Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Contúsche bis Coriander (Bd. 1, Sp. 1349 bis 1351)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Die Contúsche, plur. die -n, aus dem Französ. Contouche, ein kurzer Schlafrock der Mannspersonen, noch mehr aber, ein kurzes, weites fliegendes Überkleid des andern Geschlechtes, welches nicht so weit über die Hüften reicht. Frisch glaubt, daß die ehemahlige Medische Kleidung, welche unter dem Nahmen κανθος bekannt war, zu dieser Benennung Anlaß gegeben.
 
Artikelverweis 
Die Conveniếnz, S. Adelung Anständigkeit.
 
Artikelverweis 
Der Convếnt, des -es, plur. die -e, aus dem Latein. Conventus, überhaupt eine jede Zusammenkunft. Besonders ist diese Benennung in den Klöstern üblich, die Versammlung der Mönche in Klosterangelegenheiten zu bezeichnen, und den Ort, wo sie sich versammeln. In dieser Bedeutung kommt Convent schon im Schwabenspiegel vor; anderwärts findet man um eben diese Zeit auch das Wort Sammung. Daher der Conventuāl, oder die Conventuāle, ein Mönch oder Nonne, welche in dem

[Bd. 1, Sp. 1350]


Convente Sitz und Stimme hat, ein Convent-Bruder, oder Convent-Schwester, im Gegensatze der gemeinen oder untern Ordensglieder.
 
Artikelverweis 
Die Conventiōn, plur. die -en, aus dem mittlern Latein. Conventio und Franz. Convention, überhaupt eine jede Zusammenkunft, und die auf derselben gemachten Schlüsse. Im Deutschen Reiche sind verschiedene Zusammenkünfte und Verabredungen der Reichskreise und Reichsstände, besonders in Münzangelegenheiten, unter diesem Nahmen bekannt. Daher die Conventions- Münze, eine Münze, welche vermittelst geschlossener Convention seit 1750 von verschiedenen Reichsständen nach dem neuern Wiener Fuße ausgepräget wird. Der Conventions-Thaler, Conventions-Gulden u. s. f. Thaler oder Gulden, welche nach diesem Conventions-Fuße ausgepräget worden, nach welchem 81/3 ganze Species-Thaler eine Cölnische Mark machen.
 
Artikelverweis 
Copal, S. Adelung Kopal.
 
Artikelverweis 
Die Copīe, (zweysylbig,) plur. die -n, (dreysylbig,) aus dem Latein. Copia, und Franz. Copie, eine jede Sache, welche nach einer andern verfertiget wird, im Gegensatze des Originals. Besonders von Schriften; eine Abschrift. Eine Copie von etwas nehmen, verfertigen. Ingleichen von Gemählden, Zeichnungen, und andern Werken der Kunst. Auch figürlich. Du willst ihm nachahmen, aber du bist nur eine schlechte Copie von ihm. Die Unordnungen unserer Zeiten sind bloße Copien der vorigen Jahrhunderte. Daher copiiren, abschreiben, und in weiterer Bedeutung, überhaupt nachahmen; der Copíst, des -en, plur. die -en, ein Abschreiber, und in weiterer Bedeutung, ein Nachahmer; die Copir-Nadel, Zeichnungen, Risse damit zu copiiren.
   Anm. Vermuthlich wurde die Abschrift einer Urkunde oder eines Buches in den mittlern Zeiten zuerst eine Copie genannt, weil dadurch die Sache vervielfältiget und gleichsam in Menge hervorgebracht wurde. Copey für Copie, und copeyen für copiiren, sind veraltete Oberdeutsche Formen.
 
Artikelverweis 
Copuliren, verb. reg. act. aus dem Latein. copulare, verbinden. Im Deutschen gebraucht man dieses Wort nur von der ehelichen Verbindung verlobter Personen durch den Priester; ehelich einsegnen, im gemeinen Leben trauen. Daher die Copulatiōn, die eheliche Einsegnung; die Trauung.
 
Artikelverweis 
Coquếtt, (sprich kokett,) -er, -este, adj. et adv. aus dem Französ. coquet, von dem andern Geschlechte, bemühet, dem männlichen Geschlechte zu gefallen, um bewundert zu werden. Daher die Coquette, welche nur aus dieser Ursache zu gefallen sucht. Das Deutsche verbuhlt, welches von einigen statt dieses Wortes gebraucht worden, druckt mehr aus, als der Franz. Ausdruck eigentlich sagt.
 
Artikelverweis 
Coralle, S. Adelung Koralle.
 
Artikelverweis 
Der Córduān, des -es, plur. inus. außer von mehrern Acten, die -e, eine Art schwarzen Leders, welches vermittelst des Sumachs oder Schmacks und der Galläpfel aus Bock- und Ziegenfellen bereitet wird, und von welchem man zweyerley Arten hat, den glatten oder Glanz-Corduan, der auf der Narbenseite zugerichtet wird, und einen schönen Glanz hat, und den rauchen oder rauchschwarzen Corduan, welcher seine Zurichtung auf der Fleischseite bekommt, und rauch ist. Daher der Corduan-Macher, eine Art Gärber, welche die Häute vermittelst des Sumachs gar machen, und dadurch Corduan hervor bringen.

[Bd. 1, Sp. 1351]



   Anm. Corduanus, Cordewan u. s. f. kommen in dem mittlern Lateine schon seit dem eilften und zwölften Jahrhunderte von solchem Leder vor. Vorher nannte man es auch Cordebisus und Cordoversus. Aus diesem Worte haben die Franzosen ihr Cordouan und die Italiäner ihr Cordouano gemacht. Weil man von den ältesten Zeiten die Schuhe aus diesem Leder verfertigte, so wurden daher die Schuster im mittlern Lateine Cordobanarii, Cordoanerii u. s. f. im Französ. Cordonniers, und im Deutschen ehedem auch Kurdeweren, Kordewaner genannt. Die gemeineste Meinung ist, daß dieses Leder von der Stadt Corduba in Spanien seinen Nahmen hat, wo es ehedem am häufigsten und besten verfertiget wurde, ob man es gleich jetzt überall nachmacht, daher die Schuhe von solchem Leder ehedem auch calcei de Corduba genannt wurden. Allein, da die ganze Gärberey, welche die übrigen Europäer aus Spanien bekommen haben, keine Spanische Erfindung ist, sondern erst durch die Mauren aus Afrika dahin gebracht, auch in dem Oriente schon von den ältesten Zeiten her zu einer weit größern Vollkommenheit gebracht worden, als in Europa, indem in der Türkey Corduane von allen Farben verfertiget werden: so stehet es noch dahin, ob der Ursprung dieses Wortes nicht in dem Arabischen zu suchen ist.
 
Artikelverweis 
Coriander, S. Adelung Koriander.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: