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Dáchmúschel bis Dachschaube (Bd. 1, Sp. 1366 bis 1367)
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Artikelverweis Die Dáchmúschel, plur. die -n, eine zweyschalige, lange und fast dreyeckige Muschel, welche die Gestalt eines Daches hat, nur daß sie in eine schmale Spitze zuläuft: Steckmuschel, Pinna. Versteinert heißt sie der Pinnit.
 
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Die Dachnase, plur. die -n, ein Dachfenster, wenn dasselbe mit einem Giebel und kleinen Dache versehen ist.
 
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Die Dachpfanne, plur. die -n, eine Art veralteter Ziegel, welche in der Mitte flach, an beyden Seiten aber gebogen sind, so daß die eine über, die andere aber unter sich gekrümmet ist, damit sie desto besser in einander schließen. Auch die Hohlziegel werden zuweilen noch Dachpfannen genannt.
 
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Das Dachrêcht, des -es, plur. inus. S. Adelung Traufrecht.
 
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Der Dachreiter, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Maurern, ein kleiner Thurm auf dem Dache, der nicht seinen eigenen Grund auf der Erde hat, sondern auf dem Dache angebracht ist, und gleichsam auf demselben zu reiten scheinet.
 
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Die Dachrinne, plur. die -n, eine Rinne, das von den Dächern ablaufende Regenwasser aufzufangen und abzuleiten; im Oberdeutschen ein Dachkennel, in Nieders. eine Göte, Gate, Gaute, ingleichen ein Soot, welches letztere aber auch einen Ziehbrunnen bedeutet.
 
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Die Dachröhre, plur. die -n, die metallene Röhre, welche das Wasser aus der Dachrinne auf die Erde oder auf die Straße führet.
 
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Die Dachröthe, plur. inus. diejenige rothe Farbe, womit die Mäurer die Fugen zwischen den Dachziegeln färben.
 
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Der Dachs, des -es, plur. die -e. 1) Ein wildes vierfüßiges Thier mit einem starken Leibe, zotigen grauen, weißen und schwarzen mit einander vermischten Haaren und kurzen Füßen, welches an Größe einem Biber gleicht, und seine Wohnung beständig unter der Erde hat. Die Dachsinn, oder Dächsinn, plur. die -en, das weibliche Geschlecht des Dachses. Daher das Dachsfett oder Dachsschmalz, das Fett des Dachses, das Dachsfell u. s. f. 2) Eine Art kleiner Hunde, welche zur Dachsjagd gebraucht werden; S. Adelung Dachshund.
   Anm. Im Oberdeutschen lautet dieses Wort Tachs, welches mit dem Ital. Tasso, dem Franz. Taisson, dem Latein. Taxo, Taxus, Tassus, und selbst dem Hebr. 05ea05d705e9 besser überein kommt, als unser Hochdeutsches Dachs. Die Nieders. und nördlichen Mundarten haben für dieses Thier eine andere Benennung, die von dessen grauen Farbe hergenommen ist. Denn so heißt es im Nieders. Gräfing, im Dän. Grävinge, im Holländ. Greving, Grevel, im Schwed. Gråfswin, im Engl. Gray, womit auch das Ital. Graio und das Franz. Grisard überein kommen. Im Oberdeutschen hat es auch in der zweyten Endung des Dachsen, und in der ersten im Plural die Dachsen.

[Bd. 1, Sp. 1367]



 
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Der Dachsbau, des -es, plur. die-e, der Bau oder die Höhle des Dachses unter der Erde. S. Adelung Dachsröhre.
 
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Die Dachschaube, plur. die -n, Strohschauben, woraus die Strohdächer verfertiget werden.

 

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