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Courīer bis Crimināl (Bd. 1, Sp. 1352 bis 1354)
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Artikelverweis Der Courīer, oder Curier, des -s, plur. ut nom. sing. aus dem Französ. Courier, und dieß von courir, laufen, ein geschwinder Bothe, welcher sich zu seinem hurtigern Fortkommen der Postpferde bedienet. Der Cabinetts-Courier, der aus dem Cabinette verschickt wird. In der letzten Hälfte des funfzehenten Jahrhundertes druckte man einen Courier im Oberdeutschen durch Schnellläufel aus. Der Ausdruck eilender Bothe oder

[Bd. 1, Sp. 1353]


Eilbothe, durch welchen einige Neuere das ausländische Wort verdrängen wollen, drücket den Begriff nur halb aus.
 
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Das Couvếrt, des -es, plur. die -e, aus dem Französ. Couvert. 1) Der Umschlag eines Briefes. Daher couvertiren, mit einem solchen Umschlage versehen. 2) Das für Eine Person gehörige Speisegeräth, als Serviette, Teller, Löffel, Messer u. s. f. das Gedeck. Eine Tafel von zwanzig Couverten, von zwanzig Gedecken, auf zwanzig Personen. Gleichfalls aus dem Franz. Couvert, so fern dasselbe auch ein Tischtuch bedeutet; vermuthlich, weil ehedem ein jeder Gast seinen eigenen Tisch, und folglich auch sein eigenes Tischtuch hatte, welchen Gebrauch Tacitus schon von den alten Deutschen anmerket.
 
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Covent, S. Adelung Kofent.
 
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Die Cravāte, plur. die -n. 1) Bey den Jägern, ein Tuchlappen oder langer Riemen, der allzu hitzigen Hunden um den Hals gehänget wird, damit sie im Laufen darauf treten, und sich aufhalten müssen; aus dem Franz. Cravate, und Italiän. Cravata, Caravata, ein Halstuch, eine Halsbinde. In einer Urkunde von 1375 bey dem Carpentier bedeutet Cravatus mit Eisen beschlagen. Vermuthlich gehöret hierher, 2) auch der Ausdruck der Böttcher, da sie einen allzu weiten Reif einen Crabaten nennen. Denn an die Kroaten, wie einige behaupten, ist hier wohl nicht zu denken.
 
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Die Creatur, S. Adelung Kreatur.
 
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Credếnzen, verb. reg. act. aus dem Ital. credenzare, die Speisen und das Getränk vorher kosten, ehe man sie einem andern zum Genusse darreicht, welches ehedem an den Höfen üblich war, wo solches von den Mundschenken und Vorschneidern geschahe, die daher auch Credenzer hießen.
   Und bringet und credenzt die aufgetragnen Speisen,
   Haged. Daher der Credenz-Teller, auf welchem der Mundschenk den Wein credenzte, und überhaupt, ein Teller, auf welchem man jemanden etwas darreicht; der Credenz-Tisch, Ital. Credenza, Credenziera, ein Schenktisch, ein künstlicher Schrank mit einem Tische, die Geräthschaften zum Trinken darin aufzustellen und aufzubewahren; im mittlern Lat. Credentia, und Credenzinus. Von einer andern Bedeutung des Wortes Credenza, im mittlern Latein. Credencia, bedeutet Credenz-Schreiben, oder Creditiv, so viel als das Beglaubigungsschreiben, besonders eines Gesandten oder Ministers.
 
Artikelverweis Der
Credīt, des -s, plur. car. aus dem Franz. Credit, und Ital. Credito, und dieß von dem Lat. credere, glauben. 1) Die Überredung anderer von unserer Glaubwürdigkeit, im gemeinen Leben. Seine Erzählungen finden bey mir keinen Credit, keinen Glauben. Ingleichen, die Überredung anderer von der echten Beschaffenheit einer Sache. Den Credit einer Waare zu erhalten suchen. 2) Besonders, die Überredung anderer von unserm Vermögen, das zu bezahlen, was wir schuldig sind. Der Mann hat guten Credit, man hat von seinem Vermögenszustande einen guten Begriff. Sein Credit hat sich verloren, ist gefallen. Seinen Credit erhalten. 3) In noch engerer Bedeutung, der Borg, oder die Handlung, da man in dieser Überredung einem andern sein Gut anvertrauet. Jemanden Credit geben, ihm Waaren borgen. Waaren auf Credit nehmen, geben. Er hat, oder findet überall Credit, jedermann borgt ihm gern. 4) Ansehen, Macht, überhaupt. Bey Hofe in großem Credit stehen. S. auch das folgende.

[Bd. 1, Sp. 1354]



 
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Der Credīt-Brief, des -es, plur. die -e, ein Brief, der jemanden Credit verschaffet, in der dritten Bedeutung dieses Wortes.
 
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Creditiren, verb. reg. act. Credit geben, in der dritten Bedeutung dieses Wortes. Einem Geld, Waaren creditiren, sie ihm borgen. Bey den Kaufleuten bedeutet dieses Wort auch im engern Verstande zuweilen so viel, als auf die Rechnung des andern zu dessen Forderung schreiben, weil das Credit (den Ton auf der ersten Sylbe, von credo, is, it,) auch diejenige Seite eines Rechnungsbuches bedeutet, auf welcher sich dessen Forderung befindet, im Gegensatze des Debet, so seine Schuld enthält.
 
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Der Crepón, (sprich Crepong,) des -s, plur. inus. eine Art Zeuges, welcher im Deutschen am häufigsten Krepp genannt wird; S. dieses Wort. Aus dem Franz. Crepon. Daher der Crepon-Weber, der Kreppweber.
 
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Crimināl, adj. et adv. aus dem Lat. criminalis, welches aber nur in einigen Zusammensetzungen üblich ist. Das Criminal-Gericht, ein Gericht, welches die Verbrechen der Übelthäter untersucht, im Gegensatze der Civil- oder bürgerlichen Gerichte, das Halsgericht; die Criminal-Jurisdiction diese Gerichtsbarkeit; Criminal-Sachen, welche dahin gehören, welche Leib- und Lebensstrafen betreffen, im Gegensatze der Civil- und bürgerlichen Sachen, peinliche Sachen; S. Adelung Bürgerlich. Wenn dieses Wort außer der Zusammensetzung gebraucht wird, so lautet es gemeiniglich criminếll. Die Sache ist criminell. Eine Sache criminell behandeln.

 

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