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Chor-Gêld bis 1. Christ (Bd. 1, Sp. 1329 bis 1330)
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Artikelverweis Das Chor-Gêld, des -es, plur. inus. 1) Dasjenige Geld, welches ein symphonisches Chor in den Schulen durch Singen erwirbt. 2) Bey einigen Stiftskirchen, dasjenige Geld, welches die Chorherren jährlich zu den Seelmessen geben.
 
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Das Chor-Gericht, des -es, plur. die -e, in einigen protestantischen Gegenden, besonders in der Schweiz, ein Gericht, welches an andern Orten das Consistorium, der Kirchenrath, das geistliche Gericht genannt wird.
 
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Das Chor-Hêmd, des -es, plur. die -en, in der Römischen Kirche, ein weißes leinenes Oberkleid, welches die Geistlichen bey dem Gottesdienste im Chore tragen, und von dem Meßgewande noch verschieden ist. Zuweilen bedeutet Chorhemd auch so viel wie ein Chorrock, w. s.
 
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Der Chor-Hêrr, des -en, plur. die -en. 1) Bey den Collegiat-Kirchen, ein Geistlicher, der den Gottesdienst in dem Chore abzuwarten hat; ein Canonicus, Stiftsherr, der bey den Kathedral-Kirchen Domherr genannt wird. 2) Regulirte Chorherren, werden die Augustiner-Mönche genannt, nach dem Lat. Canonici regulares.
 
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Der Choríst, (sprich Koríst,) des -en, plur. die -en, ein Schüler, welcher in dem Chore singet; ein Chor-Schüler.
 
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Die Chor-Jungfer, S. Adelung Chor-Frau.

[Bd. 1, Sp. 1330]



 
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Der Chor-Rock, des -es, plur. die -Röcke, in der Römischen Kirche, ein langes weites oft sehr prächtiges Oberkleid, welches die Geistlichen bey dem Gottesdienste in dem Chore tragen. Bey den evangelischen Geistlichen wird der lange weite schwarze Priesterrock, der statt des Mantels an einigen Orten üblich ist, gleichfalls der Chor-Rock genannt.
 
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Der Chor-Schüler, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Chorist.
 
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Der Chor-Ton, des -es, plur. inus. in der Musik, derjenige Ton der Orgeln und andern Instrumente, welcher in den Kirchen gebräuchlich ist, und einen Ton tiefer gehet, als der Kammerton.
 
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Das Chrīsam, des -s, plur. inus. in der Römischen Kirche, geweihtes Öhl, welches am grünen Donnerstage von einem Bischofe mit vielen Ceremonien zubereitet wird, und welches man bey der Taufe, der Firmelung, der Priesterweihe, und der letzten Öhlung gebraucht; aus dem Latein. Chrisma, oder vielmehr Griech. χρισμα. In den gemeinen Mundarten lautet dieses Wort auch Kresem, und wird zuweilen auch im männlichen Geschlechte gebraucht, der Chrisam.
 
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1. Christ, (sprich Krist,) gen. Christs oder Christes, plur. car. 1) Der eigenthümliche Nahme des Erlösers der Welt, der aus dem Griech. χριστος gebildet ist, und einen Gesalbten bedeutet. Dieser abgekürzte Nahme ist im Deutschen nicht mehr üblich, indem derselbe jetzt überall vollständig Christus geschrieben und gesprochen, und am häufigsten nach Lateinischer Art decliniret wird, Christi, Christo, Christum. Indessen kommt derselbe noch in einigen alten Kirchengesängen vor. Ehedem war derselbe üblicher.
   Thaz ist ther heilige Krist
   Ther thurch unsih gemarteret ist, in dem alten Fragmente eines Gedichtes auf Carls des Großen Feldzug, bey dem Schilter, V. 3842.
   Thes heiligen Kristes ere,
   Schilter V. 2727.
   Nu si Krist din geleite,
   Graf Friedrich von Leiningen unter den Schwäb. Dichtern. In den Zusammensetzungen Christ-Abend, Christ-Kindlein, Christ-Nacht u. s. f. ist dieser abgekürzte Nahme auch noch beybehalten worden; wie auch, 2) in der noch im gemeinen Leben üblichen Benennung des Weihnachtsgeschenkes, der heilige Christ; weil man die Kinder zu bereden pflegte, daß dieses Geschenk von dem Christ-Kindlein herrühre. Den heiligen Christ bekommen, bescheren lassen.

 

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