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Churbrief bis Churhut (Bd. 1, Sp. 1334)
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Artikelverweis Der Churbrief, des -es, plur. die -e, an einigen Orten, die Innungsbriefe der Handwerker, vermuthlich weil sie durch eine freye Chur oder Kühr, d. i. Entschließung der theilhabenden Personen, abgefasset werden.
 
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Der Churêrbe, des -n, plur. die -n. 1) Der Erbe eines Churfürstenthums, der älteste Prinz oder nächste Erbe eines Churfürsten; der Churprinz. 2) In manchen Gegenden ist der Churerbe der jüngste Erbe unter mehrern, weil er die Chur hat, d. i. das Recht, unter den Theilen der Erbschaft zu wählen.
 
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Der Churfürst, des -en, plur. die -en, in dem Deutschen Staatskörper, ein Reichsfürst, welcher das Recht hat, das Oberhaupt des Deutschen Reiches zu wählen. Es sind dieser Churfürsten gegenwärtig neun, wovon drey geistliche, sechs aber weltliche Churfürsten sind. S. Adelung Chur.
 
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Der Churfürstentag, des -es, plur. die -e, eine Versammlung der Churfürsten, über ihre und des Reiches Angelegenheiten zu berathschlagen; S. Adelung Tag.
 
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Das Churfürstenthum, des -es, plur. die -thümer, dasjenige Land, welches ein Churfürst besitzet. Das Churfürstenthum Hannover, Baiern u. s. f.
 
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Die Churfürstenverein, plur. die -e, in dem Deutschen Staatsrechte, eine Verein, oder Verbindung der Churfürsten unter einander.
 
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Churfürstlich, adj. et adv. die Person eines Churfürsten betreffend, demselben gehörig. Die churfürstliche Tafel, die churfürstlichen Länder, die churfürstliche Würde. Ferner, der Würde eines Churfürsten gemäß, anständig. Einen churfürstlichen Staat machen.
 
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Das Churgericht, des -es, plur. die -e, an einigen Orten, noch der Nahme eines besondern Gerichtes, dessen Richter und Beysitzer von dazu berechtigten Personen gekoren oder erwählet werden. So heißt zu Aachen noch dasjenige Gericht, welches über Todtschlag und Verwundungen richtet, das Churgericht, und die Beysitzer in demselben, Churscheffen oder Churschöppen. Durch das Urtheil dieses Gerichtes an seiner Ehre verletzet werden, wird daselbst verkühret werden genannt.
 
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Das Churhaus, des -es, plur. die -häuser, ein fürstliches Haus, welches mit der churfürstlichen Würde bekleidet ist. Das Churhaus Sachsen, Brandenburg, Baiern u. s. f.
 
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Der Churhêrr, des -en, plur. die -en, an einigen Orten, Personen aus dem Rathe oder der Bürgerschaft, welche die übrigen Mitglieder des Rathes wählen, und dadurch den Churherreneid verpflichtet sind.
 
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Der Churhut, des -es, plur. die -hüte, ein mit Hermelin ausgeschlagener rother Hut, welcher ein Merkmahl der churfürstlichen Würde ist.

 

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