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Cárreau bis Carthāuse (Bd. 1, Sp. 1310 bis 1311)
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Artikelverweis  Cárreau, (sprich Cárro,) ein unabänderliches Hauptwort, welches nur in der Französischen Karte üblich ist, und die rothen Figuren andeutet, welche ein geschobenes Viereck vorstellen; im gemeinen Leben Caro. Das Carreau-As, der Carreau-König u. s. f. Aus dem Französ. Carreau, ein Quadrat.
 
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Die Carrēte, plur. die -n, eine kleine Kutsche, eine Art einer Kalesche. Jetzt ist es am häufigsten nur noch im gemeinen Leben üblich, eine schlechte elende Kutsche, oder einen jeden schlechten Wagen mit Verachtung zu benennen. Es ist aus dem Ital. Carreta, Carretta, Carretto, welches das Diminutivum von Carro ist, und eine kleine Kutsche, eine Kalesche bezeichnet. Im vorigen Jahrhunderte war in Sachsen noch der Carreten-Zins bekannt, welchen sich die Superintendenten bey den Kirchen-Visitationen von den Eingepfarrten eines Kirchspieles zur Vergütung des Fuhrlohnes geben ließen. Im mittlern Lateine ist Carreta, Carreda, ein zweyräderiger Wagen.
 
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Die Carricatūr, plur. die -en, aus dem Franz. Carricature; in den schönen Künsten, 1) die Übertreibung des Fehlerhaften oder Lächerlichen in einer Vorstellung; ohne Plural. 2) Solche übertriebene Bilder selbst. Vermuthlich stammet dieses Wort aus dem Ital. caricare, beladen, her.
 
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Die Carriōle, plur. die -n, ein kleines zweyräderiges Fuhrwerk, Personen darauf fortzubringen. Aus dem Ital. Carriola, welches gleichfalls das Diminut. von Carro ist; Franz. Cariole. Im Deutschen ist es zuweilen ungewissen Geschlechtes, das Carriol.

[Bd. 1, Sp. 1311]



 
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Das Carrosếll, oder nach dem Franz. Caroussếll, des -es, plur. die -e, ein Ritterspiel, welches aus allerley Übungen mit Wagen oder Pferden bestehet, und ein Überbleibsel der alten Thurniere ist; aus dem Ital. Carrosello, oder Franz. Caroussel, welches gleichfalls ein Diminut. von Carro ist, weil man sich dazu ehedem kleiner Wägen oder Karren bedienete.
 
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Die Carrósse, plur. die -n, eine Staatskutsche, Prachtkutsche. Auch dieses Wort ist, so wie das ganze zur Üppigkeit und zur Bequemlichkeit gehörige Fuhrwesen, eine Italiänische Erfindung. Allein das Ital. Carrozza und Carroccio, und Franz. Carosse, bedeuten eine jede Kutsche, dagegen man es im Deutschen zur Zeit nur noch von der prächtigern Art derselben braucht. Carrocium bedeutete im mittlern Lateine auch den großen Wagen, auf welchem die Haupfahne in das Feld geführet wurde, welches gleichfalls eine Italiänische Erfindung des zwölften Jahrhundertes ist. Bey einem Deutschen Dichter in Eckarts Script. S. 1557. kommt schon das Wort Karotsche vor, nach dem Ital. Caroccio.
 
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Cartätsche, S. Adelung Kartätsche und Kardetsche.
 
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Cartaune, S. Adelung Karthaune.
 
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Das Cartếll, des -es, plur. die -e. 1) Ein Vertrag über die Auslieferung der Gefangenen im Kriege, oder der Ausreißer in Friedenszeiten. Ein Cartell errichten, aufheben u. s. f. 2) Ein Ausforderungsbrief zum Duell. Jemanden ein Cartell senden, überbringen u. s. f. In beyden Bedeutungen aus dem Ital. Cartello, Franz. Cartel, Engl. Cartel, welches das Diminut. von Carta ist, und eigentlich eine jede kurze Schrift bedeutet.
 
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Carthaune, S. Adelung Karthaune.
 
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Die Carthāuse, plur. die -n, ein Carthäuser-Kloster; von der wüsten Gegend Carthusia, Franz. Chartreuse, im Delphinate, wo das erste Kloster dieses Ordens gestiftet worden, daher denn nachmahls ein jedes Carthäuser-Kloster diesen Nahmen bekommen hat.
   Anm. Man hat in den niedrigen Sprecharten ein Wort, welches gleichfalls Carthause lautet, und vermuthlich so viel als den Kragen bedeutet. Jemanden bey der Carthause nehmen und zur Erde werfen. Frisch glaubt, daß damit auf die straubigen Haare gesehen würde, die den Wüsteneyen der Carthäuser glichen. Allein es scheinet vielmehr ein niedriges Wortspiel zu seyn, und für Krause zu stehen. Im Nieders. lautet es in dieser Bedeutung Kalduse.

 

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