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Cemếnt-Feuer bis Censūr (Bd. 1, Sp. 1317 bis 1318)
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Artikelverweis Das Cemếnt-Feuer, des -s, plur. inus. ein Kohlenfeuer, welches in einem Kreise um die Cement-Büchse gemacht wird, um solche nach und nach zu erhitzen. In weiterer Bedeutung wird in der Chymie ein jedes Kohlenfeuer, welches im Kreise um ein Gefäß gemacht wird, ein Cement-Feuer, oder Cementir-Feuer genannt.
 
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Cementiren, verb. reg. act. 1) Vermittelst eines Cementes, d. i. Mörtels oder Kittes, verbinden. Noch mehr aber, 2) in der Chymie und bey verschiedenen Metallarbeitern, vermittelst eines Cementes, d. i. nagenden trockenen Körpers, beitzen lassen. So wird das Gold cementiret, wenn man es mit einem aus fressenden Salzen bestehendes Cement-Pulver bestreuet, und brennet, theils um es zu reinigen, theils aber auch dessen Farbe erhöhen. Cementiren bedeutet daher bey Metallen nichts anders als beitzen, und beitzen lassen, nur daß es vermittelst trockener Körper geschiehet. Die Alchymisten cementiren auf ähnliche Art das Silber, um dessen Goldgehalt zu erhöhen. In weiterer Bedeutung gebraucht man dieses Wort auch von dem Eisen, wenn es in einem kupferhaltigen Wasser geheitzet und dadurch als Kupfer dargestellet wird. S. Cement-Kupfer. So auch die Cementirung.
 
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Cementīr-Büchse, Cementīr-Feuer, S. Adelung Cement-Büchse u. s. f.
 
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Cementirer, des -s, plur. ut nom. sing. in den Schmelzhütten, derjenige Arbeiter, welcher bey dem Treiben den Lehm zubereitet.
 
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Das Cemếnt-Kupfer, des -s, plur. inus. Kupfer, welches aus solchem Eisen entstanden ist, das in einem Cement-Wasser gelegen hat, welches das Eisen auflöset, und dagegen seine Kupfertheile zurück lässet; daher denn hier keine eigentliche Verwandelung Statt findet. In weiterer Bedeutung wird auch alles Kupfer, welches sich aus Vitriolwasser von selbst niederschläget, Cement-Kupfer genannt.
 
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Der Cemếnt-Ofen, des -s, plur. die -Öfen, in der Chymie und bey verschiedenen Metallarbeitern, ein Ofen, der besonders zum Cementiren des Goldes gebraucht wird; der Cementir Ofen.
 
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Das Cemếnt-Pluver, des -s, plur. inus. außer wo mehrere Arten bezeichnet werden sollen, plur. ut nom. sing. S. Adelung Cement 2.
 
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Das Cemếnt-Wasser, des -s, plur. inus. außer wo mehrere Arten oder Bäche dieser Art angegeben werden, plur. ut nom. sing. ein vitriolisches Wasser, das aufgelösetes Kupfer bey sich führet, welches man durch einen Niederschlag vermittelst des Eisens aus demselben erhalten kann. S. Adelung Cement-Kupfer.
 
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Censiren, verb. reg. act. aus dem Latein. censere, seine Meinung über etwas sagen, beurtheilen. Besonders den Inhalt einer Schrift beurtheilen, ob sie der Religion, dem Staate, und den guten Sitten nachtheilig ist, oder nicht. Zuweilen auch censuriren, nach dem Franz. censurer.

[Bd. 1, Sp. 1318]



 
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Der Cênsor, des -s, plur. die Censōren, oder Censōres, Lat. Censor, derjenige, welcher von der Obrigkeit bestellt ist, den Inhalt der Schriften in Ansehung ihres moralischen Gehaltes zu beurtheilen; der Bücherrichter.
 
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Die Censūr, plur. die -en. 1) Das Urtheil, die Beurtheilung überhaupt. 2) Das Urtheil eines Censors über den moralischen Inhalt einer Schrift. 3) Das billigende Urtheil eines solchen Censors. Jemanden die Censur versagen, verweigern. 4) Das Amt, die Würde eines Censors. 5) Diejenige Polizey-Anstalt selbst, wo Schriften vor dem Drucke censiret werden. Etwas in die Censur geben. 6) Eine von der Kirche verordnete, aufgelegte Strafe, eine Kirchenstrafe.

 

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