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Capītols-Hêrr bis Capucīner (Bd. 1, Sp. 1305 bis 1306)
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Artikelverweis Der Capītols-Hêrr, des -en, plur. die -en, an einigen Orten so viel als ein Canonicus oder Dom- und Stiftsherr, ein Mitglied eines Capitels. S. Adelung Capitel 5.
 
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Die Capītel-Stube, plur. die -n, die Stube, oder das Zimmer, in welchem sich das Capitel einer Gesellschaft versammelt. S. Adelung Capitel 4.
 
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Der Capitulār, des -en, plur. die -en, ein Canonicus oder Ordensglied, welches das Recht hat, dem Capitel, oder der Versammlung seines Ordens oder seiner Gesellschaft beyzuwohnen; bey den Domslistern und den Ritterorden auch wohl ein Capitular-Herr. Aus dem mittlern Latein. Capitularis und Capitularius.
 
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Die Capitulatiōn, plur. die -en, überhaupt eine jede in Capitel getheilte Schrift, in welcher weitesten Bedeutung aber dieses Wort nicht üblich ist, wohl aber in der engern, eines in gewisse Absätze getheilten Vertrages. Besonders wird im Kriege der Vertrag zwischen den Belagerern und der Besatzung einer Festung wegen deren Übergabe eine Capitulation genannt. Sich auf Capitulation ergeben. Die Capitulation halten, brechen u. s. f. Auch der Vergleich, welchen ein Officier mit einem Soldaten schließt, und worin sich dieser zu Kriegesdiensten auf eine gewisse Zeit verpflichtet, führet diesen Nahmen. Daher der Capitulant, des -en, plur. die -en, ein Soldat, welcher auf Capitulation dienet. Noch berühmter sind die Capitulationen oder Verträge, welche so wohl verschiedene geistliche Stiftungen mit ihren Vorgesetzten, als auch die Reichsstände und in deren Nahmen die Churfürsten mit einem Kaiser, bey deren Wahl schließen, welche daher auch Wahl-Capitulationen genannt werden. Die Capitulation beschwören.
 
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Capituliren, verb. reg. act. eine Capitulation, d. i. einen Vergleich in Vorschlag bringen und eingehen. Die Besatzung hat capituliret, hat sich auf Capitulation ergeben. Der Feind verlangt zu capituliren. So auch im gemeinen Leben, mit jemanden capituliren, mit ihm wegen eines Vergleiches unterhandeln.
 
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Caporal, S. Adelung Corporal.
 
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Cappis-Kraut, S. Adelung Kopfkohl.
 
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Die Capriōle, plur. die -n, leichte und geschickte Sprünge in die Luft, welche die Tänzer gemeiniglich am Ende einer Cadenze zu machen pflegen. Eine Capriole machen; in der niedrigen Sprechart, eine Capriole schneiden. Auf der Reitschule ist die Capriole der Sprung eines Pferdes, bey welchem es, indem es noch in der Luft ist, mit dem Hinterleibe mit aller Gewalt ausschlägt. Schlägt es nur halb aus, so heißt es eine Balotade.
   Anm. Dieses Wort ist aus dem Franz. Capriole oder Cabriole, und dem Ital. Capriola, welche Wörter von Caper, ein Bock, herkommen, und eigentlich Bockssprünge bedeuten.
 
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Der Cāp-Spêrling, des -es, plur. die -e, eine Art Sperlinge mit einem gelben Schnabel, schwarzen Kopfe, Halse und Brust,

[Bd. 1, Sp. 1306]


und röthlichen Flügeln und Rücken, welche auf dem Vorgebirge der guten Hoffnung angetroffen werden; Passer Capensis, L.
 
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Die Captūr, plur. inus. in den Rechten, die Verhaftnehmung eines Schuldners oder Verbrechers; aus dem Latein. Captura. Die Captur wider jemanden ergehen lassen, verhängen. Daher der Captur-Befehl, der Befehl, jemanden in Verhaft zu nehmen.
 
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Der Capucīner, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Mönche von dem Orden des heil. Franciscus, von der engern Observanz, welche sich nicht balbiren, mit bloßen Füßen gehen, und grobe graue Kutten mit spitzigen Kappen tragen. Von diesen spitzigen Kappen, im mittlern Latein. Capucia, welche Bruder Matthäus von Bassy im 13ten Jahrhunderte an die Stelle der runden Kappen der Franciscaner setzte, aber dadurch einen großen Streit unter ihnen veranlassete, welchen selbst Clemens V. nicht schlichten konnte, haben sie auch ihren Nahmen. Daher der Capuciner-Orden, das Capuciner-Kloster, der Capuciner-Mönch, das Capuciner-Tuch, grobes graues Tuch, woraus die Kutten der Capuciner gemacht werden u. s. f.

 

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