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Concubināt bis Consistōrium (Bd. 1, Sp. 1346 bis 1347)
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Artikelverweis Der Concubināt, des -es, plur. die -e, der Zustand, da man mit einer Person ehelich lebet, ohne mit derselben ehelich verbunden zu seyn; in der Straßburgischen, Polizeyordnung, die Unche.
 
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Die Concubīne, plur. die -n, aus dem mittlern Lat. Concubina, eine Person weiblichen Geschlechtes, mit welcher man ehelich lebet, ohne nach den Gebräuchen der Kirche ehelich mit derselben verbunden zu seyn; eine Beyschläferinn, mit einem Französischen Worte, eine Maitresse.
 
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Der Concúrs, des -es, plur. die -e, aus dem mittlern Lat. Concursus, eine Zusammenkunft, in den Rechten, die Vereinigung mehrerer Gläubiger, ihre Forderungen von einem Schuldner gerichtlich beyzutreiben. Es wird mit ihm wohl zu einem Concurse kommen. Es sind dieß Mahl viele Concurse ausgebrochen, viele solche Fälle. Einen Concurs machen, von dem gemeinschaftlichen Schuldner, wenn er denselben veranlasset. Daher der Concurs-Prozeß, das in solchen Fällen übliche gerichtliche Verfahren; die Concurs-Masse, das noch übrige Vermögen des gemeinschaftlichen Schuldners.
 
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Der Condītor, des -s, plur. die -s, aus dem Latein. und Ital. condire, würzen, einmachen, der ein Geschäft daraus macht, allerley Sachen in Zucker einzumachen; ein Zuckerbäcker Canditer. Daher die Conditorēy, an den Höfen, die Werkstatt eines Conditors, und die dazu gehörigen Personen. S. Adelung Candiren.
 
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Das Confếct, des -es, plur. inus. als ein Collectivum, aus Zucker gebackene Speisen, Zuckergebackenes; ingleichen mit Zucker eingemachte eßbare Dinge, mit einem Französischen Worte Confitüren, und in weiterer Bedeutung auch wohl der ganze Nachtisch, mit Einschluß des Obstes u. s. f. Aus dem Latein. conficere, bedeutete im mittlern Lateine Confectio eine durch die Kunst zubereitete Arzeney. Doch kommt um das Jahr 1333 Confectae bey dem du Fresne schon von Früchten vor, die mit Zucker eingemacht worden.
 
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Die Conferếnz, plur. die -en, aus dem Franz. Conference, und mittlern Latein. Conferentia, eigentlich eine jede Zusammenkunft zur gemeinschaftlichen Berathschlagung oder Unterhandlung, und diese Berathschlagung selbst. Conferenz halten, berathschlagen, unterhandeln. Mit jemanden in Conferenz treten. Die Conferenz eröffnen. An einigen Höfen wird die Versammlung der Staats- oder Cabinetts-Minister über Landesangelegenheiten gleichfalls eine Conferenz genannt. Daher der ConferenzRath,

[Bd. 1, Sp. 1347]


der Conferenz-Minister, ein Rath oder Minister, der bey dergleichen Conferenzen den Zutritt hat.
 
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Confisciren, verb. reg. act. aus dem Latein. confiscare, dem Fisco oder öffentlichen Schätze einverleiben, doch nur von den Gütern eines Verbrechers oder Straffälligen; einziehen. Eines Vermögen, contrabande Waaren confisciren. Daher die Confiscation, die Einziehung.
 
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Der Congrếß, des -sses, plur. die -sse, aus dem Latein. Congressus, eigentlich eine jede Zusammenkunft, wie Conferenz. Besonders wird die Zusammenkunft der Minister oder Gesandten mehrerer Fürsten oder Mächte zu Berichtigung einer gemeinschaftlichen Angelegenheit ein Congreß genannt. Daher ein Friedens-Congreß, Theilungs-Congreß, Gränz-Congreß u. s. f.
 
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Cónrad, ein alter Deutscher Mannsnahme, dessen erste Hälfte von können oder auch von kühn abstammet, und einen mächtigen oder kühnen Rathgeber bedeutet, wie das Griech. Thrasybulus. Kunz, Kurd, im Nieders. Koord, in den mittlern Zeiten Cono, Cuno, Chuono, Chunzo, Conzo, Chuzo, Cozzilo, u. s. f. sind bloße Verkürzungen dieses Nahmens. S. Frischens Wörterbuch.
 
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Das Cónrads-Kraut, des -es, plur. inus. eine Art des Johannis-Krautes, mit langen spitzigen Blättern, gelben Blumen und purpurrothen Beeren, welche in England, Languedoc und Italien wächset; Hypericum Androsaemum, L.
 
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Das Consistōrium, des -rii, plur. die -ria, aus dem mittlern Latein. Consistorium, locus in quo consistitur, und hernach ein jeder Ort, in welchem über öffentliche Angelegenheiten berathschlaget wird. 1) An dem päpstlichen Hofe zu Rom, die Versammlung des Papstes und der Cardinäle, Consistorium halten, und der Ort, wo sie sich versammeln. Daher die Consistoriāl-Pfründe, eine Pfründe höherer Art, welche bey dem Consistorio gesucht und von demselben vergeben wird. 2) In den protestantischen Kirchen, ein geistliches Gericht, welches aus geistlichen oder weltlichen Personen bestehet, und theils die Besetzung der geistlichen Stellen, theils die kirchliche Polizey, theils aber auch die für das geistliche Gericht gehörigen Streitsachen zu besorgen und zu entscheiden hat; der Kirchenrath, (der doch an manchen Orten, wie z. B. in Sachsen, noch von dem Consistorio verschieden ist,) in Breslau das Kirchenamt, in der Schweiz das Chorgericht. Daher der Consistoriāl-Rath, ein fürstlicher Rath, der im Consistorio Sitz und Stimme hat.

 

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