Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Caressiren bis Carmosiren (Bd. 1, Sp. 1308 bis 1309)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Caressiren, verb. reg. act. schmeicheln, liebkosen; ohne Noth aus dem Franz. caresser.
 
Artikelverweis 
Der Carfiōl, des -es, plur. inus. eine in einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden, übliche Benennung des Blumenkohles, die vermuthlich aus dem Ital. Cavolo-fiore, Blumenkohl, verderbt ist. In der Schweiz lautet dieser Nahme Kardiviol.
 
Artikelverweis 
Cärimonie, S. Adelung Ceremonie.
 
Artikelverweis 
Cariole, S. Adelung Carriole.
 
Artikelverweis 
Carl, ein Mannsnahme, welcher mit dem Worte Kerl einerley ist, und eigentlich einen Mann bedeutet, aber so fern es ein Nahme

[Bd. 1, Sp. 1309]


ist, sein C von den ältesten Zeiten an behauptet hat, daher auch alle neuere Versuche, die Schreibart dieses Wortes mit einem K allgemein zu machen, vergebens gewesen sind. Im Lateine der mittlern Zeiten ist Carlus und Carolus daraus geworden. S. Adelung Kerl.
 
Artikelverweis 
Der Carmelīt, des -en, plur. die -en, oder der Carmelīter, des -s, plur. ut nom. sing. ein Mönch von dem Carmeliter-Orden, welches einer der vier Bettelorden ist, der seinen Nahmen von dem Berge Carmel in Syrien hat. Daher der Carmeliter-Mönch, das Carmeliter-Kloster, die Carmeliter-Nonne, u. s. f.
 
Artikelverweis 
Die Carmelīter-Birn, plur. die -en, eine Art mittelmäßig großer, kurzer und rundlicher Birnen, welche gelblich-grün und saftig ist, und im August reifet; in andern Gegenden die Kaiserinn, ingleichen Magdalenen-Birn, Franz. Citron des Carmes, St. Madelaine.
 
Artikelverweis 
Der Carmelīter-Geist, des -es, plur. inus. in den Apotheken, ein zusammen gesetztes Melissenwasser, welches aus Melissen, Citronenschalen, Coriander, Muskaten, Nelken, Zimmet u. s. f. mit Weingeist und Melissenwasser destilliret wird.
 
Artikelverweis 
Carmesīn, adj. indecl. eine hochrothe Farbe habend, welche ein wenig in das Blaue fällt. Daher die Carmesin-Farbe, Carmesin-Zeug, das diese Farbe hat, Carmesin-roth u. s. f. Wir haben dieses Wort aus dem Franz. Cramoisi, welches von dem Arab. Kermes abstammet; S. Adelung Kermes. Im Span. lautet es Carmesi, im Ital. Chermisi, im Engl. Crimson, und im mittlern Lateine Carmesinus. Diejenigen, welche dieses Wort Carmoisin schreiben, und es dadurch dem Französ. ähnlicher zu machen suchen, sollten es billig Cramoisin schreiben, wodurch sie sich aber von dem wahren Ursprunge dieses Wortes nur noch mehr entfernen würden.
 
Artikelverweis 
Der Carmīn, des -es, plur. inus. ein schönes hochrothes Pulver, welches zum Mahlen gebraucht, und aus der Cochenille, zuweilen aber auch aus Fernambuk oder Brasilienholz verfertiget wird. Aus dem Franz. Carmin, welches gleichfalls von dem Arab. Kermes abstammet. S. Adelung Kermes. Daher Carmin-roth, hochroth, ohne Beymischung irgend einer andern Farbe.
 
Artikelverweis 
Carmosiren, Carmusiren, verb. reg. act.ein Kunstwort der Jubelierer, welches eigentlich einfassen, mit einem Rande versehen, bedeutet. Einen Edelstein carmusiren, einen Rand von kleinern Edelsteinen um denselben machen. Carmusir-Gut, sehr kleine Edelsteine, die nur zum Carmusiren taugen. Obgleich dieses Wort zunächst aus dem Französischen entlehnet ist, so hat es doch seinen Ursprung in Norden. Denn Karmbedeutet noch jetzt im Schwed. einen Rand, und karmisera ist in eben dieser Sprache unser carmusiren.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: