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Churmede bis Cider (Bd. 1, Sp. 1334 bis 1335)
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Artikelverweis Die Churmede, S. Adelung Kurmede.

[Bd. 1, Sp. 1335]



 
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Der Churmeister, des -s, plur. ut nom. sing. zur Polizey gehörige obrigkeitliche Personen in der Reichestadt Aachen, welche über das Bier, Leder u. s. f. gesetzt sind, so wie die Marktmeister die Aufsicht über das Brot, Fleisch, Korn, Fische u. s. f. haben.
 
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Die Churnacht, plur. die -nächte, in einigen Städten, z. B. zu Straßburg, diejenige Nacht, in welcher die neuen Rathsherren gewählet werden.
 
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Der Churprinz, des -en, plur. die -en, der älteste Prinz eines Churfürsten, welcher der nächste Erbe der Churwürde ist. In weiterer Bedeutung werden zuweilen auch alle Prinzen eines Churfürsten Churprinzen, so wie dessen Prinzessinnen, Churprinzessinnen genannt.
 
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Der Churschêffe, oder Churschöppe, des -n, plur. die -n, S. Adelung Churgericht.
 
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Das Chūrschwêrt, des -es, plur. die -er, dasjenige Schwert, welches das Ehrenzeichen der Chur Sachsen ist, wegen des Erzmarschallamtes, womit dieselbe beliehen ist. In dem Chursächsischen Wapen bestehet dieses Ehrenzeichen aus zwey kreuzweise gelegten Schwertern, welche alsdann die Churschwerter genannt werden.
 
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Die Churwürde, plur. inus. die Würde eines Churfürsten, die churfürstliche Würde. Mit der Churwürde bekleidet werden.
 
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Die Chymīe, plur. die -en. 1) Die Kunst oder Wissenschaft, natürliche Körper vermittelst des Feuers oder anderer Auflösungsmittel in ihre Bestandtheile aufzulösen, und diese zu neuen Producten zusammen zu setzen, ohne Plural; die Scheidekunst, welcher Ausdruck aber nur die eine Hälfte der chymischen Arbeiten ausdruckt. 2) Ein Lehrbuch, worin diese Wissenschaft vorgetragen wird, mit dem Plurale. Daher chȳmisch, adj. et adv. in dieser Wissenschaft gegründet; der Chymíst, des -en, plur. die -en, der sie verstehet und ausübet; bey einigen ein Scheidekünstler.
   Anm. Aus dem Lat. Chymia. Man hat dieses von je her von dem Griech. χεω, ich gieße, schmelze, abgeleitet, wovon nach dem in allen Sprachen gewöhnlichen Übergange eines Vocales in den andern χυμα, was gegossen oder geschmolzen ist, χυμος, Saft, Feuchtigkeit, χυμεισις, Vermischung, und χυμικ τεχν, die Kunst, Säfte auszudrucken und zu bereiten, kommen, und wovon die spätern Griechen ihr χυμεια, und noch spätere, wie z. B. Guidas, χμεια, χειμεια, die Chymie, und die Araber durch Vorsetzung ihres Artikels Alchymia gemacht haben; bis es dem Bochart einfiel, dieses Wort von dem Arabischen chema, verbergen, abzuleiten, so daß Chemia und Alchemia eine verborgene Kunst bedeuten sollen. So unerwiesen und gewagt diese Ableitung auch ist, so ist sie doch verschiedenen Neuern, hinlänglich gewesen, eine Veränderung in der allgemein üblichen Schreibart dieses Wortes vorzunehmen und Chemie zu schreiben und zu sprechen; mit wie vielen Gründen wird jeder aus dem eben gesagten leicht selbst bestimmen können.
 
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Die Cibebe, S. Adelung Cubebe.
 
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Die Cichōrie, plur. inus. oder ohne Artikel Cichōrien, ein Nahme, unter welchem auch die Wegewart nebst ihrer Unterart der Endivie bekannt sind. S. diese Wörter. Aus dem Griech. und Latein. Cichorium.
 
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Der Cider, des -s, plur. inus. ein Nahme, womit man am häufigsten in Frankreich und England dasjenige Getränk zu belegen pfleget, welches durch die Gährung aus ausgepreßten Äpfeln und Birnen bereitet wird, Obstwein, Birnwein, Äpfelwein; aus dem Franz. Cidre, und Engl. Cyder. Indessen ist es ein altes Deutsches Wort, welches sich schon bey dem Tatian, wenigstens einigen Lesearten nach, befindet, und noch in einigen Oberdeutschen

[Bd. 1, Sp. 1336]


Gegenden Zitter lautet. Daher Cider-Essig, ein aus Birn- und Äpfelsaft bereiteter Essig.

 

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