Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Carabinier bis Cardināl (Bd. 1, Sp. 1307 bis 1308)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Der Carabinier, (sprich Carabinjē,) des -s, plur. die -s, ein leichter Reiter, welcher mit einem Carabiner bewaffnet ist. Gegenwärtig werden sie wohl mit den Dragonern einerley seyn, obgleich der Nahme noch bey verschiedenen Armeen üblich ist. Aus dem Franz. Carabin, und Carabinier. Die Carabiniers waren eigentlich Spanische oder vielmehr Navarrische Reiter, welche zuerst unter den Königen von Navarra, Jean d'Albret, und Antoine de Bourbon, in Frankreich bekannt wurden, und nachmahls auch in Deutschland Beyfall fanden.
 
Artikelverweis 
Die Caraffīne, plur. die -n, eine kleine gläserne Flasche mit einem engen Halse, Wasser, Essig, Öhl oder Wein bey der Mahlzeit darin vorzusetzen.
   Der Schenktisch lächelt zwar auch in Strephons prächtigem Saale,
   Aus heitern Caraffinen dir zu,
   Zachar. Aus dem Ital. Caraffa, Caraffina und Franz. Caraffe. Caraffon aber ist in der letztern Sprache eine große dicke gläserne Bouteille mit einem langen Halse. Das Dän. Karaffe bedeutet gleichfalls eine Flasche mit einem langen Halse.
 
Artikelverweis 
Carat, S. Adelung Karat.
 
Artikelverweis 
Die Caravane, S. in K.
 
Artikelverweis 
Die Caravếlle, plur. die -n, eine Art noch am meisten in Portugall üblicher Schiffe, mit einem viereckigen Hintertheile und kurzen Bauchstücken. Sie sind rund wie die Flüten, führen drey bis vier dreyeckige Segel, haben keinen Mastkorb, an dessen Statt aber Kreuzhölzer, welche oben durch den Mast gehen, und halten gemeiniglich 120 bis 140 Tonnen, werden aber unter allen Schiffen für die besten Segler gehalten. In Frankreich führet eine Art kleiner Schiffe von 25 bis 30 Tonnen, welche an den Küsten auf den Untiefen auf den Häringsfang ausgehen, gleichfalls den Nahmen der Caravellen. Franz. Caravelle, Ital. Caravella, Span. Caravala, Engl. Caravell, Wallis. Corwl, Schwed. Krawel, welche das Diminut. von einem alten Worte sind, so noch in den nordischen Mundarten angetroffen wird. Denn das alte Schwed. Karf, das Irländ. Karbh, das Finnische Carvas, Carpas, bedeuten insgesammt ein kleines Schiff. S. Adelung Ihre Gloss. v. Karf und Krawel. Das mittlere Latein. Carabus und Griech. καραβος gehören gleichfalls hierher.
 
Artikelverweis 
Der Carbúnkel, des -s, plur. ut nom. sing. ein Nahme des scharlachrothen oder hochrothen Rubins; aus dem Latein. Carbunculus, welchen Nahmen er wegen seiner brennenden hochrothen Farbe erhalten, daher er im mittlern Lateine auch nur Carbo heißt. In dem alten Fragmente eines Gedichtes auf Carln den Großen bey dem Schilter, heißt er im Deutschen schon Karbunkel. Von der Farbe werden auch gewisse bösartige, mit heftigen Schmerzen verbundene Blutschwären Carbunkeln genannt; Anthraces.
 
Artikelverweis 
Die Carcásse, plur. die -n, aus dem Französ. Carcasse, ein Geripp. 1) Das drähterne Geripp zu den gesteckten Hauben des andern Geschlechtes. 2) In der Geschützkunst, längliche oder runde Kugeln, welche mit Handgranaten, Kugeln u. s. f. gefüllet und mit einem eisernen Gerippe zur Festigkeit versehen

[Bd. 1, Sp. 1308]


werden; eine Brandkugel. 3) Das Geripp eines Schiffes auf dem Stapel. Im Ital. ist Carcasso gleichfalls ein Gerippe.
 
Artikelverweis 
Das Cárcer, des -s, plur. ut nom. sing. aus dem Latein. das Gefängniß auf Schulen und Universitäten.
 
Artikelverweis 
Carcer-Öhl, S. Gardseer-Öhl.
 
Artikelverweis 
Cardätsche, S. Adelung Kartätsche und Kardetsche.
 
Artikelverweis 
Cardināl, adj. et adv. welches aus dem Latein. cardinalis, und dieß von Cardo, die Angel, entlehnet, im Hochdeutschen größten Theils veraltet ist, ehedem aber in einigen Zusammensetzungen üblich war, das Vornehmste oder Wichtigste in seiner Art zu bezeichnen. Die Cardinal-Tugenden, welche man ehedem auch wohl Angeltugenden nannte, die Haupttugenden, vornehmsten Tugenden, unter welchem Nahmen man die Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigkeit begriff. Die vier Cardinal-Winde, die Hauptwinde, welche aus den vier Cardinal- oder Hauptgegenden kommen. Die Cardinal-Zahlen, die Haupt- oder Grundzahlen, eins, zwey u. s. f. im Gegensatze der Ordnungszahlen.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: