiv die Danksagung, die Ausdrückung seiner Dankbarkeit durch Worte, weil von mehrern R. A. dergleichen zusammen gesetzte Substantiva üblich sind, z. B. die Grundlegung, u. a. m. Jemanden seine Danksagung abstatten. Eine Danksagung thun lassen, Gott in der Kirche für eine empfangene Wohlthat danken lassen.
 
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Dankvergêssen, adj. et adv. den Dank, den man andern schuldig ist, vergessend. Ein dankvergessener Mensch.
 
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Dann, adv. demonstrat. eine Zeit, oder Ordnung anzudeuten. 1) Eine Zeit, da es das wenn entweder ausdrücklich oder doch versteckt, entweder vor oder nach sich hat. Dann, wenn ich dich sehe, will ich es dir geben. Die Jugend ist am seltensten glücklich, selbst dann, wenn sie glaubet, sehr glücklich zu seyn, Dusch. Wenn ich zurück sehe, dann ists als hätte ich nur einen langen Frühling gelebt, Geßn.
   Ja stürb ich auch zu ihren Füßen,
   Auch dann soll noch Lucinde wissen,
   Daß sie mein zärtlich Herz verehrt,
   Gell. Hierher gehöret auch das im gemeinen Leben so übliche dann und wann, d. i. zuweilen, mit abwechselnden Zwischenzeiten; wofür Willeram etesuuanne unde etesuuanne gebraucht, im Niedersächsischen aber echt und echt, und im Dän. nu og da üblich ist. Canitz scheinet diese R. A. für bloß Märkisch gehalten zu haben, wenn er sagt:
   So lange dann und wann und Spinde Märkisch ist;
   allein sie ist wenigstens in ganz Obersachsen gänge und gebe. 2) Der Ordnung. Erst müssen wir lernen und dann reden. Anm. Dann ist freylich die Oberdeutsche Form der Partikel denn. Allein so fern sie als ein Nebenwort der Zeit und Ordnung gebraucht wird, ist sie in der höhern und edlern Schreibart der Hochdeutschen schon allgemein geworden. Nur hüthe man sich, dann für das Bindewort denn, oder für das fragende, vergleichende und ausschließende Nebenwort denn zu gebrauchen, wie im Oberdeutschen sehr gewöhnlich ist. Oft gebraucht man dafür das verlängerte alsdann oder alsdenn, S. dasselbe, ingleichen Sodann. In dem alten Vertrage der Könige Ludwig und Lothars um das Jahr 840 lautet dieses Nebenwort schon thane, bey dem Übersetzer Isidors dhanne, bey dem Ottfried thanne, bey dem Kero hingegen denne. Das Angels. thaenne, donne, das Engl. then, Holländ. don, und Latein. tunc haben gleiche Bedeutung. S. Denn.

 

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