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Chor-Hêrr bis Christ-Auge (Bd. 1, Sp. 1329 bis 1331)
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Artikelverweis Der Chor-Hêrr, des -en, plur. die -en. 1) Bey den Collegiat-Kirchen, ein Geistlicher, der den Gottesdienst in dem Chore abzuwarten hat; ein Canonicus, Stiftsherr, der bey den Kathedral-Kirchen Domherr genannt wird. 2) Regulirte Chorherren, werden die Augustiner-Mönche genannt, nach dem Lat. Canonici regulares.
 
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Der Choríst, (sprich Koríst,) des -en, plur. die -en, ein Schüler, welcher in dem Chore singet; ein Chor-Schüler.
 
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Die Chor-Jungfer, S. Adelung Chor-Frau.

[Bd. 1, Sp. 1330]



 
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Der Chor-Rock, des -es, plur. die -Röcke, in der Römischen Kirche, ein langes weites oft sehr prächtiges Oberkleid, welches die Geistlichen bey dem Gottesdienste in dem Chore tragen. Bey den evangelischen Geistlichen wird der lange weite schwarze Priesterrock, der statt des Mantels an einigen Orten üblich ist, gleichfalls der Chor-Rock genannt.
 
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Der Chor-Schüler, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Chorist.
 
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Der Chor-Ton, des -es, plur. inus. in der Musik, derjenige Ton der Orgeln und andern Instrumente, welcher in den Kirchen gebräuchlich ist, und einen Ton tiefer gehet, als der Kammerton.
 
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Das Chrīsam, des -s, plur. inus. in der Römischen Kirche, geweihtes Öhl, welches am grünen Donnerstage von einem Bischofe mit vielen Ceremonien zubereitet wird, und welches man bey der Taufe, der Firmelung, der Priesterweihe, und der letzten Öhlung gebraucht; aus dem Latein. Chrisma, oder vielmehr Griech. χρισμα. In den gemeinen Mundarten lautet dieses Wort auch Kresem, und wird zuweilen auch im männlichen Geschlechte gebraucht, der Chrisam.
 
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1. Christ, (sprich Krist,) gen. Christs oder Christes, plur. car. 1) Der eigenthümliche Nahme des Erlösers der Welt, der aus dem Griech. χριστος gebildet ist, und einen Gesalbten bedeutet. Dieser abgekürzte Nahme ist im Deutschen nicht mehr üblich, indem derselbe jetzt überall vollständig Christus geschrieben und gesprochen, und am häufigsten nach Lateinischer Art decliniret wird, Christi, Christo, Christum. Indessen kommt derselbe noch in einigen alten Kirchengesängen vor. Ehedem war derselbe üblicher.
   Thaz ist ther heilige Krist
   Ther thurch unsih gemarteret ist, in dem alten Fragmente eines Gedichtes auf Carls des Großen Feldzug, bey dem Schilter, V. 3842.
   Thes heiligen Kristes ere,
   Schilter V. 2727.
   Nu si Krist din geleite,
   Graf Friedrich von Leiningen unter den Schwäb. Dichtern. In den Zusammensetzungen Christ-Abend, Christ-Kindlein, Christ-Nacht u. s. f. ist dieser abgekürzte Nahme auch noch beybehalten worden; wie auch, 2) in der noch im gemeinen Leben üblichen Benennung des Weihnachtsgeschenkes, der heilige Christ; weil man die Kinder zu bereden pflegte, daß dieses Geschenk von dem Christ-Kindlein herrühre. Den heiligen Christ bekommen, bescheren lassen.
 
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2. Der Christ, (sprich Krist, und so in allen folgenden Zusammensetzungen,) des -en, plur. die -en, Fämin. die Christinn. plur. die -en, ein jeder, der auf den Nahmen Christi getaufet ist, und sich zu der von ihm gelehrten Religion bekennet; im Gegensatze eines Unchristen. Ein Christ seyn, werden. In engerer Bedeutung, der der Religion Christi gemäß lebet. Ein rechter Christ, ein wahrer Christ; im Gegensatze der Schein-Christen, oder Nahmen-Christen, und in den niedrigen Sprecharten der Maul-Christen. Schon zu der Apostel Zeiten wurden die Nachfolger Christi nach seinem Nahmen Christen genannt. Im Deutschen kommt diese Benennung zuerst bey dem Kero vor, wo er im Dativo Christunemu, dem Christen, lautet. Bey dem Willeram lautet er im Singular Christa, bey dem Notker im Plural Christana, im Schwabenspiegel aber schon Cristen. Weil man ehedem so wohl im Ober- als Niederdeutschen, als auch im mittlern Lateine und in andern Sprachen das Zeitwort christen, Nieders. karsten, Latein. christianare, im Alt-Französ chretienner, hatte, welches zum Christen machen und in engerer Bedeutung taufen bedeutete, so kommt Christ, noch mehr aber Christenheit in den mittlern Zeiten zuweilen

[Bd. 1, Sp. 1331]


auch für die Taufe vor. Im Böhmischen bedeutet krest und krtjti, und im Engl. to christen noch jetzt taufen.
 
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Der Christ-Abend, des -es, plur. die -e, der Abend vor dem Christ-Tage, der Weihnachtsabends, der heilige Abend vor dem ersten Weihnachtstage. Im Dithmarsischen Kaßavend, von Kaß, Christ.
 
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Das Christ-Auge, des -s, plur. inus. eine Pflanze, welche Linné zu dem Geschlechte des Alantes rechnet, und die in Österreich wild wächset; Inula oculus Christi, L.

 

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