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Contráct bis Copīe (Bd. 1, Sp. 1349 bis 1350)
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Artikelverweis  Contráct, adj. et adv. aus dem Lat. contractus, widernatürlich zusammen gezogene Glieder habend, durch lange anhaltende Verkürzung der Sehnen und Muskeln an den obern und untern Gliedern unbeweglich. Contract seyn. Ein contracter Mensch. Daher die Contractūr, diese widernatürliche Beschaffenheit der Glieder.
 
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Der Contráct, des -es, plur. die -e, aus dem Latein. Contractus, ein Vertrag, eine freywillige Verbindung zu gegenseitigen Pflichten, im gemeinen Leben. Ein schriftlicher, ein mündlicher Contract. Einen Contract mit jemanden machen. Der Kauf-Contract, Mieth-Contract, Zins-Contract, Pacht-Contract u. s. f.
 
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Der Contrást, des -es, plur. die -e, in den schönen Künsten, die Mannigfaltigkeit in den Bildern und Vorstellungen, in Beziehung auf ihre Ähnlichkeit oder Unähnlichkeit, ohne Plural. Wenn z. B. von drey Figuren in einem Gemählde, die eine von vorn, die andere von hinten, und die dritte von der Seite vorgestellet wird, so entstehet daraus ein Contrast. In engerer Bedeutung, die Verbindung zweyer dem Anscheine nach entgegen gesetzter Vorstellungen, um die eine durch die andere anschaulicher zu machen. Das ist freylich ein seltsamer Contrast! Die Vernunft und die Narrheit! Zwey allerliebste Gegenbilder! Weiße. Ingleichen solche Bilder und Vorstellungen selbst, mit dem Plural. Daher das Verbum contrastiren, so wohl als ein Neutrum, eine jede Figur muß mit den andern Figuren ihrer Gruppe contrastiren, d. i. anders gestellet, angeordnet u. s. f. seyn; als auch als ein Activum, den Contrast, d. i. Mannigfaltigkeit, und in engerer Bedeutung, Gegenbilder hervor bringen. Aus dem Französ. und Italiän. Contraste und Contrasto, welches wieder aus dem Latein. contra statio zusammen gesetzet ist, und eigentlich Entgegenstellung bedeutet.
 
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Contreband S. Adelung Contraband.
 
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Die Contributiōn, plur. die -en, aus dem Latein. Contributio, überhaupt eine jede Abgabe, welche außer den Kammereinkünften, von den Unterthanen zu den Bedürfnissen eines Landes gegeben wird; die Steuer. Contribution geben. Eine Contribution ausschreiben. Besonders, die Auflage, die ein Feind in Kriegeszeiten auf ein Land oder auf eine Stadt macht; die Kriegessteuer. Eine Stadt, ein Land in Contribution setzen, mit Contribution belegen.
 
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Die Contúsche, plur. die -n, aus dem Französ. Contouche, ein kurzer Schlafrock der Mannspersonen, noch mehr aber, ein kurzes, weites fliegendes Überkleid des andern Geschlechtes, welches nicht so weit über die Hüften reicht. Frisch glaubt, daß die ehemahlige Medische Kleidung, welche unter dem Nahmen κανθος bekannt war, zu dieser Benennung Anlaß gegeben.
 
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Die Conveniếnz, S. Adelung Anständigkeit.
 
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Der Convếnt, des -es, plur. die -e, aus dem Latein. Conventus, überhaupt eine jede Zusammenkunft. Besonders ist diese Benennung in den Klöstern üblich, die Versammlung der Mönche in Klosterangelegenheiten zu bezeichnen, und den Ort, wo sie sich versammeln. In dieser Bedeutung kommt Convent schon im Schwabenspiegel vor; anderwärts findet man um eben diese Zeit auch das Wort Sammung. Daher der Conventuāl, oder die Conventuāle, ein Mönch oder Nonne, welche in dem

[Bd. 1, Sp. 1350]


Convente Sitz und Stimme hat, ein Convent-Bruder, oder Convent-Schwester, im Gegensatze der gemeinen oder untern Ordensglieder.
 
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Die Conventiōn, plur. die -en, aus dem mittlern Latein. Conventio und Franz. Convention, überhaupt eine jede Zusammenkunft, und die auf derselben gemachten Schlüsse. Im Deutschen Reiche sind verschiedene Zusammenkünfte und Verabredungen der Reichskreise und Reichsstände, besonders in Münzangelegenheiten, unter diesem Nahmen bekannt. Daher die Conventions- Münze, eine Münze, welche vermittelst geschlossener Convention seit 1750 von verschiedenen Reichsständen nach dem neuern Wiener Fuße ausgepräget wird. Der Conventions-Thaler, Conventions-Gulden u. s. f. Thaler oder Gulden, welche nach diesem Conventions-Fuße ausgepräget worden, nach welchem 81/3 ganze Species-Thaler eine Cölnische Mark machen.
 
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Copal, S. Adelung Kopal.
 
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Die Copīe, (zweysylbig,) plur. die -n, (dreysylbig,) aus dem Latein. Copia, und Franz. Copie, eine jede Sache, welche nach einer andern verfertiget wird, im Gegensatze des Originals. Besonders von Schriften; eine Abschrift. Eine Copie von etwas nehmen, verfertigen. Ingleichen von Gemählden, Zeichnungen, und andern Werken der Kunst. Auch figürlich. Du willst ihm nachahmen, aber du bist nur eine schlechte Copie von ihm. Die Unordnungen unserer Zeiten sind bloße Copien der vorigen Jahrhunderte. Daher copiiren, abschreiben, und in weiterer Bedeutung, überhaupt nachahmen; der Copíst, des -en, plur. die -en, ein Abschreiber, und in weiterer Bedeutung, ein Nachahmer; die Copir-Nadel, Zeichnungen, Risse damit zu copiiren.
   Anm. Vermuthlich wurde die Abschrift einer Urkunde oder eines Buches in den mittlern Zeiten zuerst eine Copie genannt, weil dadurch die Sache vervielfältiget und gleichsam in Menge hervorgebracht wurde. Copey für Copie, und copeyen für copiiren, sind veraltete Oberdeutsche Formen.

 

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