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Carthǟuser bis Casemátte (Bd. 1, Sp. 1311 bis 1312)
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Artikelverweis Der Carthǟuser, des -s, plur. ut nom. sing. ein Mönch von dem Orden des heil. Bruno, welcher Orden sehr strenge, in einer beständigen Clausur und vollkommenen Einsamkeit lebt. Bruno stiftete diesen Orden 1086. S. das vorige. Daher der Carthäuser-Mönch, der Carthäuser-Orden, das Carthäuser-Kloster u. s. f.
 
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Die Carthǟuser-Nêlke, plur. die -n, eine Art Nelken mit gehäuften Blumen, welche eyförmige mit Grannen besetzte Kelchschuppen und drey nervige Blätter haben; Dianthus Carthusianorum, L. Auch die Bartnelken werden zuweilen Carthäuser-Nelken genannt.
 
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Das Carthäuser-Pulver, des -s, plur. ut nom. sing. in der Chymie, eine der wichtigsten Bereitungen aus dem Spießglase, welche auch mineralischer Kermes genannt wird, und ihren Nahmen von einem Apotheker der Carthäuser, Simon, hat, welcher sie um 1714 in Aufnahme brachte.
 
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Cartoffel, S. Adelung Kartoffel.
 
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Der Cartón, (sprich Cartong,) des -s, plur. die -s, aus dem Franz. Carton, und Ital. Cartone. ein großes, starkes Blatt Papier; in der Mahlerey, eine große Zeichnung auf Papier, gemeiniglich

[Bd. 1, Sp. 1312]


zum Behuf der Tapetenwirker, Fresco-Mahler u. s. f. Ingleichen, ein Behältniß von Pappe, Kupferstiche u. s. f. hinein zu legen.
 
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Die Cartúsche, plur. die -n. 1) In den bildenden Künsten, eine zierliche Einfassung zu einer Auf- oder Überschrift, eines Sinnbildes, Wapens u. s. f. Aus dem Franz. Cartouche, weil die ersten Einfassungen dieser Art ein fliegendes aufgerolltes Blatt vorstelleten, dergleichen noch jetzt gewöhnlich sind. 2) Eine kleine Patrontasche der Grenadier, welche sie vor dem Leibe tragen. 3) Die Patrone, d. i. die aus Pulver und der Kugel bestehende Ladung für Kanonen. 4) Eine mit Musketenkugel, Stücken Eisen u. s. f. angefüllte Büchse von Pappe, Holz oder Blech, welche aus Kanonen geschossen, und gemeiniglich Kartätsche genannt wird, S. dieses Wort. Alle aus dem Franz. Cartouche.
 
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Der Carviol, S. Adelung Carfiol.
 
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Der Casakín, (sprich Casakéng,) des -s, plur. die -s, ein kleiner kurzer und enger Überrock, welchen man im Hause zur Bequemlichkeit anziehet; aus dem Franz. Casaquin, und dieß von dem Ital. Casachino, Casachina, welches das Diminut. von Casacca, ein Reitrock, ist. Die Bestandtheile dieses Wortes sind in den Europäischen Sprachen sehr alt, indem κασυς und κασος schon bey dem Xenophon, Pollur und Hesychius vestem coactilem bedeutet. Im Schwed. ist Kasjacka und Kasika ein Brusttuch, oder ein kurzer Mantel, womit auch das Engl. Cassock, das Span. Casaca und das Holländ. Kasacke überein stimmen. Ihre hält die letzte Hälfte dieser Wörter für das bekannte Wort Jacke, w. s.
 
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Die Cascarílle, plur. inus. ein Strauch, der in beyden Indien angetroffen wird; Clutia Eluteria, L. Die zusammen gerollte Rinde dieses Strauches, welche bey uns unter dem Nahmen der Cascarille bekannt ist, hat einen bittern und gewürzhaften Geschmack, und wird in vielen Fällen als eine heilsame Arzeney gebraucht.
 
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Die Cāsel, plur. die -n, eine ehemahlige Benennung eines Meßgewandes oder Chorhemdes in der Römischen Kirche, aus dem mittlern Latein. Casula. In einigen protestantischen Kirchen wird der schwarze weite lange Priesterrock, der an andern Orten ein Chorrock, heißt, noch jetzt eine Casel genannt. In manchen Gegenden bedeutet es eine jede schlechte Bekleidung. S. du Fresne Gloss. v. Casula.
 
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Die Casemátte, plur. die -n, im Festungsbaue, niedrige Gewölber unter dem Hauptwalle, besonders in den Bastionen, theils den Graben daraus zu bestreichen, ein Kanonenkeller, Wallkeller; theils auch Gegenminen darin anzubringen, Mordkeller. Ital. Casematta, von Casa, ein Haus, und matto, blind, verdeckt, oder von dem Span. mata, niedrig.

 

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