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Damascēner bis Damgeiß (Bd. 1, Sp. 1375 bis 1376)
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Artikelverweis  Damascēner, adj. indecl. welches von dem Nahmen der Stadt Damascus in Syrien abgeleitet ist, und verschiedenen Substantiven vorgesetzet wird, den Ort ihres Ursprunges anzudeuten. Die Damascener Arbeit, die Bearbeitung des Eisens und Stahles auf Türkische Art, da man demselben nicht nur eine besondere Härte, sondern auch eine flammige Gestalt geben, und goldene und silberne Figuren in dasselbe einzulegen weiß, welche Kunst durch die Kreuzzüge aus Damascus in Europa bekannt geworden; ingleichen die auf solche Art verfertigten Werkzeuge. Damascener Eisen oder Stahl, das auf solche Art zubereitete Eisen oder Stahl. Die Damascener Klinge, eine Art vortrefflicher Degen- und Säbelklingen aus Damascener Stahle, welche seit dem vorigen Jahrhunderte aber auch zu Sohlingen verfertiget werden. Damascener Pflaumen, Pruna Damascena, L. eine Abänderung der gemeinen Pflaumen, welche fleischig, süß und rund sind, und aus Syrien nach Europa verpflanzet worden. Schon zu Plinii Zeiten waren sie unter diesem Nahmen den Römern bekannt. Die Damascener Rose, eine Art kleiner weißer oder gelblicher Rosen, welche einen sehr schönen Geruch hat, daher sie auch Moschrose oder Muskaten-Rose genannt wird. Sie ist gleichfalls bey der Stadt Damascus in Syrien zu Hause.
 
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Damasciren, verb. reg. act. auf Damascener Art verfertigen. Das Eisen, oder den Stahl damasciren, ihn flammig ätzen; ingleichen mit Gold und Silber auslegen. Damascirte Arbeit, ein damascirter Flintenlauf. Daher die Damascirung, die Verfertigung damascirter Arbeit; ingleichen, die flammige Gestalt, welche in solche Arbeit eingeätzet wird.
 
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Der Damást, des -es, plur. von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e. 1) Die flammige Gestalt, welche damascirtem Eisen oder Stahle durch ätzende Sachen ertheilet wird; die Damascirung, ohne Plural. 2) Ein seidenes, wollenes oder leinenes Gewebe, mit einem glatten Boden, in welchem verschiedene etwas erhabene Figuren eingewirket worden; ehedem Damaschat, im Oberdeutschen Damask, Engl. Damask, Dän. Damask, Franz. Damas, Ital. Damasco, um das Jahr 1389 im Latein. Adamascus, in den folgenden Zeiten Damacius, Damascus, Dameus. Daher der Damastweber, des -s, plur. ut nom. sing. der Damast webet, und entweder zu den Seidenwebern, oder zu den Zeugwebern, oder Leinwebern gehöret. Dieser Zeug hat seinen Nahmen gleichfalls von der Stadt Damascus, aus welcher diese Art des Gewebes in den mittlern Zeiten zuerst in Italien bekannt geworden ist, worauf sie sich denn durch das übrige Europa ausgebreitet hat.
 
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Damásten, adj. et adv. von Damast. Damastenes Tischzeug. Ein damastenes Kleid.
 
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Der Dambock, des -es, plur. die -böcke, der Bock, oder das männliche Geschlecht des Damwildbretes; der Damhirsch, S. dieses Wort.
 
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Das Dambrêt, des -es, plur. die -er, das Bret oder der breterne Kasten, auf welchem man die Dame spielet; auch wohl das Damenbret. S. Adelung Dame.

[Bd. 1, Sp. 1376]



 
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Die Dame, plur. die -n. 1) Ein vornehmes Frauenzimmer, besonders wenn es verheirathet ist. Kaum aus dem Flügelkleid spielt sie schon stolz die Dame, Zach. 2) Die Königinn in dem Schach- und Kartenspiele. 3) Ein Stein in dem Bretspiele; ein Damenstein, Nieders. Dambricke. Im Französischen heißen alle Steine, so wohl im Bretspiele als Triquetrac, Damen. Im Deutschen gibt man aber nur demjenigen Steine diesen Nahmen, der von einem Ende des Dambretes ungeschlagen bis an das andere kommt, und alsdann verdoppelt wird. Eine Dame bekommen. Figürlich führet diesen Nahmen auch, theils die letzte Reihe Felder des Dambretes, in welcher ein Stein zur Dame werden kann, in die Dame, oder zur Dame kommen; theils aber auch das ganze Bretspiel selbst, Dame spielen, in der Dame spielen, die Dame ziehen.
   Ein Affe sah ein paar geschickte Knaben
   Im Bret einmahl die Dame ziehn,
   Gell. Anm. In den beyden ersten Bedeutungen ist es aus dem Franz. Dame und Ital. Dama. Beyde stammen von dem Latein. Dominus ab, und bedeuteten ehedem einen Herrn. Dame Diex ist im Altfranz. Herr Gott, Dame Abbé der Herr Abt, und in Vidam, d. i. Vice-dominus ist es noch jetzt üblich. In der dritten Bedeutung hat es mit diesem Worte vermuthlich nichts als den Klang gemein, denn schon im Arabischen heißt dieses Spiel Dama. Über dieß ist bekannt, daß es, so wie mehrere unserer Spiele, eine morgenländische Erfindung ist.
 
Artikelverweis Das
Damenbrêt, S. Adelung Dambret.
 
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Das Damenfêst, des -es, plur. die -e, ein Caroussell für Damen, da eine jede Dame von einem Cavallier geführet wird.
 
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Das Damenspiel, des -es, plur. die -e, das Spiel in der Dame; ingleichen das Bret, worauf es gespielet wird, das Dambret.
 
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Die Damgeiß, plur. die -e, in einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden, das weibliche Geschlecht des Damwildbretes; das Damthier.

 

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