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Chor-Ton bis Christenthum (Bd. 1, Sp. 1330 bis 1331)
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Artikelverweis Der Chor-Ton, des -es, plur. inus. in der Musik, derjenige Ton der Orgeln und andern Instrumente, welcher in den Kirchen gebräuchlich ist, und einen Ton tiefer gehet, als der Kammerton.
 
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Das Chrīsam, des -s, plur. inus. in der Römischen Kirche, geweihtes Öhl, welches am grünen Donnerstage von einem Bischofe mit vielen Ceremonien zubereitet wird, und welches man bey der Taufe, der Firmelung, der Priesterweihe, und der letzten Öhlung gebraucht; aus dem Latein. Chrisma, oder vielmehr Griech. χρισμα. In den gemeinen Mundarten lautet dieses Wort auch Kresem, und wird zuweilen auch im männlichen Geschlechte gebraucht, der Chrisam.
 
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1. Christ, (sprich Krist,) gen. Christs oder Christes, plur. car. 1) Der eigenthümliche Nahme des Erlösers der Welt, der aus dem Griech. χριστος gebildet ist, und einen Gesalbten bedeutet. Dieser abgekürzte Nahme ist im Deutschen nicht mehr üblich, indem derselbe jetzt überall vollständig Christus geschrieben und gesprochen, und am häufigsten nach Lateinischer Art decliniret wird, Christi, Christo, Christum. Indessen kommt derselbe noch in einigen alten Kirchengesängen vor. Ehedem war derselbe üblicher.
   Thaz ist ther heilige Krist
   Ther thurch unsih gemarteret ist, in dem alten Fragmente eines Gedichtes auf Carls des Großen Feldzug, bey dem Schilter, V. 3842.
   Thes heiligen Kristes ere,
   Schilter V. 2727.
   Nu si Krist din geleite,
   Graf Friedrich von Leiningen unter den Schwäb. Dichtern. In den Zusammensetzungen Christ-Abend, Christ-Kindlein, Christ-Nacht u. s. f. ist dieser abgekürzte Nahme auch noch beybehalten worden; wie auch, 2) in der noch im gemeinen Leben üblichen Benennung des Weihnachtsgeschenkes, der heilige Christ; weil man die Kinder zu bereden pflegte, daß dieses Geschenk von dem Christ-Kindlein herrühre. Den heiligen Christ bekommen, bescheren lassen.
 
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2. Der Christ, (sprich Krist, und so in allen folgenden Zusammensetzungen,) des -en, plur. die -en, Fämin. die Christinn. plur. die -en, ein jeder, der auf den Nahmen Christi getaufet ist, und sich zu der von ihm gelehrten Religion bekennet; im Gegensatze eines Unchristen. Ein Christ seyn, werden. In engerer Bedeutung, der der Religion Christi gemäß lebet. Ein rechter Christ, ein wahrer Christ; im Gegensatze der Schein-Christen, oder Nahmen-Christen, und in den niedrigen Sprecharten der Maul-Christen. Schon zu der Apostel Zeiten wurden die Nachfolger Christi nach seinem Nahmen Christen genannt. Im Deutschen kommt diese Benennung zuerst bey dem Kero vor, wo er im Dativo Christunemu, dem Christen, lautet. Bey dem Willeram lautet er im Singular Christa, bey dem Notker im Plural Christana, im Schwabenspiegel aber schon Cristen. Weil man ehedem so wohl im Ober- als Niederdeutschen, als auch im mittlern Lateine und in andern Sprachen das Zeitwort christen, Nieders. karsten, Latein. christianare, im Alt-Französ chretienner, hatte, welches zum Christen machen und in engerer Bedeutung taufen bedeutete, so kommt Christ, noch mehr aber Christenheit in den mittlern Zeiten zuweilen

[Bd. 1, Sp. 1331]


auch für die Taufe vor. Im Böhmischen bedeutet krest und krtjti, und im Engl. to christen noch jetzt taufen.
 
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Der Christ-Abend, des -es, plur. die -e, der Abend vor dem Christ-Tage, der Weihnachtsabends, der heilige Abend vor dem ersten Weihnachtstage. Im Dithmarsischen Kaßavend, von Kaß, Christ.
 
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Das Christ-Auge, des -s, plur. inus. eine Pflanze, welche Linné zu dem Geschlechte des Alantes rechnet, und die in Österreich wild wächset; Inula oculus Christi, L.
 
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Die Christ-Bêêre, plur. die -n, ein Nahme, welchen man auch der glatten Stachelbeere gibt; S. dieses Wort.
 
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Die Christ-Beschêrung, plur. die -en, das Geschenk, welches man andern am ersten Weihnachtstage macht; in den niedrigen Sprecharten der heil. Christ. S. 1 Christ.
 
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Der Christ-Dorn, des -es, plur. die -en. 1) Eine Art des Wegedornes mit doppelten gerade Dörnern und eyförmigen Blättern; Rhamnus spina Christi, L. Er wächst in Palästina und Äthiopien, und führet diesen Nahmen deswegen, weil Christus, einer alten Überlieferung zu Folge, mit Zweigen von diesem Strauche soll seyn gekrönet worden. 2) Eine Art des Kreuzdornes, welche im Herzogthume Krain angetroffen wird, und bey dem Linné Rhamnus Paliurus, sonst aber auch Stechdorn heißt, führet gleichfalls diesen Nahmen. Ingleichen, 3) die gemeine Stechpalme, mit eyförmigen stacheligen spitzigen Blättern, Ilex Aquifolium, L. welche im mittägigen Europa, in Japan und in Virginien wächset.
 
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Die Christenheit, plur. car. ein Collectivum, alle Christen, als ein Ganzes betrachtet, oder vielmehr alle von Christen bewohnte Länder auszudrucken. Das ist in der Christenheit noch nicht erhöret worden. Die Türken haben von jeher gesucht, die Ruhe der Christenheit zu stören.
   Anm. Die Hauptwörter auf heit bedeuten sonst alle Mahl Abstracta, und man wird wenige aufweisen können, die wie dieses, eine concrete Bedeutung haben. Doch, sie ist auch nur eine Figur der ersten eigentlichen Bedeutung, denn in dem alten Gedichte auf Carls des Großen Feldzug bey dem Schilter kommt dieses Wort noch von der christlichen Religion vor, wofür wir jetzt Christenthum gebrauchen. Aber in eben diesem Gedichte bedeutet Cristenhaid schon die christliche Nation. Notker und Willeram gebrauchen es mehrmahls auch für die christliche Kirche. Daß Christenheit ehedem auch von der Taufe gebraucht worden, haben schon Schilter und Frisch bemerket. S. auch des du Fresne Glossar. v. Christianitas.
 
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Das Christenthum, des -es, plur. car. die christliche Religion. Nach den Lehren des Christenthumes sind wir verbunden, unsere Feinde zu lieben. Ingleichen die Ausübung derselben. Dein Christenthum ist nicht rechter Art. Das thätige Christenthum.

 

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