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Damwildbrêt bis Dankamt (Bd. 1, Sp. 1383 bis 1386)
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Artikelverweis Das Damwildbrêt, des -es, plur. inus. ein Collectivum, so wohl die Damhirsche als auch Damthiere mit Einem Worte, oder auch ohne Bestimmung des Geschlechtes auszudrucken. Sechs Stück Damwildbret.
 
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Danêben, adv. demonstrat. relativ. für neben diesen, neben diesem, neben denselben, neben demselben. Es bezeichnet 1) Einen nahe an einem andern gelegenen Ort. Er wohnet gleich daneben. Lege es nur daneben. Etwas daneben gießen, neben den rechten oder bestimmten Ort, vorbey. 2) Einen Zusatz zu dem vorigen, da man es auch als ein Bindewort ansehen kann, für über dieß, zugleich. Er ist ein verständiger Mann, daneben verstehet er viele Sprachen. In dieser Bedeutung ist es nur im Oberdeutschen und in der Kanzelleyberedsamkeit üblich, wo es auch darneben, danebens, danebst lautet. Aber nun verlasset ihr euch auf Lügen darneben seyd ihr Diebe, Jer. 7, 8. Er hoffte aber darneben, daß ihm von Paulo sollte Geld gegeben werden, Apostelg. 24, 26. Im Hochdeutschen ist es veraltet, wenn gleich noch Rost singt:
   Ihr kleiner Schäferschurz
   Ward auch darneben
   Der warmen Mittagsluft zum Spielen übergeben.
 
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Der Danebrogs-Orden, des -s, plur. ut nom. sing. der Nahme eines Dänischen Ritterordens, ohne Plural. Ingleichen das Ehrenzeichen dieses Ordens, welches ein goldenes weiß emaillirtes Kreuz ist, und an einem weißen Bande mit einer rothen Einfassung getragen wird. Waldemar II. hat diesen Orden schon 1213 zur Ehre der Dänischen Hauptfahne gestiftet, welche den Nahmen Danabrok führete, und bey den Dänen ehedem in großer Achtung stand. Ihre vermuthet, daß die letzte Sylbe diese Nahmens das mittlere Latein. Barocium sey, welches bey dem Freher von einem Paniere gebraucht wird. Allein in des du Fresne Gloss. wird dieses Wort als ein Schreibfehler für Carrocium, der eigentlichen Benennung solcher Hauptfahnen, angesehen.
 
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Danbst, S. Adelung Daneben.
 
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Dängeln, S. Adelung Dengeln.
 
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Danieden, adv. demonstrativum, für dort unten, welches aber im Hochdeutschen veraltet ist. Die Stadt danieden, Es. 32, 19. Danieden im Pallast seyn, Marc. 14, 66.
 
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Danieder, ein Umstandswort des Ortes, für nieder, zu Boden, welches mit verschiedenen Verbis, besonders in der höhern Schreibart, gebraucht wird. Danieder fallen, zu Boden fallen. Mit einem Kinde danieder kommen, für niederkommen. Das

[Bd. 1, Sp. 1384]


Haus lieget völlig danieder, zu Boden, ist eingefallen. Krank darnieder liegen, bettlägerig seyn. Der Feind liegt völlig danieder, ist völlig entkräftet. Danieder schlagen, zu Boden schlagen; am häufigsten figürlich, für entkräften, muthlos machen. Soll ich dir mit Hoffnung schmeicheln, damit der unerwartete Streich dich ungewarnt danieder schlage? Dusch. Der Streich wird dir hart scheinen, womit das Verhängniß alle deine Hoffnungen danieder geschlagen hat, ebend.
   Weil das da hier keine begreifliche Beziehung auf einen bestimmten oder vorher genannten Ort hat, so hat es seine Stelle in dieser Zusammensetzung bloß der mehrern Ründe oder dem Nachdrucke zu danken. Darnieder, welches in der Deutschen Bibel häufig vorkommt, ist Oberdeutsch.
 
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1. * Der Dank, des -es, plur. die -e, ein veraltetes Wort von dem Verbo denken, welches ehedem einen Gedanken bedeutete. In solhen dannckchen reyt er weg, Theuerd.
   In den dannken sach er hergon
   Gegen im den tewerlichen Held,
   Theuerd. Kap. 18.
   Die Nacht hett er manchen dannck,
   Theuerd. Kap. 68. Vermuthlich hat man dieses Wort nachher veralten lassen, um die Zweydeutigkeit mit dem folgenden zu vermeiden. S. Gedank und Denken.
 
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2. Der Dank, des -es, plur. inus. das Hauptwort von dem Verbo danken. Die Stufen, durch welche dieses Wort zu seiner heutigen Bedeutung gelanget ist, sind merkwürdig, und verdienen angeführet zu werden. Es bedeutete,
   1. Die Eigenschaft einer Sache, nach welcher man sie gerne annimmt, Annehmlichkeit, Schönheit. Diese Bedeutung lässet sich nur muthmaßen; indessen kommen doch noch verschiedene Spuren derselben vor. S. die Anm. ingleichen Danknehmig.
   2. Der Zustand des Gemüthes, mit welchem man eine Sache gern annimmt, Wohlgefallen. Diese Bedeutung kommt in den mittlern Zeiten im Deutschen und in den heutigen verwandten Sprachen sehr oft vor. Gehorchet Hiskia nicht Thut mir zu Dank, und gehet zu mir heraus, Es. 56, 16. thut mir den Gefallen. Noch jetzt sagt man im gemeinen Leben: etwas zu Danke annehmen, d. i. mit Wohlgefallen. Man kann ihm nichts zu Danke machen, nichts so, daß es ihm gefiele. Es ist mir zu Danke bezahlet worden, so, daß ich damit zufrieden bin. Der Held dasselb zu Dannck nam an, Theuerd. Kap. 86.
   3. Willen, Einwilligung überhaupt.
   Sit ich si ane ir danc in minem herzen trage,
   Reinmar der Alte, d. i. wider ihren Willen.
   Tristan mueste sunder sinen dank
   Stere sin der kuniginne,
   Heinrich von Veldig. Sines thankes, freywillig, mit seinem Willen, und unthankes, wider seinen Willen, kommen bey dem Ottfried mehrmahls vor. Wenn aber bey ihm mines thankes und bey dem Notker Ps. 113. einen dank, umsonst bedeuten, so scheinen diese Redensarten bloß buchstäbliche Übersetzungen des Latein. gratis zu seyn. Im Deutschen ist die Bedeutung des Willens, der Einwilligung, gleichfalls noch nicht ganz veraltet, denn im gemeinen Leben hört man noch oft, etwas wider eines Dank thun, wider des Henkers Dank. Sie behauptete wider des Henkers Dank, daß das Angebinde von ihnen käme, Weiße. Er hat es im brande anen sinen dank verloren, in den Goslarischen Statuten B. 1. Tit. 1. Dodet en den anderen ane sinen dank, ebend. Act. 83.
   4. Die thätige Erweisung des Wohlgefallens über eine gute Handlung, die Belohnung. Thes er nu ane uuanc habet

[Bd. 1, Sp. 1385]


fora gote thanc, dafür er nun ohne Zweifel seinen Lohn vor Gott hat, Ottfr. Ist das der Dank für meine Treue? d. i. der Lohn, die Belohnung. Gibst du mir solchen Dank? Und wenn ihr euren Wohlthätern wohl thut, was Danks habt ihr davon? Luc. 6, 33, f. d. i. was für Belohnung von Gott.
   Da Freund, das ist der Dank, den man am Hofe gibt,
   Weiße. Besonders bedeutete dieses Wort ehedem bey den Thurnieren die Belohnung, die der Überwinder bekam, den Preis; in welchem Falle auch der Plural die Dänke nicht selten war.
   Ihr wisset, daß zwar ihrer viel
   In Schranken laufen an das Ziel,
   Doch einem der zuerste kömmt
   Ist einig nur der Dank bestimmt,
   Opitz. 5. Die Vergeltung einer empfangenen Wohlthat durch Worte, die Bezeigung der Erkenntlichkeit durch Worte, in welcher Bedeutung es gegenwärtig am üblichsten ist. Einem Dank sagen, für etwas Dank sagen. Dank für etwas abstatten. Ich statte ihnen tausendfachen Dank ab, daß sie mir so freundschaftlich geholfen haben. Einem Dank für etwas wissen, oder im gemeinen Leben, einem etwas Dank wissen, ihm Dank dafür sagen; wissen ist hier so viel als weisen, erweisen, S. Adelung Weisen und Wette. Vuizun thank, Ottfr. Des sol mir diu guote danc uuissen, Heinrich von Veldig. Ich weiß es dir schlechten Dank, daß du dieses gethan hast. Ich weiß allen Freunden, die mir zu dieser Heirath gerathen haben, schlechten Dank, Weiße. Wo doch das es beynahe nothwendig geworden ist. Die Wortfügung mit der zweyten Endung, ich weiß dir dessen schlechten Dank, ist Oberdeutsch. Dank mit etwas verdienen. Dank sey es seinem guten Naturelle, daß u. s. f. in welchem Falle Dank für das Mittelwort gedankt stehet. Gott sey Dank! eine im gemeinen Leben übliche Formel, wo Gott der Dativus ist. Dem Himmel sey Dank, ich denke ihr nunmehr den Verdacht benommen zu haben, Weiße. Bey ihm ist schlechter Dank zu hohlen, im gemeinen Leben. Dank mit etwas bey einem einlegen, ist eine widersinnige Art des Ausdruckes, die vermuthlich nach der R. A. Ehre mit etwas einlegen, gebildet worden. Dank anheben zum Gebeth, Neh. 11, 17. Dank opfern, Schmähworte für Dank geben, auf daß viel Danks geschehe u. s. f. sind biblische Arten des Ausdruckes, die im Hochdeutschen ungewöhnlich sind. Einem Dank haben. Anstatt mir Dank zu haben, Opitz, ist im Hochdeutschen gleichfalls veraltet.
   6. Lob, Ruhm, welche Bedeutung eine Fortsetzung der vorigen ist, weil sie empfangene Wohlthaten voraus setzet, aber außer der biblischen Schreibart wenig mehr vorkommt. Dir gebühret die Majestät Sieg und Dank, denn alles, was im Himmel und auf Erden ist, das ist dein, 1 Cor 30, 11. Und da die Thiere gaben Preis, und Ehre, und Dank, dem u. s. f. Offenb. 4, 9. Ich will den Nahmen Gottes loben mit einem Lied, und will ihn hoch ehren mit Dank, Ps. 69, 31.
   Anm. Dank lautet bey dem Ottfried und seinen Zeitgenossen Thanc, bey den Schwäbischen Dichtern aber schon Dank, im Angels. Thanc, und Engl. Thanks. Das n vor dem k ist kein Stammbuchstab, sondern der gewöhnliche Begleiter der Hauchlauter in den nieselnden Aussprachen. Daher fehlet es auch in andern Mundarten, welche die Hauchbuchstaben weniger durch die Nase aussprechen, wie in dem Schwed. Tack, welches so wohl Wohlgefallen, guten Willen, als auch Dank bedeutet, in dem Isländ. thaegr, angenehm schön, dem Griech. δεκτος, angenehm, und dem Böhmischen Diky, Dank. S. Adelung Danken. Die Zusammensetzungen

[Bd. 1, Sp. 1386]


Dankverbindung, Dankverpflichtung u. a. m. gehören in die Beredsamkeit der Kanzelleyen.
 
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Der Dánkaltār, des -es, plur. die -täre, ein zum Dankopfer bestimmter Altar.
   Und auf den Dankaltar geweihte Myrthen streun,
   Günth.
 
Artikelverweis 
Das Dankamt, des -es, plur. die -ämter, ein Wort, welches nur in der Deutschen Bibel vorkommt, wo es Nehem. 12, 8. das Amt derjenigen Leviten bezeichnet, welche zur Absingung der Danklieder bestimmt waren.

 

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