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Christenheit bis Christ-Nacht (Bd. 1, Sp. 1331 bis 1332)
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Artikelverweis Die Christenheit, plur. car. ein Collectivum, alle Christen, als ein Ganzes betrachtet, oder vielmehr alle von Christen bewohnte Länder auszudrucken. Das ist in der Christenheit noch nicht erhöret worden. Die Türken haben von jeher gesucht, die Ruhe der Christenheit zu stören.
   Anm. Die Hauptwörter auf heit bedeuten sonst alle Mahl Abstracta, und man wird wenige aufweisen können, die wie dieses, eine concrete Bedeutung haben. Doch, sie ist auch nur eine Figur der ersten eigentlichen Bedeutung, denn in dem alten Gedichte auf Carls des Großen Feldzug bey dem Schilter kommt dieses Wort noch von der christlichen Religion vor, wofür wir jetzt Christenthum gebrauchen. Aber in eben diesem Gedichte bedeutet Cristenhaid schon die christliche Nation. Notker und Willeram gebrauchen es mehrmahls auch für die christliche Kirche. Daß Christenheit ehedem auch von der Taufe gebraucht worden, haben schon Schilter und Frisch bemerket. S. auch des du Fresne Glossar. v. Christianitas.
 
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Das Christenthum, des -es, plur. car. die christliche Religion. Nach den Lehren des Christenthumes sind wir verbunden, unsere Feinde zu lieben. Ingleichen die Ausübung derselben. Dein Christenthum ist nicht rechter Art. Das thätige Christenthum.
 
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Das Christi-Fêst, des -es, plur. die -e, das Weihnachtsfest.
 
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Das Christ-Geschênk, des -es, plur. die -e, Geschenke, die man einander am Christ-Tage macht.
 
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Christian, ein Mannsnahme, aus dem Lat. Christianus, welches eigentlich einen Christen bedeutet; im Nieders. Karsten, Kasten. Das Diminut. lautet davon im gemeinen Leben Christel, das Fämin. Christiana, Christina, und das Diminut. gleichfalls Christel, Christchen, und in Nieders. Stiene, Stienchen.
 
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Christisch, S. Adelung Christlich, Anm.
 
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Das Christ-Kindlein, oder Christ-Kindchen, des -s, plur. inus. im gemeinen Leben, Christus in seiner zarten Kindheit gleich nach seiner Geburt, besonders so fern er den Kindern als der Urheber des Christgeschenkes vorgebildet wird.

[Bd. 1, Sp. 1332]



 
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Christlich, -er, -ste, adj. et adv. 1) Von Christo herkommend; doch nur in den Ausdrücken, die christliche Religion, die christliche Lehre, der christliche Glaube. 2) Den Lehren Christi gemäß. Eine christliche Gesinnung. Ein christliches Gemüth. Die christliche Moral. Die Demuth ist der Grund aller christlichen Tugenden. 3) Christum bekennend, an Christum glaubend. Europa wird größten Theils von christlichen Nationen bewohnt. Die christlichen Staaten. 4) Nach Art der Christen. Christliche Gebräuche. Christliche Sitten.
   Anm. Christenleich findet sich schon in dem alten Gedichte auf Carls des Großen Feldzug und bey dem Stryker. In noch ältern Zeiten kommt auch cristena und cristan vor. Luther gebraucht 1 Cor. 1, 12 das Wort christlich für Christo angehörig, welches aber ungebräuchlich ist.
 
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Die Christ-Mêsse, oder Christ-Mêtte, plur. die -n, in der Römischen Kirche, der Gottesdienst, der am frühen Morgen des Christtages gehalten wird, welche Benennung auch an einigen protestantischen Orten üblich geblieben ist, zuweilen aber auch nur den Christabend bedeutet. S. Adelung Messe und Mette. Im Westphälischen heißt die Christmette Kassucht, von Kaß, Kast, Christ, und Ucht, die Dämmerung.
 
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Der Christ-Monath, des -es, plur. die -e, der letzte Monath im Jahre, in welchen das Christ- oder Weihnachtsfest fällt; mit einem Römischen Nahmen der December. S. dieses Wort.
 
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Die Christ-Nacht, plur. die -Nächte, die Nacht unmittelbar vor dem Christ-Tage.

 

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