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Cavallīer bis Cēdern (Bd. 1, Sp. 1315 bis 1316)
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Artikelverweis Der Cavallīer, des -s, plur. die -e, aus dem Franz. Cavallier, eigentlich ein Ritter, im Deutschen aber in weiterer Bedeutung ein jeder Edelmann. Das Cavallier-Papier, die kleineste Art des Papieres, welche von seinem Zeuge verfertiget wird, sehr weiß, und zu Handbriefen bequem ist; Damen-Papier. In Frankreich hat man gleichfalls eine Art Papier, welche Cavallier genannt wird, und nach der königlichen Verordnung 19 Zoll 6 Linien breit und 16 Zoll 2 Linien hoch seyn muß. Das Rieß davon muß wenigstens 15 Pfund wiegen. Die Cavallier-Perspective, eine Art Zeichnungen, wo körperliche Sachen nicht völlig so, wie sie sich dem Auge darstellen, gezeichnet werden, indem sie die Grundlinien parallel laufen lässet; im Gegensatze der Mahler-Perspective. Im Festungsbaue ist Cavallier eine Erhöhung von Erde, welche eine Gegend um sich herum bestreichet; vielleicht als eine Figur von der eigentlichen Bedeutung dieses Wortes, indem das Franz. Cavallier so wohl, als das Ital. Cavalliero, und das Span. Cavallero, eigentlich einen jeden Reiter bedeuten, von dem Latein. Caballus, ein Pferd.
 
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Die Cavāte, plur. die -n. 1) Vermuthlich aus dem Latein. Cavaedium, ein Gewölbe unter einem Gebäude zu bezeichnen. So wird zu Erfurt der mit Mauerwerk und Gewölben eingefaßte Platz des auf einem Berge gelegenen Domes von Alters her die Cavate genannt. Perrault erkläret Cavaedium durch einen Hof oder freyen Platz vor und zwischen den Gebäuden, und übersetzt es durch Cours des maison. 2) In der Musik ist die Cavate, nach dem Ital. cavata, die kurze Wiederhohlung des Inhaltes eines langen Recitatives, in Gestalt, eines Arioso.
 
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Cavel, S. Adelung Kabel und Kawel.
 
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Der Cāviar, des -s, plur. inus. der eingesalzene Rogen von einigen großen Fischen, besonders von dem Stör, dem Hausen, der Beluga und den Sterletten, welcher Rogen in Rußland in großer Menge bereitet und von da in andere Länder geführet wird. Der Caviar von den Belugen ist unter allen der beste, aber auch der seltenste. Die Benennung ist aus dem Ital. Caviare, Caviaro, Cavialo, weil dieser Rogen in Italien am häufigsten gegessen wird. Die Russen nennen ihn Ikra. Man macht auch

[Bd. 1, Sp. 1316]


den Hecht- und Karpfenrogen auf ähnliche Art ein, und nennet ihn alsdann rothen Caviar.
 
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Der Caviller, S. Adelung Kafiller.
 
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Die Cavitsche, S. im K.
 
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Causen, sing. inus. nichtige Ausflüchte, in der niedrigen Sprechart; vermuthlich aus dem Franz. Cause, ein Rechtshandel. Daher ein Causen-Macher, ein Mensch, welcher sich mit solchen Ausflüchten zu behelfen, eine Sache dadurch zu verwirren sucht; besonders ein solcher gewissenloser Advocat.
 
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Die Cautēl, plur. die -en, aus dem mittlern Latein. Cautela, Behuthsamkeit, Vorsicht, besonders in Verträgen, und die Sätze und Worte, worin eine solche Behuthsamkeit enthalten ist.
 
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Die Cautiōn, plur. die -en, aus dem mittlern Latein. Cautio, Bürgschaft. Caution machen, Bürge werden, ingleichen einen Bürgen für sich verschaffen. S. Adelung Bürgschaft. Juratorische Caution, ein Eid vor Gericht, daß man das halten wolle, was einem befohlen wird.
 
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Die Cēder, plur. die -n, ein prächtiger und angenehmer Baum, welcher zu dem Geschlechte der Fichten gehöret, bündelweise zusammen gesetzte spitzige Nadeln hat, und auf den Gebirgen Libanon, Taurus und Amanus, noch häufiger aber in Afrika wächset; Pinus Cedrus, L. Zum Unterschiede von den folgenden Ceder-Arten nennet man diese echte Ceder auch die Ceder von Libanon. Daher das Cedern-Holz, der Cedern-Baum, das Cedern-Öhl, das Cedern-Harz u. s. f. Wegen einiger Ähnlichkeit sind von den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches noch verschiedene andere Arten von Blumen und Sträuchen Cedern genannt worden. Dahin gehöret die Sibirische Ceder, Pinus Cembra, L. welche in Sibirien, der Schweiz und Tyrol wächset; S. Adelung Zirbelnuß. Die Amerikanische Ceder, Thuja occidentalis, L. S. Lebensbaum. Die rothe Ceder, oder Virginische Ceder, welche nebst den folgenden zu dem Geschlechte des Wachholders gehöret, Juniperus Virginiana, Mill. ein bräunliches wohl riechendes Holz hat, und zu einer ziemlichen Höhe wächset. Die Carolinische Ceder, Juniperus Caroliniana, Mill. welche in Carolina wächset und von der vorigen noch verschieden ist. Die Phönicische Ceder, Juniperus Phoenicea, L. welche gelbliche Beeren träget und im Oriente wächset. Die Lycische Ceder, Junipera Lycia, L. welche in Sibirien angetroffen wird und große Beeren hat. Die Spanische Ceder, Juniperus Hispanica, Mill. mit schwarzen Beeren. Die Bermudische Ceder, Juniperus Bermudiana, L. Die Ceder von Barbados, Juniperus Barbadensis, L. Auch eine Art Cupressen, welche gleich einer Tanne zu einem hohen Baume wächset, von welcher eigentlich unser heutiges schönes wohl riechendes feines Cedern-Holz kommt, und welche in Nord-Amerika angetroffen wird, ist unter dem Nahmen der weißen Ceder, Cupressus thyoides, L. bekannt.
   Anm. Der Nahme ist zunächst aus dem Latein. Cedrus. In der Bibel geschiehet der Ceder von Libanon sehr oft Meldung; allein alsdann gebraucht Luther dieses Wort zuweilen im männlichen Geschlechte, der Ceder. Da das Ital. Cedro auch eine Citrone, und einen Citronen-Baum bedeutet, so wird unter Cedro und Cedern-Öhl, oft nichts anders als der Extract oder das Öhl von Citronen verstanden.
 
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Cēdern, adj. et adv. von Cedern, dazu gehörig. Cederne Bäume, 2 Sam. 5, 11 und 1 Kön. 9, 11 ist im Deutschen ungebräuchlich. Cederne Bolen, Hohel. 8, 9. Cederne Balken, Kap. 1, 17. Cederne Breter, 1 Kön. 7, 2-12 u. s. f.

 

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