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Coloyhōnium bis Cómmenthūr (Bd. 1, Sp. 1341 bis 1342)
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Artikelverweis Das Coloyhōnium, des -nii, plur. car ein Harz, welches aus dem Terpenthin durch Kochen erhalten wird; Spiegelharz, Griechisches Pech, weil es zuerst aus Griechenland kam, Geigenharz, weil die Bogen der Geigen damit bestrichen werden. Dem Plinius zu Folge hat es seinen Nahmen von der Stadt Colophone in Ionien, woher es anfänglich gebracht wurde. In den Ungarischen Bergwerken nennet man auch die Blende wegen einiger Ähnlichkeit Colfon.
 
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Die Coloquínthe, plur. die -n, eine Art ausländischer Gurken, wovon man in den Apotheken nur die geschälte und getrocknete Frucht mit ihren Kernen bekommt. Das Mark der Frucht hat einen überaus bittern Geschmack, und verursacht ein heftiges Erbrechen und Purgiren; Colocynthis, L. Ital. Coloquintida. Da gieng einer aufs Feld und fand wilde Ranken und las davon Colochinten u. s. f. 2 Kön. 4, 39.
 
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Das Colorīt, S. Adelung Farbengebung.
 
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Der Colóß, S. Adelung Koloß.
 
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Die Colúmne, plur. die -n, aus dem Latein. Columna, eine Säule, bey den Buchdruckern, die Seite eines bedruckten Blattes. Gespaltene Columnen, die in zwey oder mehr Spalten von oben herunter getheilet sind.
 
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Comet, Comisch, Comma, S. in K.
 
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Das Commándo, des -s, plur. die -s, aus dem Italiän. 1) Das Recht andern zu befehlen, besonders im Kriege, und ohne Plural. Das Commando haben, unter jemandes Commando stehen. 2) Ein zu einer gewissen Verrichtung abgeschickter kleiner Haufen Soldaten. Ingleichen die Bestimmung eines

[Bd. 1, Sp. 1342]


solchen Haufen. Auf Commando gehen. Daher commandiren, befehlen, besonders bey den Soldaten.
 
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Der Commendánt, des -en, plur. die -en, von dem Franz. Commendant, der oberste Befehlshaber in einer Festung, der alles, was den Dienst einer Besatzung, die Unterhaltung der Festungswerke, und die Vertheidigung des Ortes betrifft, anzuordnen hat.
 
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Die Commếnde, plur. die -n, aus dem mittlern Lat. Commenda, von commendare, anvertrauen, leihen, in eines Schutz geben. In der Römischen Kirche: 1) eine geistliche Pfründe, so fern der Genuß derselben, und auch die Pfründe selbst, einem Weltlichen auf Lebenszeit übertragen wird, oder auch eine reguläre Pfründe, wenn sie einem Weltgeistlichen anvertrauet wird. 2) Die Pfründe eines Ordensritters oder Ritterordens, S. Adelung Commenthurey. 3) Zuweilen auch ein Lehen oder eine Stiftung zur Unterhaltung des Gottesdienstes auf einem Altare.
 
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Das Commếntchen, des -s, plur. ut nom. sing. in einigen Gegenden, eine kleine flache Schüssel, Saußen darin aufzutragen, ingleichen ein kleiner flacher unten halb runder Becher, auf Reisen daraus zu trinken. Vermuthlich ist dieß Wort aus irgend einer fremden Sprache hergenommen worden; aber im Grunde ist es doch Deutsch. Das Nieders. Kumm, Kump, und Holländ. Komme, bedeutet eine tiefe Suppenschüssel, und Spülkumpf den tiefen Spülnapf zu den Theeschalen. Das Diminut. Kumpken, Holländ. Kommeken, und das Hochdeutsche Commentchen bedeuten also einen kleinen Kump. S. Kump.
 
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Der Cómmenthūr, des -s, plur. die -e, in den geistlichen Ritterorden, ein Ritter, welcher eine Ordenspfründe verwaltet, ein Befehlshaber, der die Güter des Ordens verwaltet; ein Gebierhiger, im mittlern Lateine Commendarius, Commendator. Daher der Haus-Commenthur, ein solcher Ritter, der einem Ordenshause vorgesetzet ist; der Land-Commenthur, der den Commenden einer ganzen Provinz vorstehet, und einer von den Capitularibus ist, welche den Großmeister wählen. S. Adelung Balley. Im gemeinen Leben wird dieses Wort oft in Comter und Comthur zusammen gezogen, älterer Verstümmelungen zu geschweigen.

 

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