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Casemátte bis Castellān (Bd. 1, Sp. 1312 bis 1313)
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Artikelverweis Die Casemátte, plur. die -n, im Festungsbaue, niedrige Gewölber unter dem Hauptwalle, besonders in den Bastionen, theils den Graben daraus zu bestreichen, ein Kanonenkeller, Wallkeller; theils auch Gegenminen darin anzubringen, Mordkeller. Ital. Casematta, von Casa, ein Haus, und matto, blind, verdeckt, oder von dem Span. mata, niedrig.
 
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Die Casếrne, plur. die -n, kleine Zimmer in dem Walle einer Festung, zur Wohnung für die Soldaten; auch ein langes am Walle gebauetes Haus zu eben dem Gebrauche. Franz. Caserne, von Casa, ein Haus.
 
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Die Cásse, plur. die -n. 1) Ein Kasten, besonders ein Geldkasten. Geld in die Casse legen, aus der Casse hohlen. Daher der Cassen-Bestand, das Geld, welches nach dem Schlusse einer Abrechnung in der Casse übrig bleibt, S. Adelung Bestand; das Cassen-Buch, ein Rechnungsbuch über die Einnahme und Ausgabe der Casse u. s. f. 2) Das in derselben befindliche Geld, und in weiterer Bedeutung überhaupt bares Geld, besonders bey Kaufleuten und Wechslern. Eine gute, schlechte Casse haben, viel oder wenig bares Geld haben. 3) Zu einem gewissen Gebrauche bestimmte Geldsummen, und die zu deren Verwaltung verordneten Personen. Die Armen-Casse, die Steuer-Casse, die Kriegs-Casse u. s. f. 4) Dasjenige Zimmer, in welchem Geld verwahret und

[Bd. 1, Sp. 1313]


ausgezahlet wird. In die Casse gehen. Aus dem Ital. Cassa, daher es auch im Deutschen oft noch Cassa lautet. Das Ital. stammet entweder von Capsa, oder auch von Kasten her. Daher das Cassen-Geld, des -es, plur. die -er, Geld, oder Gelder, welche zu einer öffentlichen Casse gehören; die Cassen-Münze, plur. inus. eine Münze oder Geldsorte, welche in öffentlichen Cassen angenommen wird u. s. f.
 
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Die Casserólle, plur. die -n, in den Küchen, ein flache kupferne oder messingene Pfanne ohne Füße mit einem Stiele, Fricasseen, Ragouts und andere Französische Künsteleyen darin zuzurichten. Aus dem Franz. Casserolle, welches aber auch einen jeden Tiegel ohne Füße bedeutet. In den Küchen lautet dieses Wort gemeiniglich Kastrōl.
 
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Die Cássia, oder ohne Artikel Cássien, plur. car. ein ausländischer Baum; Cassia, L. Diejenige Art, welche bey uns am bekanntesten ist, und in Ostindien und Ägypten wächset, heißt beym Linn. Cassia Fistula, im Deutschen aber auch Rohr-Cassien, wegen der röhrartigen Frucht, und Purgier-Cassien, zum Unterschiede von andern Arten. Daher die Cassien-Rinde, welche auch Mutterzimmer genannt wird; das Cassien-Röhrlein, die Frucht dieses Baumes, welche in einer langen schwarzen cylindrischen Hülfe bestehet, und auch Johannis-Brot genannt wird; das Cassien-Mark, das schwarze, süße, seifenartige Mark in derselben u. s. f.
 
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Der Cassīer, des -s, oder der Cassirer, des -s, plur. ut nom. sing. derjenige, welcher die Einnahme und Ausgabe bey einer Casse unter den Händen hat; vom Ital. Cassiere.
 
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Cassíren, verb. reg. act. 1) Von dem Ital. Worte Cassa, bares Geld in die Casse schaffen, wofür aber eincassiren üblicher ist. 2) Von dem Ital. cassare, für ungültig erklären, abschaffen, aufheben, im gemeinen Leben. Eine Schuldforderung cassiren. Ein Privilegium cassiren, aufheben. Einen Bedienten, Beamten cassiren, ihn mit Unwillen abdanken.
 
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Castanie, S. Adelung Kastanie.
 
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Casteien, S. Kasteien.
 
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Das Castếll, des -es, plur. die -e, von dem Latein. Castellum. 1) Eigentlich, ein jedes kleines Schloß, eine jede kleine Festung, in welchem Verstande dieses Wort in Pohlen und Ungarn, doch mit verschiedenen Einschränkungen, üblich ist; S. Adelung Schloß. Im Deutschen gebraucht man es nur noch zuweilen von einer kleinen Festung, welche neben einer größern, oder auch nur neben einer Stadt liegt, wofür aber auch Cittadelle üblicher geworden ist. Im mittlern Lateine bedeutete Castellum oft auch eine Stadt, einen Flecken; daher gebraucht Ottfried Kastel mehrmahls für einen Flecken. 2) Auf den großen Schiffen ist Castell eine Erhöhung, welche vorn und hinten auf dem Verdecke angebracht wird; das Vorder-Castell, das Hinter-Castell.
 
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Der Castellān, des -es, plur. die -e, oft auch -ǟne, der Befehlshaber eines Castelles oder Schlosses, von welchem die Sicherheit und Vertheidigung desselben abhänget. So wurden in den mittlern Zeiten die Burggrafen und Burgmänner mit allen ihren Einschränkungen, besonders im Lateine, sehr oft Castellane genannt. Die Gouverneurs der Castelle oder Citadellen zu Mailand, Neapel und Antwerpen führen noch diesen Nahmen, und in Pohlen, welches Reich der ehemahligen Deutschen Verfassung noch sehr ähnlich ist, sind die Castellane Reichsbeamte, welche die Aufsicht über ein Castell und dessen Gebieth haben, und in Kriegeszeiten die unter ihrer Gerichtsbarkeit befindlichen Edelleute unter dem Commando des Woiwoden, als dessen Lieutenants, in das Feld führen, da sie denn mit den ehemahligen Deutschen Grafen und Burggrafen überein kommen. Im Deutschen

[Bd. 1, Sp. 1314]


nennet man in verschiedenen fürstlichen und herrschaftlichen Schlössern und Pallästen denjenigen Bedienten, welcher die Aufsicht über die Zimmer hat, einen Castellan.

 

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