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2. Der Christ bis Christian (Bd. 1, Sp. 1330 bis 1331)
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Artikelverweis  2. Der Christ, (sprich Krist, und so in allen folgenden Zusammensetzungen,) des -en, plur. die -en, Fämin. die Christinn. plur. die -en, ein jeder, der auf den Nahmen Christi getaufet ist, und sich zu der von ihm gelehrten Religion bekennet; im Gegensatze eines Unchristen. Ein Christ seyn, werden. In engerer Bedeutung, der der Religion Christi gemäß lebet. Ein rechter Christ, ein wahrer Christ; im Gegensatze der Schein-Christen, oder Nahmen-Christen, und in den niedrigen Sprecharten der Maul-Christen. Schon zu der Apostel Zeiten wurden die Nachfolger Christi nach seinem Nahmen Christen genannt. Im Deutschen kommt diese Benennung zuerst bey dem Kero vor, wo er im Dativo Christunemu, dem Christen, lautet. Bey dem Willeram lautet er im Singular Christa, bey dem Notker im Plural Christana, im Schwabenspiegel aber schon Cristen. Weil man ehedem so wohl im Ober- als Niederdeutschen, als auch im mittlern Lateine und in andern Sprachen das Zeitwort christen, Nieders. karsten, Latein. christianare, im Alt-Französ chretienner, hatte, welches zum Christen machen und in engerer Bedeutung taufen bedeutete, so kommt Christ, noch mehr aber Christenheit in den mittlern Zeiten zuweilen

[Bd. 1, Sp. 1331]


auch für die Taufe vor. Im Böhmischen bedeutet krest und krtjti, und im Engl. to christen noch jetzt taufen.
 
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Der Christ-Abend, des -es, plur. die -e, der Abend vor dem Christ-Tage, der Weihnachtsabends, der heilige Abend vor dem ersten Weihnachtstage. Im Dithmarsischen Kaßavend, von Kaß, Christ.
 
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Das Christ-Auge, des -s, plur. inus. eine Pflanze, welche Linné zu dem Geschlechte des Alantes rechnet, und die in Österreich wild wächset; Inula oculus Christi, L.
 
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Die Christ-Bêêre, plur. die -n, ein Nahme, welchen man auch der glatten Stachelbeere gibt; S. dieses Wort.
 
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Die Christ-Beschêrung, plur. die -en, das Geschenk, welches man andern am ersten Weihnachtstage macht; in den niedrigen Sprecharten der heil. Christ. S. 1 Christ.
 
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Der Christ-Dorn, des -es, plur. die -en. 1) Eine Art des Wegedornes mit doppelten gerade Dörnern und eyförmigen Blättern; Rhamnus spina Christi, L. Er wächst in Palästina und Äthiopien, und führet diesen Nahmen deswegen, weil Christus, einer alten Überlieferung zu Folge, mit Zweigen von diesem Strauche soll seyn gekrönet worden. 2) Eine Art des Kreuzdornes, welche im Herzogthume Krain angetroffen wird, und bey dem Linné Rhamnus Paliurus, sonst aber auch Stechdorn heißt, führet gleichfalls diesen Nahmen. Ingleichen, 3) die gemeine Stechpalme, mit eyförmigen stacheligen spitzigen Blättern, Ilex Aquifolium, L. welche im mittägigen Europa, in Japan und in Virginien wächset.
 
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Die Christenheit, plur. car. ein Collectivum, alle Christen, als ein Ganzes betrachtet, oder vielmehr alle von Christen bewohnte Länder auszudrucken. Das ist in der Christenheit noch nicht erhöret worden. Die Türken haben von jeher gesucht, die Ruhe der Christenheit zu stören.
   Anm. Die Hauptwörter auf heit bedeuten sonst alle Mahl Abstracta, und man wird wenige aufweisen können, die wie dieses, eine concrete Bedeutung haben. Doch, sie ist auch nur eine Figur der ersten eigentlichen Bedeutung, denn in dem alten Gedichte auf Carls des Großen Feldzug bey dem Schilter kommt dieses Wort noch von der christlichen Religion vor, wofür wir jetzt Christenthum gebrauchen. Aber in eben diesem Gedichte bedeutet Cristenhaid schon die christliche Nation. Notker und Willeram gebrauchen es mehrmahls auch für die christliche Kirche. Daß Christenheit ehedem auch von der Taufe gebraucht worden, haben schon Schilter und Frisch bemerket. S. auch des du Fresne Glossar. v. Christianitas.
 
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Das Christenthum, des -es, plur. car. die christliche Religion. Nach den Lehren des Christenthumes sind wir verbunden, unsere Feinde zu lieben. Ingleichen die Ausübung derselben. Dein Christenthum ist nicht rechter Art. Das thätige Christenthum.
 
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Das Christi-Fêst, des -es, plur. die -e, das Weihnachtsfest.
 
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Das Christ-Geschênk, des -es, plur. die -e, Geschenke, die man einander am Christ-Tage macht.
 
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Christian, ein Mannsnahme, aus dem Lat. Christianus, welches eigentlich einen Christen bedeutet; im Nieders. Karsten, Kasten. Das Diminut. lautet davon im gemeinen Leben Christel, das Fämin. Christiana, Christina, und das Diminut. gleichfalls Christel, Christchen, und in Nieders. Stiene, Stienchen.

 

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