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Castōr-Arbeit bis Cavallerīe (Bd. 1, Sp. 1314 bis 1315)
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Artikelverweis Die Castōr-Arbeit, plur. die -en. 1) Eine jede Arbeit oder verfertigtes Glück, welches aus Biberhaaren bereitet ist. 2) Figürlich eine Art der Mahlerey, da man subtil gehacktes und durchgesiebtes wollenes Garn nach gewissen Figuren mit Beobachtung des Lichtes und Schattens vermittelst eines Grundes von Öhlfarbe auf Leinwand träget; auf welche Art man ehedem Tapeten, Spanische Wände u. s. f. machte.
 
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Der Castrāt, des -en, plur. die -en, aus dem Ital. Castrato, eine verschnittene Mannsperson, dergleichen in Italien sehr gebräuchlich sind, und von daher als künstliche Sänger nach Deutschland geschickt werden. S. das folgende. Ehe man diese Benennung aus dem Italiänischen annahm, nannte man solche Halbmänner im Deutschen Ohngeile, Maden, von dem alten meiden, schneiden, (S. Mähen,) Kapaune, Logener u. s. f. In dem zu Augsburg 1483 gedruckten Buche der Natur heißt es: Ein Maden oder Kapaun, ist ein Mann der seines gezeugs nit hat.
 
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Castriren, verb. reg. act. 1) Überhaupt verschneiden, eines oder mehrerer seiner Theile durch den Schnitt berauben; in welcher allgemeinen Bedeutung dieses Wort nur noch zuweilen figürlich gebraucht wird. Ein Buch castriren, es verstümmeln, Theile und Stellen aus demselben weglassen. 2) Besonders, einen Menschen oder ein Thier seiner Zeugungstheile, besonders seiner männlichen Zeugungstheile berauben; aus dem Latein. und Ital. castrare, verschneiden, entmannen. Im gemeinen Leben und in den Provinzen hat man mehrere Wörter, diese Verrichtung auszudrucken, dahin die Ausdrücke geilen, entgeilen, heilen, verheilen, münchen, das veraltete meiden, (S. Adelung Mähen,) und das Nieders. lubben gehören, welches letztere mit dem Engl. libb, und dem Griech. λωβαν, überein kommt. Bey den Pferden nennet man es auch reißen, wallachen, legen, und im Nieders. runen, runken, Holländ. ruynen; bey den Ochsen, leichten, reißen; bey den Schweinen, gölzen, rein machen, reinigen, die Brunst benehmen; bey dem Schafviehe hammeln, leichten; bey dem Hühnerviehe kapaunen u. s. f. So fern Verschneiden bey einigen größern Thieren durch Zerklopfen der Testikeln geschiehet, heißt es auch klopfen und dengeln.
 
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Castrol, S. Adelung Casserolle.
 
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Der Casuār, des -s, plur. die -e, oder des -en, plur. die -en, ein Vogel, welcher in Ostindien und den Molucken angetroffen wird, und nach dem Strauße der größte Vogel ist. Er hat drey Zehen und auf dem Kopfe einen harten Höcker. Das Rauche an seinen Federn ist haaricht. Er hat keinen Schwanz, kurze Flügel, und schlägt mit den Füßen hinten aus; Struthio Casuarius, L. Cascarius, Kl. Engl. Cassawary, Cassawar Cock.
 
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Der Casuíst, des -en, plur. die -en, ein Gottesgelehrter, der sich besonders auf die Entscheidung zweifelhafter Gewissensfälle legt, dergleichen in der Römischen Kirche vor andern häufig sind,

[Bd. 1, Sp. 1315]


deren Wissenschaft aber oft in nichts andern bestehet, als in der Kunst, Gott zu chicaniren. Das Urtheil eines guten Gewissens ist sicherer als alle Entscheidungen der Casuisten. Daher die Casuístik, diese Kunst, und casuístisch, in derselben gegründet.
 
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Die Cäsūr, plur. die -en, aus dem Latein. Caesura, ein Abschnitt, kurzer Ruhepunct in der Dichtkunst und Musik. In der ersten ist es eine kleine Pause nach der vierten Sylbe in zehnsylbigen, und nach der sechsten in zwölfsylbigen Versen.
 
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Der Catālogus, des -gi, plur. die -gi, ein Verzeichniß einzelner Dinge, besonders ein Bücherverzeichniß; aus dem Griech. und Latein. Bey vielen auch, obgleich nicht nach der besten Analogie, der Catalōg, nach dem Franz. Catalogue.
 
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Catechet, Catechisiren, Catechismus, Catharr, Catheder, Cathedral, Catholik, Catholisch, S. in K.
 
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Catties, Cattum, S. gleichfalls in K.
 
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Die Cavallerīe, plur. inus. aus dem Französ. Cavallerie, und Ital. Cavalleria, ein Collectivum, reitende Soldaten auszudrucken; die Reiterey. Die leichte Cavallerie, wozu die Dragoner und Husaren gerechnet werden. Die schwere Cavallerie, welche die Kürassier und Carabiniers unter sich begreift. Im Tarock-Spiele werden die vier natürlichen Bilder in Einer Farbe eine Cavallerie genannt, wo auch der Plural üblich ist.

 

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