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Damásten bis Dāmit (Bd. 1, Sp. 1375 bis 1376)
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Artikelverweis  Damásten, adj. et adv. von Damast. Damastenes Tischzeug. Ein damastenes Kleid.
 
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Der Dambock, des -es, plur. die -böcke, der Bock, oder das männliche Geschlecht des Damwildbretes; der Damhirsch, S. dieses Wort.
 
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Das Dambrêt, des -es, plur. die -er, das Bret oder der breterne Kasten, auf welchem man die Dame spielet; auch wohl das Damenbret. S. Adelung Dame.

[Bd. 1, Sp. 1376]



 
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Die Dame, plur. die -n. 1) Ein vornehmes Frauenzimmer, besonders wenn es verheirathet ist. Kaum aus dem Flügelkleid spielt sie schon stolz die Dame, Zach. 2) Die Königinn in dem Schach- und Kartenspiele. 3) Ein Stein in dem Bretspiele; ein Damenstein, Nieders. Dambricke. Im Französischen heißen alle Steine, so wohl im Bretspiele als Triquetrac, Damen. Im Deutschen gibt man aber nur demjenigen Steine diesen Nahmen, der von einem Ende des Dambretes ungeschlagen bis an das andere kommt, und alsdann verdoppelt wird. Eine Dame bekommen. Figürlich führet diesen Nahmen auch, theils die letzte Reihe Felder des Dambretes, in welcher ein Stein zur Dame werden kann, in die Dame, oder zur Dame kommen; theils aber auch das ganze Bretspiel selbst, Dame spielen, in der Dame spielen, die Dame ziehen.
   Ein Affe sah ein paar geschickte Knaben
   Im Bret einmahl die Dame ziehn,
   Gell. Anm. In den beyden ersten Bedeutungen ist es aus dem Franz. Dame und Ital. Dama. Beyde stammen von dem Latein. Dominus ab, und bedeuteten ehedem einen Herrn. Dame Diex ist im Altfranz. Herr Gott, Dame Abbé der Herr Abt, und in Vidam, d. i. Vice-dominus ist es noch jetzt üblich. In der dritten Bedeutung hat es mit diesem Worte vermuthlich nichts als den Klang gemein, denn schon im Arabischen heißt dieses Spiel Dama. Über dieß ist bekannt, daß es, so wie mehrere unserer Spiele, eine morgenländische Erfindung ist.
 
Artikelverweis Das
Damenbrêt, S. Adelung Dambret.
 
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Das Damenfêst, des -es, plur. die -e, ein Caroussell für Damen, da eine jede Dame von einem Cavallier geführet wird.
 
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Das Damenspiel, des -es, plur. die -e, das Spiel in der Dame; ingleichen das Bret, worauf es gespielet wird, das Dambret.
 
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Die Damgeiß, plur. die -e, in einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden, das weibliche Geschlecht des Damwildbretes; das Damthier.
 
Artikelverweis 
Der Damhirsch, des -es, plur. die -e, eine Art Wildbret, welche das Mittel zwischen dem Hirsch- und Rehwildbrete hält, und in England häufig, in Deutschland aber seltener angetroffen wird. In engerer Bedeutung führet diesen Nahmen nur das männliche Geschlecht dieser Thiere; der Dambock, der zuweilen auch der Dämling genannt wird, im Gegensatze der Damgeiß, Damhirschkuh, oder des Damthieres.
   Anm. Dar Dama der Alten war, dem Klein zu Folge, ein anderes Thier als unser heutiges Damwildbret, und vermuthlich eine Art Gemsen oder Ziegen. Im Dän. heißt der Damhirsch Daa, Daadyr, im Engl. Doe, im Angels. Da, Dun, Daa, im Holländ. Das, Deyn, im Französischen Daim, im Schwed. Dåfhjort, im Ital. Damma, Daino, in Baiern Dähel, und bey den Hochdeutschen Jägern gemeiniglich Tannhirsch, Tannwildbret u. s. f.
 
Artikelverweis 
Dämisch, -er, -te, adj. et adv. nicht recht bey Verstande, verrückt, albern, dumm; nur in den niedrigen und vertraulichen Sprecharten. Ein dämischer Mensch. Sich dämisch stellen. Im Oberdeutschen tämisch, im Engl. dimish, von dim, trübe, ein wenig dunkel, welches zugleich die Wurzel von dämmern, und Dampf, und selbst von dem intensiven dumm ist. Im Oberd. bedeutet es auch schwindelig.
 
Artikelverweis 
Dāmit, oder Damít, ein Bestimmungswort, welches in doppelter Gestalt gebraucht wird.
   I. Als ein Umstandswort, da es denn so wohl unter die anzeigenden, als beziehenden Umstandswörter gehöret, und für mit diesem, mit dieser, mit demselben, mit derselben stehet.

[Bd. 1, Sp. 1377]



   1. Als ein mehr anzeigendes Umstandswort, hat es den Ton, wie alle Wörter dieser Art, auf der ersten Sylbe, und bezeichnet, 1) ein Mittel oder Werkzeug. Damit hat er es zu wege gebracht. Damit hat er seine Feinde überwunden. Er hat es damit versehen, daß er so lange ausgeblieben ist. Was wollen sie damit sagen? 2) Einen Gegenstand. Damit wird es sich schon geben. Ach damit hat es nichts zu bedeuten! Damit darfst du nich so sparsam thun.
   2. Als ein mehr beziehendes Umstandswort, hat es den Ton auf der letzten Sylbe, und bezeichnet, 1) eine Begleitung oder Gesellschaft. Ich habe ihm das Seinige gegeben, und ihn damit fortgeschickt. Man gab ihm einen Verweis, und ließ ihn damit laufen. Nur heraus damit, es nur heraus gesagt, oder hergegeben. 2) Ein Mittel oder Werkzeug. Du brauchst nur Eine Hand, da kanst du alles damit verrichten. Das Geld ist allmächtig, man richtet alles damit aus. 3) Einen Gegenstand. Es ist aus damit. Wir haben diese Krankheit nicht, aber unsere Nachbarn sind damit behaftet. Er thut sehr rar damit.
   3. Als ein bloß beziehendes Umstandswort, für mit welchem, mit welcher, ist es so wohl im gemeinen Leben, als in der Deutschen Bibel freylich sehr häufig, z. B. den Stab, damit du Zeichen thun sollst, 2 Mos. 4, 17. Das Brot, damit ich euch gespeiset habe, Kap. 16, 32. Ein Netz, damit man allerley Gattung fähet, Matth. 13, 47. Der Geist Gottes, damit ihr versiegelt seyd, Ephes. 4, 30. Allein da diese Bedeutung dem womit eigenthümlich ist, so wird damit in derselben in der reinen Schreibart alle Mahl lieber vermieden.
   II. Als ein Bindewort, welches den Ton gleichfalls auf der letzten Sylbe hat, alle Mahl eine Endursache andeutet, für auf daß, und so wohl mit dem Indicative als Conjunctive verbunden wird. Der letztere stehet, wenn der Endzweck noch ungewiß ist, oder nur als möglich, als thunlich vorgestellet wird. Ich melde dir solches, damit du dich darnach zu richten wissest. Ich warnte dich, damit du dich in Acht nähmest. Laß mich selbst deine blühende Schönheit vergessen, damit sich mein Herz ganz der seligen Ruhe überlasse, die mich rufet, Dusch. Ich wollte bitten, daß sie das thäten, damit ich es nicht thun müßte, Gell.
   Wenn aber diese Endursache positiv und ohne alle Ungewißheit ausgedruckt wird, so stehet auch der Indicativ, besonders in der gegenwärtigen Zeit. Gehen sie nicht mit mir, damit sie nicht so deutlich sieht, daß ich sie liebe, Gell. Verwandeln sie sich nunmehr wieder in den Liebhaber, damit Julchen nicht zu sehr bestraft wird, ebend.
   Anm. 1. Veraltete, oder doch unangenehme Arten des Gebrauches dieses Wortes sind. 1) Für dadurch, weil. Und murren machten die ganze Gemeine, damit, daß sie dem Land ein Geschrey machten, daß es bös wäre, 4 Mos. 14, 36. Damit geschicht es, daß niemand hinfort seinen Vater ehret, Matth. 15, 16. Der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn, 1 Cor. 11, 29. 2) Für das einfache daß, besonders nach den Zeitwörtern, die ein Rathen, Bitten und Befehlen bedeuten. Ich bitte dich, damit du kommest. Man muß dahin sehen, damit alles vollzogen werde. In welchen und andern ähnlichen Fällen nur allein daß gebraucht werden kann. 3) Für hierauf, als ein fortsetzendes Bindewort. Sie schalten und damit gingen sie davon. Damit ritten sie ihr Straßen, Theuerd. Kap. 27.
   Anm. 2. Ottfried gebraucht schon tharmit für zugleich, aber bey eben demselben kommt auch noch mit thiu, für das anzeigende damit vor: uuas er mit thiu meïnti, was er damit meinte.

[Bd. 1, Sp. 1378]


 

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