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Castellān bis Catālogus (Bd. 1, Sp. 1313 bis 1315)
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Artikelverweis Der Castellān, des -es, plur. die -e, oft auch -ǟne, der Befehlshaber eines Castelles oder Schlosses, von welchem die Sicherheit und Vertheidigung desselben abhänget. So wurden in den mittlern Zeiten die Burggrafen und Burgmänner mit allen ihren Einschränkungen, besonders im Lateine, sehr oft Castellane genannt. Die Gouverneurs der Castelle oder Citadellen zu Mailand, Neapel und Antwerpen führen noch diesen Nahmen, und in Pohlen, welches Reich der ehemahligen Deutschen Verfassung noch sehr ähnlich ist, sind die Castellane Reichsbeamte, welche die Aufsicht über ein Castell und dessen Gebieth haben, und in Kriegeszeiten die unter ihrer Gerichtsbarkeit befindlichen Edelleute unter dem Commando des Woiwoden, als dessen Lieutenants, in das Feld führen, da sie denn mit den ehemahligen Deutschen Grafen und Burggrafen überein kommen. Im Deutschen

[Bd. 1, Sp. 1314]


nennet man in verschiedenen fürstlichen und herrschaftlichen Schlössern und Pallästen denjenigen Bedienten, welcher die Aufsicht über die Zimmer hat, einen Castellan.
 
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Die Castellanēy, plur. die -en. 1) Die Würde und das Amt eines Castellanes, ohne Plural. 2) Das zu einem Castelle gehörige und der Gerichtsbarkeit eines Castellanes unterworfene Gebieth; im mittlern Lateine Castellania, Franz. Chatellainie. In beyden Bedeutungen kommt dieses Wort mehr in den auswärtigen Ländern, als in Deutschland vor.
 
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Der Castōr, des -es, plur. die -e, ein ausländischer Nahme des Bibers; aus dem Latein. Castor. S. Adelung Biber. Daher der Castor-Hut, die Castor-Strümpfe u. s. f. ein Hut oder Strümpfe, welche aus Biberhaaren verfertiget worden.
 
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Die Castōr-Arbeit, plur. die -en. 1) Eine jede Arbeit oder verfertigtes Glück, welches aus Biberhaaren bereitet ist. 2) Figürlich eine Art der Mahlerey, da man subtil gehacktes und durchgesiebtes wollenes Garn nach gewissen Figuren mit Beobachtung des Lichtes und Schattens vermittelst eines Grundes von Öhlfarbe auf Leinwand träget; auf welche Art man ehedem Tapeten, Spanische Wände u. s. f. machte.
 
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Der Castrāt, des -en, plur. die -en, aus dem Ital. Castrato, eine verschnittene Mannsperson, dergleichen in Italien sehr gebräuchlich sind, und von daher als künstliche Sänger nach Deutschland geschickt werden. S. das folgende. Ehe man diese Benennung aus dem Italiänischen annahm, nannte man solche Halbmänner im Deutschen Ohngeile, Maden, von dem alten meiden, schneiden, (S. Mähen,) Kapaune, Logener u. s. f. In dem zu Augsburg 1483 gedruckten Buche der Natur heißt es: Ein Maden oder Kapaun, ist ein Mann der seines gezeugs nit hat.
 
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Castriren, verb. reg. act. 1) Überhaupt verschneiden, eines oder mehrerer seiner Theile durch den Schnitt berauben; in welcher allgemeinen Bedeutung dieses Wort nur noch zuweilen figürlich gebraucht wird. Ein Buch castriren, es verstümmeln, Theile und Stellen aus demselben weglassen. 2) Besonders, einen Menschen oder ein Thier seiner Zeugungstheile, besonders seiner männlichen Zeugungstheile berauben; aus dem Latein. und Ital. castrare, verschneiden, entmannen. Im gemeinen Leben und in den Provinzen hat man mehrere Wörter, diese Verrichtung auszudrucken, dahin die Ausdrücke geilen, entgeilen, heilen, verheilen, münchen, das veraltete meiden, (S. Adelung Mähen,) und das Nieders. lubben gehören, welches letztere mit dem Engl. libb, und dem Griech. λωβαν, überein kommt. Bey den Pferden nennet man es auch reißen, wallachen, legen, und im Nieders. runen, runken, Holländ. ruynen; bey den Ochsen, leichten, reißen; bey den Schweinen, gölzen, rein machen, reinigen, die Brunst benehmen; bey dem Schafviehe hammeln, leichten; bey dem Hühnerviehe kapaunen u. s. f. So fern Verschneiden bey einigen größern Thieren durch Zerklopfen der Testikeln geschiehet, heißt es auch klopfen und dengeln.
 
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Castrol, S. Adelung Casserolle.
 
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Der Casuār, des -s, plur. die -e, oder des -en, plur. die -en, ein Vogel, welcher in Ostindien und den Molucken angetroffen wird, und nach dem Strauße der größte Vogel ist. Er hat drey Zehen und auf dem Kopfe einen harten Höcker. Das Rauche an seinen Federn ist haaricht. Er hat keinen Schwanz, kurze Flügel, und schlägt mit den Füßen hinten aus; Struthio Casuarius, L. Cascarius, Kl. Engl. Cassawary, Cassawar Cock.
 
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Der Casuíst, des -en, plur. die -en, ein Gottesgelehrter, der sich besonders auf die Entscheidung zweifelhafter Gewissensfälle legt, dergleichen in der Römischen Kirche vor andern häufig sind,

[Bd. 1, Sp. 1315]


deren Wissenschaft aber oft in nichts andern bestehet, als in der Kunst, Gott zu chicaniren. Das Urtheil eines guten Gewissens ist sicherer als alle Entscheidungen der Casuisten. Daher die Casuístik, diese Kunst, und casuístisch, in derselben gegründet.
 
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Die Cäsūr, plur. die -en, aus dem Latein. Caesura, ein Abschnitt, kurzer Ruhepunct in der Dichtkunst und Musik. In der ersten ist es eine kleine Pause nach der vierten Sylbe in zehnsylbigen, und nach der sechsten in zwölfsylbigen Versen.
 
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Der Catālogus, des -gi, plur. die -gi, ein Verzeichniß einzelner Dinge, besonders ein Bücherverzeichniß; aus dem Griech. und Latein. Bey vielen auch, obgleich nicht nach der besten Analogie, der Catalōg, nach dem Franz. Catalogue.

 

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