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Carmosiren bis Carrēte (Bd. 1, Sp. 1309 bis 1310)
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Artikelverweis  Carmosiren, Carmusiren, verb. reg. act.ein Kunstwort der Jubelierer, welches eigentlich einfassen, mit einem Rande versehen, bedeutet. Einen Edelstein carmusiren, einen Rand von kleinern Edelsteinen um denselben machen. Carmusir-Gut, sehr kleine Edelsteine, die nur zum Carmusiren taugen. Obgleich dieses Wort zunächst aus dem Französischen entlehnet ist, so hat es doch seinen Ursprung in Norden. Denn Karmbedeutet noch jetzt im Schwed. einen Rand, und karmisera ist in eben dieser Sprache unser carmusiren.
 
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Das Cárnaval, des -es, plur. die Cárnavāle, in den Kirchengebräuchen, besonders der Römischen Kirche, die Zeit von dem Feste der heil. drey Könige bis zur Fasten, welche von Alters her mit allerley Lustbarkeiten und Ausschweifungen zugebracht worden; im Deutschen Fastnacht. Carnaval halten. Die Carnavals-Zeit, Carnavals-Lustbarkeiten u. s. f. Aus dem Franz. Carnaval, und Ital. Carnavale, Carnevale, Carnovale. Du Fresne leitet dieses Wort von Carn à val ab, und erkläret solches durch Caro abscedit, seu tempus carnes comedendi. Allein da dieses Wort im mittlern Lateine auch Carnelevamen heißt, so kann es auch daraus verderbt seyn. Im Oberdeutschen ist es männlichen Geschlechtes, der Carnaval.
 
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Der Carneōl, des -es, plur. die -e, ein Edelstein, der eigentlich ein rother Achat ist, dessen Farbe aber verschiedene Grade der Dunkelheit hat. Aus dem Latein. Carneolus, Ital. Carniola, Franz. Cornaline. Das Ital. Corniola bedeutet auch Horn,

[Bd. 1, Sp. 1310]


daher man behauptet, daß dieser Stein wegen seiner dem Horne ähnlichen Farbe den Nahmen bekommen habe. Allein alsdann müßte man ehedem einen andern Stein Carneol genannt haben, als heut zu Tage. Das Ital. Carne, Fleisch, würde sich wegen der Fleischfarbe vielleicht besser zur Ableitung schicken.
 
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Carnieß, S. Adelung Karnieß.
 
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Der Carolīn, des -es, plur. die -en, ein Nahme verschiedener Münzsorten, welche von Fürsten geschlagen worden, die den Nahmen Carl geführet. So ist der Carolin in der Schweiz eine Art Scheidemünze, welche sich wieder in verschiedene Unterarten theilet, davon Frisch einige anführet. Um das Jahr 1477 wurde zu Bern ein guter Carlin auf einen Fünfer gesetzet. Auch in Italien gibt es geringe Münzen dieses Nahmens, welche etwa zwey gute Groschen gelten, aber auch sehr verschieden sind. Die Deutschen Carolinen in Gold, welche im Reiche 12 Fl. gelten, haben ihren Nahmen von einem Churfürsten zu Baiern, Nahmens Carl, werden aber auch von andern Fürsten geschlagen. Auch in England hat man Goldmünzen, welche Carolinen oder Caroliner heißen, von dem Könige Carl geschlagen worden, und so viel wie ein Jacobiner, nehmlich 7 Fl. 83/4 Kr. gelten. Im gemeinen Leben lautet dieses Wort abgekürzet nur Carlin.
 
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Carosse, S. Adelung Carrosse.
 
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Die Carótte, plur. die -n. 1) Ein Nahme, welchen an einigen Orten die rothen Rüben, oder die Beete, im Oberdeutschen Mangold, führen, aus dem Ital. Carotta und Carota, welches rothe Rüben bedeutet. Andere machen noch einen Unterschied unter den rothen Rüben und Carotten, der aber wohl nur von der Verschiedenheit des Bodens herrühret. S. Adelung Beete und Mangold. 2) Wegen einiger Ähnlichkeit, eine an beyden Enden zugespitzte Stange Tobak aus gerippten Blättern; Franz. Carotte. Daher carottiren, den Tobak in dem Carotten-Zeuge zusammen pressen.
 
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Caroussell, S. Adelung Carrosell.
 
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Die Carpīe, plur. inus. bey den Wundärzten, ein Büschel Fasern, welches von der Leinwand abgeschabet, und in die Wunden gelegt wird; aus dem Franz. Charpie, und dieß von carpere.
 
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Cárreau, (sprich Cárro,) ein unabänderliches Hauptwort, welches nur in der Französischen Karte üblich ist, und die rothen Figuren andeutet, welche ein geschobenes Viereck vorstellen; im gemeinen Leben Caro. Das Carreau-As, der Carreau-König u. s. f. Aus dem Französ. Carreau, ein Quadrat.
 
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Die Carrēte, plur. die -n, eine kleine Kutsche, eine Art einer Kalesche. Jetzt ist es am häufigsten nur noch im gemeinen Leben üblich, eine schlechte elende Kutsche, oder einen jeden schlechten Wagen mit Verachtung zu benennen. Es ist aus dem Ital. Carreta, Carretta, Carretto, welches das Diminutivum von Carro ist, und eine kleine Kutsche, eine Kalesche bezeichnet. Im vorigen Jahrhunderte war in Sachsen noch der Carreten-Zins bekannt, welchen sich die Superintendenten bey den Kirchen-Visitationen von den Eingepfarrten eines Kirchspieles zur Vergütung des Fuhrlohnes geben ließen. Im mittlern Lateine ist Carreta, Carreda, ein zweyräderiger Wagen.

 

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