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Citrōne bis Ck (Bd. 1, Sp. 1337)
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Artikelverweis Die Citrōne, plur. die -n, die goldgelbe Frucht des Citronen-Baumes, besonders, wenn sie frisch zu uns gebracht wird, dagegen man die eingesalzenen Früchte dieser Art im Deutschen Limonien zu nennen pfleget. Der Citronen-Baum, Citrus, ist in dem ehemahligen Medien zu Hause, daher die Alten dessen Früchte auch Mala Medica nannten. Er wurde durch die Perser nach Athen, und von da nach Italien gebracht, wo er jetzt sehr häufig wächset. Zu Vergils Zeiten war es noch ein sehr rarer Baum, und zu des Plinii Zeiten wußte man ihn noch nicht aus dem Samen zu ziehen, sondern man mußte die Stämme aus fremden Ländern hohlen. Der Nahme ist vermuthlich morgenländisch, denn in Malabar wird eine gewisse Art Citronen noch jetzt Kidharen und Kitaracn genannt. S. Limonie und Pomeranze.
 
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Das Citrōnen-Brot, des -es, plur. inus. eine Art Zuckergebackenes, zu welchem die äußern Schalen der Citronen auf Zucker abgerieben werden.
 
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Citrōnengêlb, adj. et adv. den Citronen an Farbe gleich.
 
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Das Citrōnen-Kraut, des -es, plur. inus. S. Adelung Melisse. Auch eine Art Thymian, dessen Blätter einen Geruch wie Citronen haben, wird im gemeinen Leben Citronen-Kraut genannt.
 
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Das Citrōnen-Mūß, des -es, plur. inus. in den Küchen, ein Muß, welches aus Zucker, Wein, Eyerdottern und Citronen bereitet wird.
 
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Der Cirtōnen-Wein, des -es, plur. inus. Wein, der mit Citronensaft und Zucker vermengt worden.
 
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Die Citrúlle, plur. die -n, ein Nahme der Wasser-Melonen, aus dem Ital. Cedriuolo, und Franz. Citrouilles. S. Adelung Wassermelone.
 
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Die Cittadếlle, plur. die -n, eine kleine Festung, welche neben einer großen Stadt angeleget wird, die Einwohner im Gehorsam zu erhalten, zuweilen auch eine Festung dadurch zu verstärken. Aus dem Ital. Cittadella, welches das Dimius von Citta, eine Stadt, ist, und eigentlich eine kleine Stadt oder Festung bedeutet; Franz. Citadelle.
 
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Civīl, adj. et adv. welches nur in verschiedenen Zusammensetzungen üblich ist, und alsdann so viel als bürgerlich bedeutet. Die Civil-Obrigkeit, die bürgerliche Obrigkeit, im Gegensatze der Militär-Obrigkeit; der Civil-Bediente, eine obrigkeitliche Person in Civil-Sachen, im Gegensatze der Militär-Bedienten u. s. f.
 
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Civilisiren, verb. reg. act. aus dem Franz. civiliser, gesittet machen Civilisirte Völker, gesittete.
 
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Ck, ein doppelter Buchstab, welcher die Stelle des kk vertritt, und daher auch nur alsdann gesetzt wird, wenn die Aussprache das k wirklich doppelt hören lässet. Dieses geschiehet aber alle Mahl nach einem geschärften Vocal, wenn vor dem k kein anderer Mitlauter vorher gehet. Decke, Backe, drücken, lecken, strecken, hacken, Sack, Schluck, Speck, erfordern so wohl in der Aussprache als Schreibart ein doppeltes k, folglich ein ck. Dagegen nach einem gedehnten Vocal, oder wenn ein Mitlauter vor dem k hergehet, dieses auch nur einfach gesprochen und geschrieben wird, wie in Haken, Laken, Zank, zanken, Volk, trinken u. s. f.
   Es fragt sich nur, wie diejenigen Sylben getheilet werden müssen, in welchen ein ck vorkommt. Da dieses ein wirklicher doppelter Buchstab ist, so müßte so wohl der grammatischen Regel, als auch der Aussprache zu Folge, die eine Hälfte zur vorher gebenden, die andere aber zur folgenden Sylbe gezogen werden.

[Bd. 1, Sp. 1338]


Man müßte also theilen Dec-ke, lec-ken. Allein, da das c am Ende einer Sylbe im Deutschen ungewöhnlich ist, so behält man es am liebsten ungetheilt zur ersten Sylbe; Deck-e. S. die Orthographie, wo auch die Ursache angegeben ist, warum alle bisherige Versuche, statt des ck ein kk einzuführen, keinen Beyfall gefunden haben.

 

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