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Cónsonánt bis Contributiōn (Bd. 1, Sp. 1347 bis 1349)
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Artikelverweis Der Cónsonánt, des -en, plur. die -en, aus dem Latein. consonans, ein Buchstab, welcher durch den Druck irgend eines Theiles des Mundes hervor gebracht wird, zum Unterschiede von den Vocalen, welche durch die bloße Öffnung des Mundes oder sanfte Niederlassung der Lunge entstehen. Im Deutschen hat man seit geraumer Zeit die erstern Mitlauter, die letztern aber Selbstlauter genannt. Allein zu geschweigen, daß dieses bloße buchstäbliche Übersetzungen der Lateinischen Ausdrücke sind, so geben sie von beyden einen ganz falschen Begriff, und haben wirklich viele verleitet, die Vocale für die wesentlichsten Bestandtheile der Wörter, die Consonanten aber nur für unbedeutende Nebenlaute zu halten; da doch eine gründliche Untersuchung gerade das Gegentheil lehret. Verlangt man daher ja Deutsche Nahmen für beyde, so kann man die Consonanten am richtigsten Hauptlaute, die Vocale aber Hülfslaute nennen; indem jene die wesentlichsten Bestandtheile der Wörter sind, diese aber nur die Höhe oder Tiefe des Tones ausdrucken, mit welchem jene hervor gebracht werden

[Bd. 1, Sp. 1348]


sollen, daher auch mehrere alte Sprachen sie gar nicht bezeichnen. S. mein Lehrgebäude der Deutschen Sprache.
 
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Der Cónstabler, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Gewisse Artillerie-Bediente, welche den Kanoniers Pulver und Kanonen austheilen, und die Stücke wohl selbst losfeuern. Daher die Constabels-Kammer, auf den Schiffen, ein Ort in dem Hintertheile des Schiffes unter der Kajüte, über der Pulverkammer, wo sich die Artilleristen aufhalten; Franz. Sainte-Barbe, weil die Artilleristen die heil. Barbara zur Patroninn haben. 2) In einigen Städten, ein Bürger, dessen Gewerk unter den Classen der Bürger noch nicht aufgenommen ist, der aber doch Rathsherr werden kann. S. Adelung Christoph.
   Anm. In beyden Bedeutungen ist dieses Wort aus dem mittlern Latein. Constabularius. Da dieses Wort auch so viel als Comes Stabuli oder Stallmeister bedeutet, so haben sich dadurch fast alle Wortforscher verleiten lassen, beyde Wörter mit einander zu verwechseln, woraus denn freylich wunderliche Auslegungen entstanden sind. Frisch ist der erste, der beyde Wörter gehörig von einander unterschieden hat. Ihm zu Folge kommt unser Constabler von Stabulum, eine Stelle, Lagerstatt, her, und Stabularii hießen in den mittlern Zeiten Soldaten, welche einerley Wohnung hatten, Stallbrüder, wie man sie auch nannte, oder Cameraden. König Johann in Frankreich theilete 1351 das Fußvolk in solche Contubernia, oder Constabulia, Franz. Connétablies, von 25 bis 30 Mann, deren Vorgesetzter Constabularius, Franz. Connétable, Deutsch Constabler genannt wurde. In dieser Bedeutung hat sich das Wort noch bey unserer Deutschen Artillerie erhalten. S. Adelung Camerad, und Staller, ingleichen Frischens Wörterb. v. Constabel.
 
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* Das Cónterfät, des -es, plur. die -e, aus dem Französ. Contrefait, ein veraltetes Wort, ein Gemählde, besonders ein nach der Natur verfertigtes Gemählde auszudrucken, welches nur noch zuweilen im gemeinen Leben gehöret wird. Es ist sehr frühe in die Deutsche Sprache aufgenommen worden, und kommt in den Schriften der vorigen Jahrhunderte unter allerley seltsamen Verstellungen häufig vor, so wie das Zeitwort conterfaiten, oder conterfeyn. Einer unserer berühmtesten Dichter hat beyde Wörter wieder in die höhere Schreibart aufzunehmen gesucht; allein man sollte sie immer der Vergessenheit überlassen, in der sie schon begraben liegen. In einer andern Bedeutung bezeichnete Conterfey ehedem auch eine Art unechtes Gold oder Silber, wie aus einem Paar Stellen aus dem Matthesius und der Straßburgischen Polizeyordnung bey dem Frisch erhellet. Vermuthlich spielet auf diese Bedeutung Walther von Klingen, einer der Schwäbischen Dichter, an, wenn es bey ihm heißt:
   Al min froeide ist gunterfeit, d. i. unecht, verstellt.
 
Artikelverweis Das
Cónto, plur. ut nom. sing. ein aus dem Ital. Conto entlehntes und bey den Kaufleuten eingeführtes Wort, eine Rechnung auszudrucken. Daher das Conto-Buch, das Rechnungsbuch, u. s. f.
 
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Das Contōr, des -es, plur. die -e, gleichfalls aus dem Italiän. Contoro, bey den Kaufleuten, die Schreibstube. In Ostindien führen auch die Niederlagen und Handlungshäuser der Europäer in fremden Gebiethe diesen Nahmen. Nach dem Franz. Comptoir, lautet dieses Wort auch zuweilen im Deutschen Comptor oder Comtor.
 
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Cóntraband, adj. et adv. aus dem Ital. contrabando, einem Verbothe zuwider, doch nur von der verbothenen Einfuhre fremder Waaren. Contrabande Waaren, die wider das Verboth

[Bd. 1, Sp. 1349]


eingeführet werden, oder von denen die gesetzte Abgabe nicht entrichtet wird. Das ist contraband, ist im Handel und Wandel verbothen. Die letzte Hälfte dieses Wortes ist unser altes Deutsches Bann, ein Verboth. Nach dem Franz. Contrebande, lautet es auch zuweilen contrebano.
 
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Contráct, adj. et adv. aus dem Lat. contractus, widernatürlich zusammen gezogene Glieder habend, durch lange anhaltende Verkürzung der Sehnen und Muskeln an den obern und untern Gliedern unbeweglich. Contract seyn. Ein contracter Mensch. Daher die Contractūr, diese widernatürliche Beschaffenheit der Glieder.
 
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Der Contráct, des -es, plur. die -e, aus dem Latein. Contractus, ein Vertrag, eine freywillige Verbindung zu gegenseitigen Pflichten, im gemeinen Leben. Ein schriftlicher, ein mündlicher Contract. Einen Contract mit jemanden machen. Der Kauf-Contract, Mieth-Contract, Zins-Contract, Pacht-Contract u. s. f.
 
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Der Contrást, des -es, plur. die -e, in den schönen Künsten, die Mannigfaltigkeit in den Bildern und Vorstellungen, in Beziehung auf ihre Ähnlichkeit oder Unähnlichkeit, ohne Plural. Wenn z. B. von drey Figuren in einem Gemählde, die eine von vorn, die andere von hinten, und die dritte von der Seite vorgestellet wird, so entstehet daraus ein Contrast. In engerer Bedeutung, die Verbindung zweyer dem Anscheine nach entgegen gesetzter Vorstellungen, um die eine durch die andere anschaulicher zu machen. Das ist freylich ein seltsamer Contrast! Die Vernunft und die Narrheit! Zwey allerliebste Gegenbilder! Weiße. Ingleichen solche Bilder und Vorstellungen selbst, mit dem Plural. Daher das Verbum contrastiren, so wohl als ein Neutrum, eine jede Figur muß mit den andern Figuren ihrer Gruppe contrastiren, d. i. anders gestellet, angeordnet u. s. f. seyn; als auch als ein Activum, den Contrast, d. i. Mannigfaltigkeit, und in engerer Bedeutung, Gegenbilder hervor bringen. Aus dem Französ. und Italiän. Contraste und Contrasto, welches wieder aus dem Latein. contra statio zusammen gesetzet ist, und eigentlich Entgegenstellung bedeutet.
 
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Contreband S. Adelung Contraband.
 
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Die Contributiōn, plur. die -en, aus dem Latein. Contributio, überhaupt eine jede Abgabe, welche außer den Kammereinkünften, von den Unterthanen zu den Bedürfnissen eines Landes gegeben wird; die Steuer. Contribution geben. Eine Contribution ausschreiben. Besonders, die Auflage, die ein Feind in Kriegeszeiten auf ein Land oder auf eine Stadt macht; die Kriegessteuer. Eine Stadt, ein Land in Contribution setzen, mit Contribution belegen.

 

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