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Cardätsche bis Carl (Bd. 1, Sp. 1308)
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Artikelverweis  Cardätsche, S. Adelung Kartätsche und Kardetsche.
 
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Cardināl, adj. et adv. welches aus dem Latein. cardinalis, und dieß von Cardo, die Angel, entlehnet, im Hochdeutschen größten Theils veraltet ist, ehedem aber in einigen Zusammensetzungen üblich war, das Vornehmste oder Wichtigste in seiner Art zu bezeichnen. Die Cardinal-Tugenden, welche man ehedem auch wohl Angeltugenden nannte, die Haupttugenden, vornehmsten Tugenden, unter welchem Nahmen man die Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigkeit begriff. Die vier Cardinal-Winde, die Hauptwinde, welche aus den vier Cardinal- oder Hauptgegenden kommen. Die Cardinal-Zahlen, die Haupt- oder Grundzahlen, eins, zwey u. s. f. im Gegensatze der Ordnungszahlen.
 
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Der Cardināl, des -es, plur. die -näle. 1) In der Römischen Kirche, ein Ehrentitel der vornehmsten Geistlichen nach dem Papste, welche Fürsten der Kirche und geborne Räthe des Papstes genannt werden, und Glieder des heil. Collegii sind. Es sind ihrer jetzt ordentlich siebzig, wovon sechs Bischöfe, funfzig Priester, und vierzehn Diaconi sind, welche denn Cardinal-Bischöfe, Cardinal-Priester, und Cardinal-Diaconi genannt werden. Daher die Cardinals-Würde, der Cardinals-Hut, der rothe scharlachene Hut, der das Ehrenzeichen dieser Würde ist u. s. f. Aus dem mittlern Latein. Cardinalis. S. des du Fresne Glossar. 2) Der Cardinal oder das Cardinǟlchen, heißt auch bey den neuern Schriftstellern des Naturreiches eine Art Finken, welche in China angetroffen wird, und diesen Nahmen von ihrem purpurrothen Kopfe erhalten hat. Der Rücken und die Flügel sind grün, der übrige Leib aber ist gleichfalls roth; Fringilla purpurea, Kl. Auch eine Art Zaunkönige mit röthlicher Platte, Sylvia vertice subrubro, Kl. Motacilla Rubricapilla, L. führet diesen Nahmen. 3) Ein weißer mit gebratenen Pommeranzen angemachter Wein; so wie Bischof ein solcher rother Wein ist.
 
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Die Cardināls-Birn, plur. die -en, eine Art wohl schmeckender Birnen, welche ihren Nahmen von dem Cardinal Nic. de Cusa hat, der sie 1451 zu Magdeburg an der Tafel des Erzbischofs Friedrich so lecker fand, daß er sie feyerlich einsegnete.
 
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Die Cardināls-Blume, plur. die -n, eine Pflanze mit einem aufrechten Stamme, und einer an dessen Spitze befestigten Blumentraube; Lobelia Cardinalis, L. Sie ist aus Virginien zu uns gebracht worden, und hat den Nahmen von der hochrothen Farbe ihrer Blume bekommen, die der Farbe der Cardinals-Hüte gleicht.
 
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Der Cardobenedícten, des -s, plur. inus. eine aus dem Latein. Carduus benedictus zusammen gezogene Benennung einer Pflanze, Centaurea Benedicta, L. Der Same und die Blätter werden in verschiedenen Krankheiten als eine heilsame Arzeney gebraucht.
 
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Caressiren, verb. reg. act. schmeicheln, liebkosen; ohne Noth aus dem Franz. caresser.
 
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Der Carfiōl, des -es, plur. inus. eine in einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden, übliche Benennung des Blumenkohles, die vermuthlich aus dem Ital. Cavolo-fiore, Blumenkohl, verderbt ist. In der Schweiz lautet dieser Nahme Kardiviol.
 
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Cärimonie, S. Adelung Ceremonie.
 
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Cariole, S. Adelung Carriole.
 
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Carl, ein Mannsnahme, welcher mit dem Worte Kerl einerley ist, und eigentlich einen Mann bedeutet, aber so fern es ein Nahme

[Bd. 1, Sp. 1309]


ist, sein C von den ältesten Zeiten an behauptet hat, daher auch alle neuere Versuche, die Schreibart dieses Wortes mit einem K allgemein zu machen, vergebens gewesen sind. Im Lateine der mittlern Zeiten ist Carlus und Carolus daraus geworden. S. Adelung Kerl.

 

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