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Cartón bis Cássia (Bd. 1, Sp. 1311 bis 1313)
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Artikelverweis Der Cartón, (sprich Cartong,) des -s, plur. die -s, aus dem Franz. Carton, und Ital. Cartone. ein großes, starkes Blatt Papier; in der Mahlerey, eine große Zeichnung auf Papier, gemeiniglich

[Bd. 1, Sp. 1312]


zum Behuf der Tapetenwirker, Fresco-Mahler u. s. f. Ingleichen, ein Behältniß von Pappe, Kupferstiche u. s. f. hinein zu legen.
 
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Die Cartúsche, plur. die -n. 1) In den bildenden Künsten, eine zierliche Einfassung zu einer Auf- oder Überschrift, eines Sinnbildes, Wapens u. s. f. Aus dem Franz. Cartouche, weil die ersten Einfassungen dieser Art ein fliegendes aufgerolltes Blatt vorstelleten, dergleichen noch jetzt gewöhnlich sind. 2) Eine kleine Patrontasche der Grenadier, welche sie vor dem Leibe tragen. 3) Die Patrone, d. i. die aus Pulver und der Kugel bestehende Ladung für Kanonen. 4) Eine mit Musketenkugel, Stücken Eisen u. s. f. angefüllte Büchse von Pappe, Holz oder Blech, welche aus Kanonen geschossen, und gemeiniglich Kartätsche genannt wird, S. dieses Wort. Alle aus dem Franz. Cartouche.
 
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Der Carviol, S. Adelung Carfiol.
 
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Der Casakín, (sprich Casakéng,) des -s, plur. die -s, ein kleiner kurzer und enger Überrock, welchen man im Hause zur Bequemlichkeit anziehet; aus dem Franz. Casaquin, und dieß von dem Ital. Casachino, Casachina, welches das Diminut. von Casacca, ein Reitrock, ist. Die Bestandtheile dieses Wortes sind in den Europäischen Sprachen sehr alt, indem κασυς und κασος schon bey dem Xenophon, Pollur und Hesychius vestem coactilem bedeutet. Im Schwed. ist Kasjacka und Kasika ein Brusttuch, oder ein kurzer Mantel, womit auch das Engl. Cassock, das Span. Casaca und das Holländ. Kasacke überein stimmen. Ihre hält die letzte Hälfte dieser Wörter für das bekannte Wort Jacke, w. s.
 
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Die Cascarílle, plur. inus. ein Strauch, der in beyden Indien angetroffen wird; Clutia Eluteria, L. Die zusammen gerollte Rinde dieses Strauches, welche bey uns unter dem Nahmen der Cascarille bekannt ist, hat einen bittern und gewürzhaften Geschmack, und wird in vielen Fällen als eine heilsame Arzeney gebraucht.
 
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Die Cāsel, plur. die -n, eine ehemahlige Benennung eines Meßgewandes oder Chorhemdes in der Römischen Kirche, aus dem mittlern Latein. Casula. In einigen protestantischen Kirchen wird der schwarze weite lange Priesterrock, der an andern Orten ein Chorrock, heißt, noch jetzt eine Casel genannt. In manchen Gegenden bedeutet es eine jede schlechte Bekleidung. S. du Fresne Gloss. v. Casula.
 
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Die Casemátte, plur. die -n, im Festungsbaue, niedrige Gewölber unter dem Hauptwalle, besonders in den Bastionen, theils den Graben daraus zu bestreichen, ein Kanonenkeller, Wallkeller; theils auch Gegenminen darin anzubringen, Mordkeller. Ital. Casematta, von Casa, ein Haus, und matto, blind, verdeckt, oder von dem Span. mata, niedrig.
 
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Die Casếrne, plur. die -n, kleine Zimmer in dem Walle einer Festung, zur Wohnung für die Soldaten; auch ein langes am Walle gebauetes Haus zu eben dem Gebrauche. Franz. Caserne, von Casa, ein Haus.
 
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Die Cásse, plur. die -n. 1) Ein Kasten, besonders ein Geldkasten. Geld in die Casse legen, aus der Casse hohlen. Daher der Cassen-Bestand, das Geld, welches nach dem Schlusse einer Abrechnung in der Casse übrig bleibt, S. Adelung Bestand; das Cassen-Buch, ein Rechnungsbuch über die Einnahme und Ausgabe der Casse u. s. f. 2) Das in derselben befindliche Geld, und in weiterer Bedeutung überhaupt bares Geld, besonders bey Kaufleuten und Wechslern. Eine gute, schlechte Casse haben, viel oder wenig bares Geld haben. 3) Zu einem gewissen Gebrauche bestimmte Geldsummen, und die zu deren Verwaltung verordneten Personen. Die Armen-Casse, die Steuer-Casse, die Kriegs-Casse u. s. f. 4) Dasjenige Zimmer, in welchem Geld verwahret und

[Bd. 1, Sp. 1313]


ausgezahlet wird. In die Casse gehen. Aus dem Ital. Cassa, daher es auch im Deutschen oft noch Cassa lautet. Das Ital. stammet entweder von Capsa, oder auch von Kasten her. Daher das Cassen-Geld, des -es, plur. die -er, Geld, oder Gelder, welche zu einer öffentlichen Casse gehören; die Cassen-Münze, plur. inus. eine Münze oder Geldsorte, welche in öffentlichen Cassen angenommen wird u. s. f.
 
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Die Casserólle, plur. die -n, in den Küchen, ein flache kupferne oder messingene Pfanne ohne Füße mit einem Stiele, Fricasseen, Ragouts und andere Französische Künsteleyen darin zuzurichten. Aus dem Franz. Casserolle, welches aber auch einen jeden Tiegel ohne Füße bedeutet. In den Küchen lautet dieses Wort gemeiniglich Kastrōl.
 
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Die Cássia, oder ohne Artikel Cássien, plur. car. ein ausländischer Baum; Cassia, L. Diejenige Art, welche bey uns am bekanntesten ist, und in Ostindien und Ägypten wächset, heißt beym Linn. Cassia Fistula, im Deutschen aber auch Rohr-Cassien, wegen der röhrartigen Frucht, und Purgier-Cassien, zum Unterschiede von andern Arten. Daher die Cassien-Rinde, welche auch Mutterzimmer genannt wird; das Cassien-Röhrlein, die Frucht dieses Baumes, welche in einer langen schwarzen cylindrischen Hülfe bestehet, und auch Johannis-Brot genannt wird; das Cassien-Mark, das schwarze, süße, seifenartige Mark in derselben u. s. f.

 

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