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1. Dämmen bis Dammmeister (Bd. 1, Sp. 1378)
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Artikelverweis  1. Dämmen, verb. reg. act. 1. Einen Damm machen, so fern Damm das Steinpflaster bedeutet. 2. Vermittelst eines Dammes einschränken, zurück halten. 1) Eigentlich, da es von dem Wasser gebraucht wird, wofür auch stämmen üblich ist. Wenn das Eis sich stämmet, und die Wasser dadurch gedämmet werden.
   Ein brausend Wasser, das man dämmen soll,
   Schleg.
   Wie schnelle Ströme
   Den Bau durchreißen, der sie dämmen sollte,
   Schleg.
   Es wird die Ungeduld das Thränenmeer nicht dämmen,
   Günth. 2) * Figürlich, unterdrücken, bändigen, in welcher Bedeutung dieses Wort nur im Oberdeutschen gehöret wird. Das Feuer dämmen, Bluntschli.
   Der süße Schlaf, der alle Pein kann dämmen,
   Opitz. Im Hochdeutschen gebraucht man dafür in manchen Fällen das Intensivum dämpfen.
   Anm. Da diese letzte Bedeutung im Oberdeutschen und in der Schweiz am häufigsten vorkommt, so ist sie mit dem Latein. domare, und Griech. δαμαειν vermuthlich näher verwandt, als mit Damm, und da stammet dieses Wort wahrscheinlicher Weise von zahm ab, welches ehedem, so wie noch jetzt im Niedersächsischen, taam lautete. Indessen bedeuten so wohl das Schwedische daemma, als das Angels. demman, das mittlere Latein. addemnare, und das Franz. condamner, verstopfen, versperren, zudämmen. Das Nieders. tämmen heißt auch, jemanden im Laufe aufhalten.
 
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2. Dämmen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches nur noch in der niedrigen Redensart schlämmen und dämmen, d. i. schwelgen, vorkommt, im Oberdeutschen aber auch außer derselben üblich ist.
   Prassen und schlemmen
   Huren, spielen, feyren und temmen,
   Hans Sachs.
   Mit Füllerey das sein verdempt,
   Hans Sachs.
   Er schlemmet temmet schon,
   Opitz. Im Churbraunschweigischen bedeutet deumen gleichfalls schwelgen. Andere Mundarten sagen für schlämmen und dämmen sausen und brausen, die Niedersachsen delgen und schwelgen, die Preußen in Quaaß und Fraß leben. Es scheinet, daß mit dem Worte dämmen zunächst auf den Dunst der Speisen gesehen werde, weil aus dem Frisch erhellet, das dampfen ehedem gleichfalls für schwelgen, und Dampf für Schwelgerey gebraucht worden.
 
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Dammen, in verdammen, S. dieses Wort.
 
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Die Dammêrde, plur. inus. 1) Die Erde, welche zur Verfertigung eines Dammes bestimmt, oder dazu bequem ist. 2) Im Bergbaue, die obere Erde, welche auf einem Steinbruche, einem Flötze u. s. f. lieget, und in weiterer Bedeutung überhaupt, die oberste fruchttragende Erde des Erdbodens, welche mit allerley Theilen aus dem Gewächs- und Thierreiche vermischt ist, und auch Bauerde, Gewächserde, im Weinbaue die Thauerde, Tageerde genannt wird; Humus. Damm hat in dieser Zusammensetzung eine sehr weite Bedeutung, die vielleicht noch die erste ist; denn Dammerde scheinet hier so viel als Graberde zu bedeuten, Erde, welche gegraben oder bearbeitet wird.
 
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Dämmerig, adj. et adv. ein wenig helle und ein wenig dunkel, dämmernd. Es wird schon dämmerig, es fängt an dunkel zu werden. Es war noch ganz dämmerig. Als ein Adjectiv kommt es seltener vor. Doch sagt man zuweilen dämmeriges Wetter, trübes, nebeliges Wetter. S. das folgende.
 
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Dämmern, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, dämmerig seyn, welches nur als ein unpersönliches Verbum üblich ist, und von dem Anfange und Ende der Finsterniß nach dem Untergange und vor dem Aufgange der Sonne gebraucht wird. Es dämmert schon, d. i. es fängt schon an dunkel zu werden, ingleichen des Morgens, es fängt schon an Tag zu werden. Es wird bald dämmern. In der höhern Schreibart wird dieses Wort zuweilen auch persönlich gebraucht. Der Abend dämmert schon am stillen Horizonte herauf. In welcher Gattung besonders das Mittelwort dämmernd üblich ist. Lange sie den Anbruch des dämmernden Tages beseufzet, Weiße. Ingleichen für dunkel. Die Kürbisse kriechen hoch empor und werden zum dämmernden Dache, Geßn.
   Nach und nach enthüllet sich nun die dämmernde Gegend,
   Zachar.
   Harmonische Lieder
   Erfüllen den dämmernden Hain,
   Klopst. Anm. Das Schwed. dimmer, und Isländ. dimmur, bedeuten dunkel, das Engl. thimster aber nebelig. Timberi ist bey dem Notker die Finsterniß, und betimbern verdunkeln, welche beyden Wörter mit dem Latein. tenebrae genau überein stimmen. Die Form dieser Wörter und des Deutschen dämmern verräth schon, daß sie Frequentativa eines Wortes sind, welches noch in dem Angelsächsischen dim, dym, finster, dem Engl. dim, trübe, dem Slavonischen und Wendischen temny und temma, finster, und Dennice, die Morgenröthe, angetroffen wird. Eben dieses Stammwort bedeutet aber auch Dunst, Nebel, und in dieser Rücksicht haben wir es noch in dem Frequentativo Dampf; S. dieses Wort. Wachter leitet es zu gezwungen von dem Griech. δυμι, untergehen, her, weil die Dämmerung durch den Untergang der Sonne verursachet wird; Ihre mit mehrerer Wahrscheinlichkeit von dem Bretagnischen dy, du, schwarz.
 
Artikelverweis Die
Dämmerung, plur. car. das Substantiv von dem vorigen, der Zustand des Lichtes, da dasselbe mit Dunkelheit vermischet ist, welcher Zustand durch die Brechung der Sonnenstrahlen in dem Dunsckreise verursachet wird. Die Morgendämmerung, die Abenddämmerung.
   Anm. Ehedem sagte man auch die Dhemar, die Demere und die Demmerniß. Im Niedersächsischen heißet die Dämmerung auch die Ucht, bey dem Notker Uohtu, der Dagering, das Schemern, die Schemerung, Zweylichten u. s. f.
 
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Der Dämmerungsfalter, des -s, plur. ut nom. sing. oder Dämmerungsvogel, des -s, plur. die -vögel, eine Art Nachtfalter, welche sich nur in der Dämmerung sehen lassen; Sphinx, L. Abendvogel.
 
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Das Dammholz, des -es, plur. die -hölzer, bey den Feuerwerkern, ein hölzernes Werkzeug, mit welchem die Kugel in dem Mörser fest gestoßen wird.
 
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Der Dammläufer, des -s, plur. ut nom. sing. in Niedersachsen, besonders aber in Holland, eine Art Fahrzeuge, deren man sich auf den Canälen zwischen den Dämmen, und auf andern Wassern im Lande bedienet; Nieders. und Holländ. Dammlooper, Dän. Damloper.
 
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Der Dammmeister, des -s, plur. ut nom. sing. derjenige, welcher der Arbeit an einem Damme vorgesetzet ist.

 

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