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Dābey bis Dachhammer (Bd. 1, Sp. 1364 bis 1365)
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Artikelverweis  Dābey und Dabēy, adv. demonstrativo-relativum, für bey diesem, bey dieser, bey demselben, bey derselben. Es stehet 1. Als ein eigentliches Umstandswort, da es denn ein Naheseyn, eine Gegenwart bey einer Sache, so wohl im eigentlichen als uneigentlichen Verstande bedeutet; und zwar so wohl bloß relativ, da denn die Präposition den Ton hat. Das Haus fiel ein, und wir standen nahe dabey. Es entstand ein Tumult, aber wir waren nicht dabey. Sah er denn nicht, daß Carolinchen dabey saß? Gell. Wie wenig rühret uns das Geschrey des Bekümmerten, wenn unsere Ergetzung etwas dabey leiden soll! Er bleibt dabey, bey diesem Vorgeben, er habe es nicht gethan. Es mag also dabey bleiben, bey der Abrede, diesen Abend reisen wir. Wir haben ihn dabey, bey dieser Meinung, gelassen. Als auch mehr demonstrativ, da denn der Ton auf dem da lieget. Dabey ließ er es bewenden. Dabey bleibt es nicht.
   2. Als ein verknüpfendes Bindewort, für über dieß, in welchem Falle es aber in der anständigen Hochdeutschen Schreibart veraltet. Ich tadele deine Absicht; dabey mißbillige ich auch dieses u. s. f. Auch hier liegt der Ton auf dem da.
   Anm. Ottfried gebraucht bithiu schon als ein Bindewort; aber bey ihm stehet es für daher. Tha bi findet sich in dem Fragmente eines Gedichtes auf Carls des Großen Feldzug bey dem Schilter, und dabi in dem alten Gedichte auf den h. Anno. S. Adelung Da II.
 
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Das Dách, des -es, plur. die Dcher, Diminut. das Dächlein, vulg. das Dächelchen; überhaupt, alles dasjenige, was einen Körper decket. Besonders, 1. der oberste Theil eines Gebäudes, welcher es vor der Gewalt der Witterung bedecket. 1) Eigentlich, dasjenige, womit es gedecket ist. Ein Dách von Ziegeln, von Stroh, von Schiefer u. s. f. In weiterer Bedeutung, auch die ganze Rüstung dazu. Ein einhängiges Dach, welches nur auf Einer Seite abhängig ist; ein Pultdach. Ein zweyhängiges Dach, welches auf beyden Seiten abhängt; ein Satteldach. Ein Holländisches Dach, welches von allen vier Seiten schräge zuläuft; ein Zelt- oder Walmdach. Ein Italiänisches Dach, welches nur den vierten Theil so hoch als breit ist. Ein gebrochenes oder Französisches Dach, welches bis auf die Mitte jäher als gewöhnlich gehet, hernach aber etwas flacher geschlossen wird. Das Dach decken, das Gerüst des Daches bedecken. Das Dach aufsetzen, das Gerüst zu dem Dache aufrichten. Ein Gebäude unter das Dach, oder unter

[Bd. 1, Sp. 1365]


Dach bringen, es mit einem Dache versehen; es bis unter das Dach bringen, es bis auf das Dach vollführen. Ein Gebäude in Dach und Fach erhalten, es im baulichen Stande erhalten. Die figürlichen Ausdrücke, einem auf dem Dache seyn oder sitzen, genau Acht auf ihn haben, einem etwas auf das Dach geben, ihm einen Schlag geben, da ist gleich Feuer im Dache, er wird gleich zornig, gehören in die niedrige Sprechart. 2) Figürlich, zuweilen das ganze Haus, doch nur so fern damit auf die Bedeckung gesehen wird. Mit einem unter Einem Dache wohnen, in Einem Hause. Komm unter mein schattiges Dach, Geßn. Einem Dach und Fach geben, ihn beherbergen.
   Und ohne Kampf und Blut hast du kein Dach zu hoffen,
   Schleg. keine Behausung. 2. Im Bergbaue ist das Dach eines Flötzes, dasjenige Gestein, welches unmittelbar über einem Flötze lieget, und dasselbe gleichsam bedecket, und welches bey den Gängen das Hangende genannt wird. Die Falkenierer nennen den Rücken des Falken zwischen den Flügeln gleichfalls das Dach.
   Anm. Dach, bey dem Notker Tach, bey dem Tatian im Plural Theki, Nieders. Dak, Schwed. Tak, Isländ. Theki, Angels. Theke, kommt von decken her, so fern solches ehedem tagen, dagen, dachen lautete. Das Lat. tectum, das Griech. τεγος und mit dem Zischlaute σεγος, und das Hebr. 05ea05d705ea sind genau damit verwandt. In der zweyten Bedeutung ist der Plural nicht gebräuchlich. S. Adelung Decke.
 
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Die Dachänte, plur. die -n, oder das Dachäntlein, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Taucher mit schwarzem Halse, Kopfe und Rücken, welche einen weißen Bauch, rostfarbene Seitentheile des Kopfes und Halses und einen schwarzen Schnabel hat; Colymbus minor, Kl. Sie wird auch der Schwarztaucher, ingleichen die Käferänte genannt.
 
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Der Dachbalken, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Dachschwelle.
 
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Der Dachdêcker, des -s, plur. ut nom. sing. ein Arbeiter, welcher die Dächer der Gebäude verfertiget und sich davon nähret.
 
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Die Dachfahne, plur. die -n, die kleine blecherne Fahne, welche auf das Dach gesetzet wird, die Gegend des Windes zu zeigen; der Wetterhahn, wenn sie die Gestalt eines Hahnes hat.
 
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Das Dachfênster, des -s, plur. ut nom. sing. ein Fenster in einem Dache. Ist es eine bloße Öffnung mit einem Laden ohne Glasfenster, so wird es eine Dachluke genannt.
 
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Die Dachfêtte, plur. die -n, bey den Zimmerleuten, ein horizontal liegendes Holz, welches die Stuhlsäulen eines Daches oben mit einander verbindet; die Fette, Stuhlfette, Dachstuhlfette. S. Adelung Fette 2.
 
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Die Dachflêchte, plur. inus. S. Adelung Dachmoos.
 
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Der Dachforst, des -es, plur. die -e, oder die Dachförste, plur. die -n, der Forst, oder die Förste eines Daches; die Dachspitze, Giebelspitze. S. Adelung Forst.
 
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Der Dachhammer, des -s, plur. die -hämmer, ein Hammer, dessen sich die Mäurer zu den Ziegeldächern, und die Zimmerleute zu den Schindeldächern bedienen.

 

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