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Cursiv-Schrift bis Cyprếssen-Kraut (Bd. 1, Sp. 1356 bis 1358)
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Artikelverweis Die Cursiv-Schrift, plur. inus. aus dem mittlern Lat. Cursiva Scriptura, eine geschobene Lateinische Schrift, die der geschriebenen, welche man im Deutschen Current-Schrift nennet, gleich kommt. Aldus Manutius soll diese Schrift zuerst in die Druckerey eingeführet haben, daher sie von dem Orte seines Aufenthaltes anfänglich auch die Venetianische Schrift hieß. Wenn das Wort Schrift in dieser Zusammensetzung gegossene Buchstaben bedeutet, so ist auch der Plural üblich. Cursiv wird auch allein als ain Nebenwort gebraucht. Das ist cursiv.
 
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Der Cústos, plur. ut nom. sing. oder die Custōdes, bey den Buchdruckern, die Sylbe oder das Wort, welches bey dem Schlusse einer Seite am Ende der Zeile besonders gesetzt wird, und den Anfang der folgenden Seite zeiget; der Blatthüther, Franz. le Reclame. Aus dem Lat. Custos.
 
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Der Cylínder, des -s, plur. ut nom. sing. ein gleich runder Körper, der zwey Zirkel von gleicher Größe zu seinen Grundflächen hat; eine Walze, im gemeinen Leben eine Welle, bey I. C. Sturm eine Rundsäule, in den Florentinischen Glossen Wellibloc. In dem Naturreiche ist der Cylinder eine gewundene einschälige Schnecke, mit sichtbaren Windungen, niedrigen Spitzen, und einem gespaltenen Hintertheile; die Walzenschnecke, Rolle. Versteinert wird sie der Cylindrīt, des -en, plur. die -en, genannt. Das Wort ist aus dem Latein. Cylindrus, und dieß wieder aus dem Griech. κυλινδρος. Daher cylíndrisch, diese Gestalt habend.
 
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Die Cýmbel, plur. die -n, eigentlich eine kleine Glocke, oder Schnelle, in welcher Bedeutung dieses Wort mehrmahls in der Deutschen Bibel vorkommt, wie 1 Chron. 16, 16, 19, 28, Kap. 17, 5. Ps. 150, 5. Ingleichen ein musikalisches Instrument, welches aus kleinen Glöckchen bestehet, daher unsere Orgeln noch das Cymbel-Register haben. Das Cymbel-Säckchen, an einigen Orten, der Kingelbeutel in den Kirchen. Aus dem Lat. Cymbalum, und hieß von dem Griech. κυμβαλος. Zymbo kommt schon bey dem Notker für eine Schelle vor.
 
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Der Cyper, der -s, plur. ut nom. sing. 1) Eine Benennung der besten Art Baumseide, oder baumseidenen Zeuges, ohne Plural; wo dieses Wort vermuthlich so viel als super fin bedeuten soll. 2) Eine Cyper-Katze, S. dieses Wort.
 
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Die Cyper, plur. die -n, bey einigen, eine Art kleiner Pflaumen, welche rund wie die Schlehen, schwärzlich, zum Theil aber auch grün von Farbe sind, und von der Insel Cypern herstammen; Prunus Juliana, L.
 
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Das Cyper-Gras, des -es, plur. inus. eine Art Gras, dessen Kelch aus zwey Reihen Bälglein bestehet, die wie Dachziegeln auf einander liegen, ohne Blüthenkrone; Cyperus, L. Vermuthlich, weil wir es von der Insel Cypern bekommen haben. S. auch Cyper-Wurz. Verschiedene Arten des Riedgrases, Carex, L. wie der Pseudo-Cyperus, Carex acuta und vesicaria, ingleichen eine Art Binse, Juncus campestris, L. wie auch eine Art Schilf, Scirpus silvaticus. L. werden gleichfalls Cyper-Gras genannt.
 
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Die Cyper-Katze, plur. die -n, eine graue Katze, mit schwarzen Linien und Flecken, ein Cyper; weil diese Art Katzen mit der Venus ein gemeinschaftliches Vaterland, nehmlich die Insel Cypern, haben.
 
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Die Cyper-Wurz, plur. inus. eine Art Cyper-Grases mit knolligen Wurzeln. Die eine Art Wächset in Ostindien,Cyperus rotundus, L. Die andere Art wird in den Sümpfen Italiens

[Bd. 1, Sp. 1357]


und Frankreichs angetroffen. Die Wurzeln beyder Pflanzen gleichen an Kräften dem Galganthe, und werden daher zuweilen auch Galganth genannt.
 
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Die Cyprếsse, plur. die -n, ein Baum; der Cypressen-Baum, Cupressus, L. Die eine Art bleibet das Jahr über grün, das Holz aller Arten aber widerstehet der Fäulniß, und dauert etliche Jahrhunderte unversehrt. Dieses Gewächs ist dem übrigen Europa von der Insel Cypern bekannt geworden; der Nahme scheint aber doch älter und morgenländisch zu seyn, weil er schon in der Hebräischen Bibel vorkommt, wo dieses Holz wegen seines guten Geruches gerühmet wird. Die Alten gebrauchten diesen Baum und dessen Zweige bey ihrer Trauer, daher ist er noch bey den neuern Dichtern als ein Sinnbild der Trauer bekannt.

[Bd. 1, Sp. 1358]


Auch die Venus, und ihr Ideal die Liebe, werden oft in der Gesellschaft von Cypressen gedacht, theils wegen des gemeinschaftlichen Vaterlandes, theils aber auch wegen der immer grünen Beschaffenheit der Blätter dieses Baumes, als ein Sinnbild der Treue und Beständigkeit. Im Deutschen lautet dieses Wort zuweilen Cupreß, und alsdann wird es oft im männlichen Geschlechte gebraucht.
 
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Das Cyprếssen-Kraut, des -es, plur. inus. eine Pflanze, welche in dem mittägigen Europa wächset, und deren Blätter einen durchdringenden Geruch, wie die Cypresse haben; Santolina, L.

 

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