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Dahínter bis Dambrêt (Bd. 1, Sp. 1374 bis 1375)
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Artikelverweis  Dahínter, adv. demonstrativo-relativum, hinter dieses, hinter diesem, hinter dasselbe, hinter demselben. Wir standen in der Thür, er aber stand dahinter, hinter derselben. Man sucht niemanden hinter der Thür, wenn man nicht selbst dahinter gewesen ist. Der Gang, der dahinter weg gehet. Ingleichen figürlich. Es steckt ein Betrug dahinter, es ist ein Betrug darunter verborgen. Ich möchte wohl wissen, was dahinter steckt. Er wollte es mir verbergen, allein ich kam dahinter, ich entdeckte es. Ich will schon dahinter her seyn, daß er nichts fortbringen soll, ich will genau Acht geben. Er hat eben nicht nöthig, so sehr dahinter her zu seyn, die Sache so eifrig zu suchen.
 
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Das Dāhlbōrt, des -es, plur. die -e, in dem Schiffbaue, die Lehne an der Gallerie, ingleichen das Äußerste an der Schiffsverkleidung,
   die oberste Einfassung des Schiffes, welche das Verdeck umgiebet, das Plattbort; aus dem Nieders. und Holländ. daal, niedrig, unten.
 
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Dahlen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, aber nur in der vertraulichen Sprechart der Obersachsen üblich ist, tändeln, kindische Dinge vornehmen, sich albern bezeigen. Pfui, das heißt gedahlt, Weiße.
   Küßt man mich, so heißt es thalen,
   Günth. Anm. Im Schwed. bedeutet tule einen lustigen, närrischen Menschen. Bey dem Ottfried ist duualen, duellen, zaudern; das Angels. dwelian, dwolian, bedeutet irren, albern seyn. Das Nieders. tellen, das Isländ. thylia und thaular, und das Oberd. talken, bedeuten ungereimtes Zeug reden. Die letztern stammen unstreitig von dem alten, noch im Nieders. üblichen Taal, die Sprache, und tellen, reden, ab; S. Adelung Zahl, und Erzählen. In einigen Mundarten lautet dieses Wort tallen und thalen. In einigen Gegenden hat man davon auch das Adv. und Adj. dahlig, dahlend.
 
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Dāmahlig, adj. welches von damahls gebildet worden, und sich auf eine vergangene Zeit beziehet. Die damahlige Witterung war nicht die beste, die Witterung, die damahls war. Der damahlige Fürst, der damahls regierende. Man hat dieses Beywort getadelt, weil es neuern Ursprunges ist. Allein es ist doch regelmäßig gebildet, und befördert die Kürze, weil man sonst den damit verknüpften Begriff durch mehrere Worte ausdrucken müßte.
 
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Dāmahls, ein beziehendes Umstandswort der Zeit, zu diesem Mahle, zu dieser Zeit. Weil eben damahls eine übele Witterung eintrat, so konnten wir unsere Reise nicht fortsetzen. Damahls hatten wir noch Hoffnung, aber jetzt haben wir keine.
   Anm. Das s am Ende ist das Merkmahl des Nebenwortes. Im Oberdeutschen ist auch damahl und damahlen üblich. In zumahl lassen die Hochdeutschen dieses s gleichfalls weg; allein

[Bd. 1, Sp. 1375]


in mehrmahls, nachmahls, ehemahls, jemahls, nochmahls und andern von Mahl behalten sie es lieber bey. S. in Mahl. Dazumahl und dazumahlen für damahls sind unnütze Oberdeutsche Verlängerungen. Opitz gebraucht damahls auch für alsdann, welches aber im Hochdeutschen ungewöhnlich ist:
   Auch damahls legt die Liebe
   Dem Feuer besser zu,
   Wenn alles ist gleich trübe,
   Und kränkt uns ohne Ruh.
 
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Damascēner, adj. indecl. welches von dem Nahmen der Stadt Damascus in Syrien abgeleitet ist, und verschiedenen Substantiven vorgesetzet wird, den Ort ihres Ursprunges anzudeuten. Die Damascener Arbeit, die Bearbeitung des Eisens und Stahles auf Türkische Art, da man demselben nicht nur eine besondere Härte, sondern auch eine flammige Gestalt geben, und goldene und silberne Figuren in dasselbe einzulegen weiß, welche Kunst durch die Kreuzzüge aus Damascus in Europa bekannt geworden; ingleichen die auf solche Art verfertigten Werkzeuge. Damascener Eisen oder Stahl, das auf solche Art zubereitete Eisen oder Stahl. Die Damascener Klinge, eine Art vortrefflicher Degen- und Säbelklingen aus Damascener Stahle, welche seit dem vorigen Jahrhunderte aber auch zu Sohlingen verfertiget werden. Damascener Pflaumen, Pruna Damascena, L. eine Abänderung der gemeinen Pflaumen, welche fleischig, süß und rund sind, und aus Syrien nach Europa verpflanzet worden. Schon zu Plinii Zeiten waren sie unter diesem Nahmen den Römern bekannt. Die Damascener Rose, eine Art kleiner weißer oder gelblicher Rosen, welche einen sehr schönen Geruch hat, daher sie auch Moschrose oder Muskaten-Rose genannt wird. Sie ist gleichfalls bey der Stadt Damascus in Syrien zu Hause.
 
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Damasciren, verb. reg. act. auf Damascener Art verfertigen. Das Eisen, oder den Stahl damasciren, ihn flammig ätzen; ingleichen mit Gold und Silber auslegen. Damascirte Arbeit, ein damascirter Flintenlauf. Daher die Damascirung, die Verfertigung damascirter Arbeit; ingleichen, die flammige Gestalt, welche in solche Arbeit eingeätzet wird.
 
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Der Damást, des -es, plur. von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e. 1) Die flammige Gestalt, welche damascirtem Eisen oder Stahle durch ätzende Sachen ertheilet wird; die Damascirung, ohne Plural. 2) Ein seidenes, wollenes oder leinenes Gewebe, mit einem glatten Boden, in welchem verschiedene etwas erhabene Figuren eingewirket worden; ehedem Damaschat, im Oberdeutschen Damask, Engl. Damask, Dän. Damask, Franz. Damas, Ital. Damasco, um das Jahr 1389 im Latein. Adamascus, in den folgenden Zeiten Damacius, Damascus, Dameus. Daher der Damastweber, des -s, plur. ut nom. sing. der Damast webet, und entweder zu den Seidenwebern, oder zu den Zeugwebern, oder Leinwebern gehöret. Dieser Zeug hat seinen Nahmen gleichfalls von der Stadt Damascus, aus welcher diese Art des Gewebes in den mittlern Zeiten zuerst in Italien bekannt geworden ist, worauf sie sich denn durch das übrige Europa ausgebreitet hat.
 
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Damásten, adj. et adv. von Damast. Damastenes Tischzeug. Ein damastenes Kleid.
 
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Der Dambock, des -es, plur. die -böcke, der Bock, oder das männliche Geschlecht des Damwildbretes; der Damhirsch, S. dieses Wort.
 
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Das Dambrêt, des -es, plur. die -er, das Bret oder der breterne Kasten, auf welchem man die Dame spielet; auch wohl das Damenbret. S. Adelung Dame.

[Bd. 1, Sp. 1376]


 

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