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Censiren bis Cêntrāl (Bd. 1, Sp. 1317 bis 1318)
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Artikelverweis  Censiren, verb. reg. act. aus dem Latein. censere, seine Meinung über etwas sagen, beurtheilen. Besonders den Inhalt einer Schrift beurtheilen, ob sie der Religion, dem Staate, und den guten Sitten nachtheilig ist, oder nicht. Zuweilen auch censuriren, nach dem Franz. censurer.

[Bd. 1, Sp. 1318]



 
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Der Cênsor, des -s, plur. die Censōren, oder Censōres, Lat. Censor, derjenige, welcher von der Obrigkeit bestellt ist, den Inhalt der Schriften in Ansehung ihres moralischen Gehaltes zu beurtheilen; der Bücherrichter.
 
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Die Censūr, plur. die -en. 1) Das Urtheil, die Beurtheilung überhaupt. 2) Das Urtheil eines Censors über den moralischen Inhalt einer Schrift. 3) Das billigende Urtheil eines solchen Censors. Jemanden die Censur versagen, verweigern. 4) Das Amt, die Würde eines Censors. 5) Diejenige Polizey-Anstalt selbst, wo Schriften vor dem Drucke censiret werden. Etwas in die Censur geben. 6) Eine von der Kirche verordnete, aufgelegte Strafe, eine Kirchenstrafe.
 
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Die Cent, S. Adelung Zent.
 
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Cênt, ein aus dem Latein. Centum, hundert, im Handel und Wandel übliches unabänderliches Hauptwort, das Verhältniß des Gewinstes gegen das Capital, oder den Verlag auszudrucken. Fünf pro Cent, ein halb pro Cent, fünf von hundert, ein Halbes von hundert, in einer üblichen Münzsorte, Gulden oder Thaler. Geld auf acht pro Cent verborgen. Bey dieser Waare ist Cent pro Cent zu verdienen.
 
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Der Centāur, des -en, plur. die -en, aus dem Latein. ein erdichtetes Geschöpf der alten Griechischen und Römischen Dichter, welches dem Obertheile nach ein Mann, und dem Untertheile nach ein Pferd war.
 
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Die Cêntifōlie, plur. die -n, eine Art Gartenrosen, deren Blumenstängel mit kurzen braunen Haaren besetzt sind. Sie hat platte Blumen, welche aus einer großen Menge kurzer dicht in einander gepreßter Blättchen von schöner dunkeler Farbe, aber ohne einen merklichen Geruch, bestehen. Von diesen vielen Blumenblätter hat sie auch den Nahmen; Rosa centifolia, L.
 
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Der Cếntner, des -s, plur. ut nom. sing. ein Gewicht von hundert Pfunden; aus dem Latein. Centenarium und Centenarius. Oft hält ein Centner noch zehen bis funfzehen Pfund über hundert. In Schlesien, besonders zu Breslau, hat er 160; im Chursächsischen Erzgebirge 115; zu Hamburg 112; zu Braunschweig 114; zu Hannover, Leipzig u. s. f. 100 Pfund.
 
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Das Cếntner-Gewicht, des -es, plur. die -e. 1) Ein Gewicht, welches die Schwere eines Centners hat. Bey dem Probiren, da man die Gewichte nur im Kleinen hat, wiegt dasjenige Gewicht, welches einen Centner vorstellet, und gleichfalls ein Centner-Gewicht heißt, nur ein Quentchen. 2) Die Art nach Centnern zu wägen, ohne Plural; im Gegensatze des Pfundgewichtes. So ist das Centner-Gewicht zu Frankfurt am Main um acht von hundert schwerer als das Pfundgewicht.
 
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Die Cếntner-Last, plur. die -en, figürlich, eine schwere Last. Centner-schwer, sehr schwer.
 
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Cêntrāl, adj. et adv. indecl. aus dem Latein Centralis, in oder um den Mittelpunct einer Sache befindlich, nach dem Mittelpuncte wirkend u. s. f. welches aber nur in einigen Zusammensetzungen üblich ist. Das Central-Feuer, welches in dem Mittelpuncte der Erde befindlich seyn soll; die Central-Kraft, in der Mechanik, eine Kraft, nach welcher ein Körper in seiner Bewegung theils von einem gewissen Puncte entfernet, theils aber auch nach einem gewissen Puncte getrieben wird, so daß er eine krumme Linie beschreiben muß; in weiterer Bedeutung, eine jede Kraft, die im Mittelpuncte befindlich ist, oder sich aus demselben thätig erweiset, u. s. f.

 

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