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Casuíst bis Cāviar (Bd. 1, Sp. 1314 bis 1315)
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Artikelverweis Der Casuíst, des -en, plur. die -en, ein Gottesgelehrter, der sich besonders auf die Entscheidung zweifelhafter Gewissensfälle legt, dergleichen in der Römischen Kirche vor andern häufig sind,

[Bd. 1, Sp. 1315]


deren Wissenschaft aber oft in nichts andern bestehet, als in der Kunst, Gott zu chicaniren. Das Urtheil eines guten Gewissens ist sicherer als alle Entscheidungen der Casuisten. Daher die Casuístik, diese Kunst, und casuístisch, in derselben gegründet.
 
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Die Cäsūr, plur. die -en, aus dem Latein. Caesura, ein Abschnitt, kurzer Ruhepunct in der Dichtkunst und Musik. In der ersten ist es eine kleine Pause nach der vierten Sylbe in zehnsylbigen, und nach der sechsten in zwölfsylbigen Versen.
 
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Der Catālogus, des -gi, plur. die -gi, ein Verzeichniß einzelner Dinge, besonders ein Bücherverzeichniß; aus dem Griech. und Latein. Bey vielen auch, obgleich nicht nach der besten Analogie, der Catalōg, nach dem Franz. Catalogue.
 
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Catechet, Catechisiren, Catechismus, Catharr, Catheder, Cathedral, Catholik, Catholisch, S. in K.
 
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Catties, Cattum, S. gleichfalls in K.
 
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Die Cavallerīe, plur. inus. aus dem Französ. Cavallerie, und Ital. Cavalleria, ein Collectivum, reitende Soldaten auszudrucken; die Reiterey. Die leichte Cavallerie, wozu die Dragoner und Husaren gerechnet werden. Die schwere Cavallerie, welche die Kürassier und Carabiniers unter sich begreift. Im Tarock-Spiele werden die vier natürlichen Bilder in Einer Farbe eine Cavallerie genannt, wo auch der Plural üblich ist.
 
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Der Cavalleríst, des -en, plur. die -en, ein reitender Soldat, ein Soldat zu Pferde; gemeiniglich nur, so fern er zu der schweren Cavallerie gehört.
 
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Der Cavallīer, des -s, plur. die -e, aus dem Franz. Cavallier, eigentlich ein Ritter, im Deutschen aber in weiterer Bedeutung ein jeder Edelmann. Das Cavallier-Papier, die kleineste Art des Papieres, welche von seinem Zeuge verfertiget wird, sehr weiß, und zu Handbriefen bequem ist; Damen-Papier. In Frankreich hat man gleichfalls eine Art Papier, welche Cavallier genannt wird, und nach der königlichen Verordnung 19 Zoll 6 Linien breit und 16 Zoll 2 Linien hoch seyn muß. Das Rieß davon muß wenigstens 15 Pfund wiegen. Die Cavallier-Perspective, eine Art Zeichnungen, wo körperliche Sachen nicht völlig so, wie sie sich dem Auge darstellen, gezeichnet werden, indem sie die Grundlinien parallel laufen lässet; im Gegensatze der Mahler-Perspective. Im Festungsbaue ist Cavallier eine Erhöhung von Erde, welche eine Gegend um sich herum bestreichet; vielleicht als eine Figur von der eigentlichen Bedeutung dieses Wortes, indem das Franz. Cavallier so wohl, als das Ital. Cavalliero, und das Span. Cavallero, eigentlich einen jeden Reiter bedeuten, von dem Latein. Caballus, ein Pferd.
 
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Die Cavāte, plur. die -n. 1) Vermuthlich aus dem Latein. Cavaedium, ein Gewölbe unter einem Gebäude zu bezeichnen. So wird zu Erfurt der mit Mauerwerk und Gewölben eingefaßte Platz des auf einem Berge gelegenen Domes von Alters her die Cavate genannt. Perrault erkläret Cavaedium durch einen Hof oder freyen Platz vor und zwischen den Gebäuden, und übersetzt es durch Cours des maison. 2) In der Musik ist die Cavate, nach dem Ital. cavata, die kurze Wiederhohlung des Inhaltes eines langen Recitatives, in Gestalt, eines Arioso.
 
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Cavel, S. Adelung Kabel und Kawel.
 
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Der Cāviar, des -s, plur. inus. der eingesalzene Rogen von einigen großen Fischen, besonders von dem Stör, dem Hausen, der Beluga und den Sterletten, welcher Rogen in Rußland in großer Menge bereitet und von da in andere Länder geführet wird. Der Caviar von den Belugen ist unter allen der beste, aber auch der seltenste. Die Benennung ist aus dem Ital. Caviare, Caviaro, Cavialo, weil dieser Rogen in Italien am häufigsten gegessen wird. Die Russen nennen ihn Ikra. Man macht auch

[Bd. 1, Sp. 1316]


den Hecht- und Karpfenrogen auf ähnliche Art ein, und nennet ihn alsdann rothen Caviar.

 

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