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Dämpfer bis Danebrogs-Orden (Bd. 1, Sp. 1382 bis 1383)
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Artikelverweis Der Dämpfer, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Ein Werkzeug, die Lichter damit auszulöschen; ein Löschnäpfchen, und so fern man in den Kirchen auf dem Lande dazu ein an einem Stabe befestigtes Horn gebraucht, ein Dampfhorn, Löschhorn 2) Ein Hülfsmittel, den Ton musikalischer Instrumente, z. B. Trompeten, Lauten, Violinen, zu dämpfen oder zu mildern.

[Bd. 1, Sp. 1383]



 
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Dämpfig, adj. et adv. mit dem Dampfe, d. i. der Engbrüstigkeit behaftet. Ein dämpfiges Pferd. Im Nieders. dempig, demstig, demstrig.
 
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Die Dämpfigkeit, plur. inus. S. Adelung Dampf 2.
 
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Die Dampfkugel, plur. die -n, in der Feuerwerkskunst, eine Kugel, welche einen großen Dampf verursachet, den Feind damit auf einige Zeit zu blenden; eine Blendkugel, Rauchkugel.
 
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Die Dampf-Maschine, plur. die -n, eine Maschine, welche vermittelst der Dämpfe kochenden Wassers in Bewegung gesetzt, und vorzüglich in Bergwerken gebraucht wird; die Feuer-Maschine, welcher Nahme doch nicht so bestimmt ist. Der Engländer Thom. Savary soll diese Maschine um 1649 erfunden, oder doch zuerst ausgeführet haben.
 
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Das Damspiel, S. Adelung Damenspiel.
 
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Das Damthier, des -es, plur. die -e, das weibliche Geschlecht des Damwildbretes; die Damgeiß. S. Adelung Damhirsch.
 
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Der Damtiegel, S. Adelung Brummkreisel. Dam ahmet in dieser Zusammensetzung das summende Getöse nach, welches ein solcher Hohlkreisel verursachet. S. Dumpfig.
 
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Das Damwildbrêt, des -es, plur. inus. ein Collectivum, so wohl die Damhirsche als auch Damthiere mit Einem Worte, oder auch ohne Bestimmung des Geschlechtes auszudrucken. Sechs Stück Damwildbret.
 
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Danêben, adv. demonstrat. relativ. für neben diesen, neben diesem, neben denselben, neben demselben. Es bezeichnet 1) Einen nahe an einem andern gelegenen Ort. Er wohnet gleich daneben. Lege es nur daneben. Etwas daneben gießen, neben den rechten oder bestimmten Ort, vorbey. 2) Einen Zusatz zu dem vorigen, da man es auch als ein Bindewort ansehen kann, für über dieß, zugleich. Er ist ein verständiger Mann, daneben verstehet er viele Sprachen. In dieser Bedeutung ist es nur im Oberdeutschen und in der Kanzelleyberedsamkeit üblich, wo es auch darneben, danebens, danebst lautet. Aber nun verlasset ihr euch auf Lügen darneben seyd ihr Diebe, Jer. 7, 8. Er hoffte aber darneben, daß ihm von Paulo sollte Geld gegeben werden, Apostelg. 24, 26. Im Hochdeutschen ist es veraltet, wenn gleich noch Rost singt:
   Ihr kleiner Schäferschurz
   Ward auch darneben
   Der warmen Mittagsluft zum Spielen übergeben.
 
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Der Danebrogs-Orden, des -s, plur. ut nom. sing. der Nahme eines Dänischen Ritterordens, ohne Plural. Ingleichen das Ehrenzeichen dieses Ordens, welches ein goldenes weiß emaillirtes Kreuz ist, und an einem weißen Bande mit einer rothen Einfassung getragen wird. Waldemar II. hat diesen Orden schon 1213 zur Ehre der Dänischen Hauptfahne gestiftet, welche den Nahmen Danabrok führete, und bey den Dänen ehedem in großer Achtung stand. Ihre vermuthet, daß die letzte Sylbe diese Nahmens das mittlere Latein. Barocium sey, welches bey dem Freher von einem Paniere gebraucht wird. Allein in des du Fresne Gloss. wird dieses Wort als ein Schreibfehler für Carrocium, der eigentlichen Benennung solcher Hauptfahnen, angesehen.

 

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