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Curiren bis Cyper-Gras (Bd. 1, Sp. 1355 bis 1356)
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Artikelverweis  Curiren, verb. reg. act. im gemeinen Leben, heilen, die verlorne Gesundheit wieder herstellen; bey dem Willeram arzenen, und im Oßnabrückischen noch jetzt assen, von Asse, ein Arzt. S. Adelung Cur.
 
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Die Currếnde, plur. die -n, aus dem Lat. currere. 1) Auf dem Lande in einigen Gegenden, der Umlauf in Kirchensachen, welcher von den Küstern und Schulmeistern von einem Dorfe zu dem andern getragen wird; ingleichen die blecherne Schachtel oder Büchse, worin derselbe verwahret wird. 2) Als ein Collectivum, arme Schüler, welche auf den Gassen um ein Almosen singen, und deren ganze Anstalt. In die Currende gehen, einer dieser Schüler seyn. Daher ein Currendāner, oder Currende-Schüler, der in die Currende gehet.
 
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Currếnt, adj. et adv. gleichfalls aus dem Lat. currere, oder Ital. corrente. Currente Waare, welch im Gebrauche gänge und gebe ist. Noch mehr aber in einigen Zusammensetzungen. Current-Geld, eine gemeine gangbare Münze, welche im täglichen Handel und Wandel üblich ist, im Gegensatze des Wechsel- und harten oder Species-Geldes. Scheidemünze, oder Münzsorten, die noch keinen Groschen gelten, werden gleichfalls nicht mit unter dem Nahmen des Current-Geldes begriffen. Die Current-Schuld, plur. die -en, in den Rechten, eine Schuld, die nicht verbrieft ist, sondern von täglichen Ausgaben herrühret, und daher bey einem Concurs-Prozesse in der letzten Ordnung stehet. Der Current-Gläubiger, der Gläubiger solcher Schulden. Die Current-Schrift, die laufende Schrift, so wie man sie schreibt, im Gegensatze der Kanzelleyschrift, und Fractur. Im gemeinen Leben lautet dieses Beywort oft Currant, als wenn es von dem Französ. courir wäre; aber alsdann müßte es courant geschrieben werden.
 
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Der Curschmid, S. Adelung Fahnenschmid.

[Bd. 1, Sp. 1356]



 
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Die Cursiv-Schrift, plur. inus. aus dem mittlern Lat. Cursiva Scriptura, eine geschobene Lateinische Schrift, die der geschriebenen, welche man im Deutschen Current-Schrift nennet, gleich kommt. Aldus Manutius soll diese Schrift zuerst in die Druckerey eingeführet haben, daher sie von dem Orte seines Aufenthaltes anfänglich auch die Venetianische Schrift hieß. Wenn das Wort Schrift in dieser Zusammensetzung gegossene Buchstaben bedeutet, so ist auch der Plural üblich. Cursiv wird auch allein als ain Nebenwort gebraucht. Das ist cursiv.
 
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Der Cústos, plur. ut nom. sing. oder die Custōdes, bey den Buchdruckern, die Sylbe oder das Wort, welches bey dem Schlusse einer Seite am Ende der Zeile besonders gesetzt wird, und den Anfang der folgenden Seite zeiget; der Blatthüther, Franz. le Reclame. Aus dem Lat. Custos.
 
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Der Cylínder, des -s, plur. ut nom. sing. ein gleich runder Körper, der zwey Zirkel von gleicher Größe zu seinen Grundflächen hat; eine Walze, im gemeinen Leben eine Welle, bey I. C. Sturm eine Rundsäule, in den Florentinischen Glossen Wellibloc. In dem Naturreiche ist der Cylinder eine gewundene einschälige Schnecke, mit sichtbaren Windungen, niedrigen Spitzen, und einem gespaltenen Hintertheile; die Walzenschnecke, Rolle. Versteinert wird sie der Cylindrīt, des -en, plur. die -en, genannt. Das Wort ist aus dem Latein. Cylindrus, und dieß wieder aus dem Griech. κυλινδρος. Daher cylíndrisch, diese Gestalt habend.
 
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Die Cýmbel, plur. die -n, eigentlich eine kleine Glocke, oder Schnelle, in welcher Bedeutung dieses Wort mehrmahls in der Deutschen Bibel vorkommt, wie 1 Chron. 16, 16, 19, 28, Kap. 17, 5. Ps. 150, 5. Ingleichen ein musikalisches Instrument, welches aus kleinen Glöckchen bestehet, daher unsere Orgeln noch das Cymbel-Register haben. Das Cymbel-Säckchen, an einigen Orten, der Kingelbeutel in den Kirchen. Aus dem Lat. Cymbalum, und hieß von dem Griech. κυμβαλος. Zymbo kommt schon bey dem Notker für eine Schelle vor.
 
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Der Cyper, der -s, plur. ut nom. sing. 1) Eine Benennung der besten Art Baumseide, oder baumseidenen Zeuges, ohne Plural; wo dieses Wort vermuthlich so viel als super fin bedeuten soll. 2) Eine Cyper-Katze, S. dieses Wort.
 
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Die Cyper, plur. die -n, bey einigen, eine Art kleiner Pflaumen, welche rund wie die Schlehen, schwärzlich, zum Theil aber auch grün von Farbe sind, und von der Insel Cypern herstammen; Prunus Juliana, L.
 
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Das Cyper-Gras, des -es, plur. inus. eine Art Gras, dessen Kelch aus zwey Reihen Bälglein bestehet, die wie Dachziegeln auf einander liegen, ohne Blüthenkrone; Cyperus, L. Vermuthlich, weil wir es von der Insel Cypern bekommen haben. S. auch Cyper-Wurz. Verschiedene Arten des Riedgrases, Carex, L. wie der Pseudo-Cyperus, Carex acuta und vesicaria, ingleichen eine Art Binse, Juncus campestris, L. wie auch eine Art Schilf, Scirpus silvaticus. L. werden gleichfalls Cyper-Gras genannt.

 

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